Zur Gemeinde Fessenheim

Das ursprünglich selbständige Dorf Fessenheim mit nahezu 500  Einwohnern wurde zusammen mit dem Nachbarort Holzkirchen im Jahre 1978 in die Gemeinde Wechingen eingemeindet.

Fessenheim ist ein konfessionell gemischtes Dorf.

fessenheim

Die Missionierung des Rieses erfolgte im 7. Jahrhundert durch iroschottische Mönche.

Der zur lutherischen Lehre übergetretene Graf Ludwig XV. von Oettingen führte 1539  die Reformation in seinem Herrschaftsgebiet ein. Dadurch wurde auch Fessenheim lutherisch.

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es einen starken Zustrom katholischer Vertriebener aus den Ostgebieten.

Der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus für die katholischen Gläubigen in Fessenheim wurde mit dem ersten Spatenstich am 23. Juni 1961 in Angriff genommen, die Weihe erfolgte am 15. September 1963.

Fessenheim hat zwei Kirchen:

  • die evangelische Stephanuskirche (Anfang 15. Jahrhundert)
  • die katholische Christkönigskirche (aus dem Jahre 1963)

Zur Pfarrei Christkönig

Zur Pfarrgemeinde Christkönig Fessenheim gehören auch die Katholiken aus Holzkirchen, Alerheim und Speckbrodi.

Die Pfarrgemeinde Christkönig Fessenheim ist eine Außenstelle der Pfarrei St. Martin in Deiningen.
Seit Januar 2010 gehören Christkönig, Fessenheim und St. Martin, Deiningen, zur Pfarreiengemeinschaft Nördlingen.

Ansprechpartner für Informationen, Fragen und Wünsche zu unserer Pfarrgemeinde ist das Pfarrbüro St. Josef.


Zur Christkönigskirche

christkoenig

Der zahlreichen katholischen Flüchtlinge wegen, die in den vorwiegend evangelischen Riesgemeinden Fessenheim, Holzkirchen und Alerheim keine religiöse Heimat hatten, erwog man in der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin in Deiningen, bereits um 1955 den Bau einer Filialkirche in Fessenheim.
Der Gögginger Architekt Afred Back wurde mit dem Entwurf der neuen Kirche beauftragt. Obwohl das Landratsamt Nördlingen erhebliche Bedenken gegen die Konzeption des Neubaus äußerte, konnte das Bauvorhaben ohne nennenswerte Einschränkungen realisiert werden. Es wurde von 1961 bis 1963 ausgeführt.

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Die katholische Christkönigskirche liegt am westlichen Ortsrand  von Fessenheim und ist mit dem Altarbereich nach Norden gerichtet.

Die gesamte Anlage mit Turm, Gotteshaus, Umfassungsmauer, Hof und der breiten Natursteintreppe wirkt durch die Verwendung des heimischem Jurakalks, der den Betonelementen vorgesetzt ist, sehr einheitlich. Überdies  gibt er dem Ganzen ein burgenhaftes Aussehen.

Mehrere bauliche Stilelemente prägen den Kirchenbau. Zum einen drängt sich der jäh aufsteigende 32 m hohe Spitzturm ins Blickfeld. In seinem Steinsockel birgt er eine kleine Kapelle mit einem Glasfenster, welches das Schweißtuch der Veronika zeigt.

Zum anderen fällt die ungewöhnliche Dachform ins Auge, die von Süden sanft ansteigend nach Norden steil abfällt.

In diese asymmetrische Dachform eingebaut sind, von außen wie von innen sichtbar, ein in Beton gegossener und mit doppelter Verglasung ausgeführter Lebensbaum an der Westseite und ein auferstandener Christus an der Ostseite.

Der Lebensbaum, ein universales Symbol, steht auch am Anfang und am Ende der HI. Schrift ( Genesis 2,8 und Geh. Offenbarung 22,2) und ist somit tief verbunden mit der christlichen Heilsgeschichte.

Ein weiteres sinnreiches Element, das den Bau von außen prägt, ist das kupferbeschlagene große Portal. Es trägt - in das Metall getrieben - eine große Dornenkrone, darüber vier kleine Szenen aus dem Alten Testament. Es sind dies die Aufrichtung der  Schlange durch Moses, das Opfer von Abel, des Patriarchen Abraham und des Priesterkönigs Melchisedech. Außerdem findet sich die Inschrift nach Jesaja 53, 7 „ oblatus est, quia ipse voluit", d. h." Er ist geopfert worden, wie er selbst es wollte".

Diese baulichen Gestaltungselemente und die Verwendung von sehr beständigem Baumaterial versinnbildlichen die ewige Königsherrschaft des Herrn Jesus Christus, die sich im Namen der Kirche wiederfindet.

 

Literatur:
Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev: Kirchenführer, Pfarrkirche St. Martin Deiningen mit Christkönigskirche Fessenheim, Schnell & Steiner, Regensburg, 2010.
Markus Würmseher: Kirchenbau im Bistum Augsburg 1945 bis 1970, Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte, Jg. 41, 2007, S. 328 ff.



Gott ist dreifach von Person und doch einfach von Natur.
Gott ist auch an allen Orten, und an jedem Ort ist Gott ganz.
Das will so viel sagen, dass alle Orte ein Ort Gottes sind.

Meister Eckhart, 1260 - 1328
Dominikaner