Maria: Vorbild im Glauben - Beispiel menschlicher Demut und Reinheit
Schutzpatronin aller Christen - Fürsprecherin und Mittlerin


Allgemein

Grundlegende Mariendogmen

Maria genießt in der katholischen und in der orthodoxen Kirche höchste Verehrung.

Für die katholische Kirche bestimmen vier Dogmen (verbindliche Glaubenslehren) ihre Stellung in der Theologie:

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  • Maria ist als Gottesgebärerin die Mutter Gottes
    (431/Ephesus)
    Da Gott der Vater und Christus nach der Lehrdefinition des Konzils von Nicäa (mit den ersten Lehrentscheidungen der christlichen Gesamtkirche - 325 ) "eines Wesens" sind, wurde 431 auf dem Konzil von Ephesos die Gottesmutterschaft Mariens zum Dogma erklärt.
  • Maria ist trotz der Geburt immer Jungfrau geblieben
    (spätestens seit dem 4. Jahrhundert in mehreren Etappen lehramtlich festgehalten)
    553, auf dem zweiten Konzil von Konstantinopel, wurde als Dogma definiert, dass Maria vor, während und nach der Geburt Jesu Christi immer jungfräulich blieb.
  • Maria ist unbefleckt empfangen (d.h. sie ist vom ersten Augenblick ihres Daseins an heilig und ohne Erbsünde)
    (1854/Vatikan)
    Dieses Dogma wurde 1854 von Papst Pius IX. verkündet und besagt, dass Maria vor und dann natürlich auch nach ihrer Geburt frei von der Erbsünde ist.
  • Maria ist als ganzer Mensch mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden
    Dieses Dogma (verbindliche Glaubenslehre) wurde erst am 1.11.1950 von Papst Pius XII. verkündet.

 

Beginn der Marienverehrung

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Vor allem die Erklärung des Konzils von Ephesus im Jahre 431 (drittes ökumenisches (allgemeines) Konzil), dass Maria die Gottesgebärerin, also die leibliche Mutter Gottes sei, und die Ansicht über ihre immerwährende Jungfräulichkeit führten zu einer gesteigerten Marienverehrung.

Zunächst wurde Maria vor allem in den Klöstern (Zisterzienser) des hohen Mittelalters besonders verehrt. Im Volk verbreitete sich eine verstärkte Verehrung Mariens erst im 14. und 15. Jahrhundert. Volkstümliche Formen marianischer Frömmigkeit kamen in Gebeten (Ave Maria, Rosenkranz) und Wallfahrten zum Ausdruck.

Zu Ehren Mariens wurden Kirchen geweiht und Feste (besonders Verkündigung, Geburt, Reinigung, Tod und Aufnahme in den Himmel) gefeiert.

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Die Anfänge des Rosenkranzbetens (15 Betrachtungsverse aus dem Leben Jesu oder Mariens und 150 Ave Marias) finden sich bei den Trierer Kartäusern Adolf von Essen (gest. 1427) und Dominikus von Preußen (gest. 1427).

Zur Erinnerung an den Sieg der Heiligen Liga in der Seeschlacht von Lepanto am 7.10.1571 über die Türken, führte Papst Pius V. das Fest "Unserer Lieben Frau vom Sieg" (am 7.10.) ein und nahm die Anrufung "Maria, Hilfe der Christen" in die Lauretanische Litanei auf. Seit Gregor XIII. (1572-1585) feiert die katholische Kirche dieses Fest als Rosenkranzfest.

Zu den wichtigsten europäischen Marienwallfahrtsorten zählen Lourdes, Fatima, Tschenstochau (Jasna Góra) und La Salette;
in Bayern ist es Altötting.

 


Ich wünsche Dir
einen frohen Morgen voller Hoffnung,
einen Mittag voller Taten,
einen Abend der Erfüllung und
eine ruhige Nacht voller Dank.

Irischer Segenswunsch



Marienverehrung - keine Erfindung der Kirche

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Marienverehrung beruht auf dem eindeutigen Zeugnis der Hl. Schrift.
"Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lk 1, 48). Dieser Satz ist die biblische Grundlegung der Marienverehrung. Maria kündet es selbst an, dass alle künftigen Generationen der Glaubenden sie seligpreisen werden für das Große, das Gott an ihr getan hat.

"Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" (Lk 1,42,43). Elisabeths Lobpreis ging ein in das bekannteste Mariengebet, ins "Ave Maria", wo wir beten: "Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus". Mit den Worten "die Mutter meines Herrn" wird klar die Rolle Marias im Heilswerk benannt: Sie ist die Mutter des Herrn, die Mutter Gottes.

Der Gottesmuttertitel ist das marianische Grunddogma. Zu diesem Glaubensgeheimnis bekennen sich übrigens alle Konfessionen der christlichen Ökumene, alle, die sich auf das Große Glaubensbekenntnis der Kirche (das sog. Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis) gründen.

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Wie alle Glaubenswahrheiten übersteigt auch dieses Geheimnis unser menschliches Begreifen: Dass der große Gott, der Herr des Himmels und der Erde, eine dramatische "Karriere nach unten" antrat und Kind wurde im Leib Mariens, ist ein rational unauslotbares, nur im Glauben annehmbares Geschehen.

Zu dieser Selbstentäußerung Gottes gehört auch die Tatsache, dass er sein Erlösungswerk vom Ja eines Menschen, genauer gesagt: einer Frau abhängig machte. - Maria sollte die Frau sein, die Gott zur Welt brachte, die der Welt den Erlöser schenkte. Wirklich: etwas Großes, zu dem Maria ausersehen war und Grund genug, sie seligzupreisen.

Und wie Maria es prophezeite, haben das auch alle Geschlechter der Christenheit auf ihre Weise getan. So ist die Geschichte der christlichen Kunst, besonders der Malerei gar nicht zu denken ohne die marianisch inspirierten Werke. "Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt; doch keins von allen kann dich schildern, wie meine Seele dich erblickt", bekennt Novalis, und bei Theodor Fontane lesen wir: "Wo die Madonna weilt, da weilt die Schönheit und die Freude".

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Es mag erstaunen, dass selbst Martin Luther in seinen Anfangsjahren der Gottesmutter durchaus zugetan war (aber auch noch in den letzten Wochen seines Lebens, im Jahr 1546, hat er eine Predigt zu Maria gehalten). So nennt er Maria in seiner Auslegung des "Magnificat" "das allervornehmste Beispiel der Gnade Gottes" und fordert: "Anrufen soll man Maria, dass Gott durch ihren Willen gebe und tue, was wir bitten". Nicht nur von der Verehrung Marias ist hier die Rede, sondern auch vom Gebet zu ihr.

Ganz im Einklang mit der theologischen Tradition geht Luther davon aus, dass Maria nicht nur eine verehrungswürdige Gestalt der Vergangenheit ist, sondern dass sie als Gottesmutter in Ewigkeit eine einzigartige Rolle bei Gott spielt. Maria, die auf Erden so innig und leibhaftig verbunden mit Christus war wie kein anderer Mensch, bleibt ihm auch im Himmel in unvergleichlicher Weise verbunden. Der Welt den Erlöser bringen - das war nicht nur eine vorübergehende Funktion Marias. Nein, der Welt, den Menschen den Erlöser Jesus Christus nahebringen: das ist der bleibende Personalcharakter Marias, ihre ewige Bestimmung.

Und das ist nicht nur etwas, was die Kirche lehrt, sondern eine Glaubenserfahrung von unzähligen Christen zu allen Zeiten und an allen Orten. "Maria hat geholfen" wie oft kann man diesen Satz auf Votivtafeln an marianischen Gnadenorten lesen, an den großen wie Altötting, Tschenstochau, Lourdes, Guadalupe - aber auch an unzähligen anderen, wie z. B. an Maria Brünnlein, Wemding, in unserer Region. Die Menschen vertrauen sich der mütterlichen Fürsorge Mariens an, wie sie exemplarisch im Evangelium von der Hochzeit zu Kana (Joh 2, 1-12) dargestellt ist.

Pieta - St. Salvator

Eine andere Stelle aus dem Johannesevangelium ist in diesem Zusammenhang ebenfalls von Bedeutung, das Vermächtniswort des Herrn am Kreuz: "... Frau, siehe, dein Sohn! ... Siehe, deine Mutter! (Joh 19,26 f.) Gemäß der schon bei den Kirchenvätern vertretenen Auslegung gibt Jesus hier in der Person des Lieblingsjüngers der ganzen Jüngergemeinde Maria zur Mutter. Von hier aus erklärt sich der Titel "Mutter der Kirche" , den das 2. Vatikanische Konzil Maria verlieh.

Marienverehrung hat auch nichts zu tun mit einer unangemessenen Vergöttlichung Marias, wie manchmal geargwöhnt wird. Immer schon hat die Kirche klar unterschieden zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf. Anbetung gebührt allein Gott, dem Dreifaltigen. Den Heiligen und besonders Maria gebührt Verehrung, d.h. Lobpreis und Bitte um Fürsprache bei Gott.

Wir brauchen auch nicht zu befürchten, dass wir Gott etwas wegnehmen würden, wenn wir zu Maria eine Gebetsbeziehung haben. Im Gegenteil: Gott ist es ja, der Großes an Maria getan hat und sie in einzigartiger Weise in das Erlösungsgeschehen einbezogen hat. So preisen wir nichts anderes als den Ratschluss und die Gnade Gottes, wenn wir Maria verehren. Im übrigen freut sich, wie einmal der hl. Bernhard von Clairvaux sehr einleuchtend sagt, jeder Sohn mehr, wenn seine Mutter geachtet und geehrt wird, als wenn sie von den Menschen übergangen und übersehen wird. So dürfen wir es auch von Marias göttlichem Sohn, Jesus Christus annehmen.

Marienverehrung und Christusverehrung stehen also nicht gegeneinander, sondern wachsen miteinander. Dies zeigt sich übrigens deutlich an den marianischen Wallfahrtsorten: Die Intensität, mit der die Gläubigen dort an der Feier der Hl. Messe teilnehmen, die Sakramente empfangen, auf Gottes Wort hören, hebt diese Orte von der sonst so verbreiteten Lauheit und Glaubensmüdigkeit ab.

Der Welt, den Menschen Christus nahebringen: das war und ist die Bestimmung der Gottesmutter.
Gewiss, es gibt verschiedene Wege zu Christus. Man muss nicht über Maria gehen, aber man darf!

Quelle: Pfarrer Dr. Johannes Holdt, Schömberg


Marienverehrung im Verständnis der evangelischen Kirche

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Die Reformation verwarf die kultische Verehrung Marias. Sie war mit den reformatorischen Grundprinzipien - solus Christus, sola fides (gratia) und sola scriptura - (allein Christus - allein die Gnade - allein die Schrift) nicht zu vereinbaren. Vor allem Martin Luther reduzierte die Marienverehrung auf das biblische Fundament.

Luther lehnte es strikt ab, Maria als Fürsprecherin oder als Mittlerin anzurufen: durch den Opfertod Christi sei uns vollkommene Gnade zuteil geworden, Christen brauchen keinerlei Fürsprache und Vermittlung. Seiner Meinung nach könne man Maria loben, ehren und lieben, soviel man wolle, aber mit der Vermittlung des Heils habe sie nichts zu tun.
So hielt er auch Marienpredigten und schätzte in seinen Auslegungen (etwa des Magnificats anno 1521) Maria als ein Vorbild im Glauben und als Beispiel menschlicher Demut und Reinheit.

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Weiterhin nennt er Maria in seiner Auslegung des "Magnificat" "das allervornehmste Beispiel der Gnade Gottes" und fordert: "Anrufen soll man Maria, dass Gott durch ihren Willen gebe und tue, was wir bitten". Nicht nur von der Verehrung Marias ist hier die Rede, sondern auch vom Gebet zu ihr.

Erst nach und nach verblassten das Gedächtnis und die Verehrung der Mutter Jesu im protestantischen Bereich und Maria verlor zunehmend ihre herausgehobene Stellung.

Als die römisch-katholische Kirche 1854 den Glauben an die Zeugung Marias ohne Erbsünde ("Unbefleckte Empfängnis ") und 1950 an die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel zum Dogma erklärte, vertiefte das den Gegensatz zwischen evangelischer und katholischer Kirche.

Aber viele katholische Theologen bemühen sich, diese Dogmen dahingehend zu erklären, dass sie die Bedeutung Jesu für den Glauben nicht schmälern, sondern verstärken sollen. Nicht nur katholische Christen sehen heute in Maria ein Symbol für die Grundhaltung des Glaubens und damit für die Kirche.

Marienfeste, besondere Gebete ("Gegrüßet seist du, Maria . . .") und Wallfahrten zu Orten, an denen es Marienerscheinungen oder von Maria bewirkte Wunder gegeben haben soll - und nicht zuletzt die zahlreichen künstlerischen und populären Darstellungen Marias als Statue und auf Bildern sind vielen Menschen eine anschauliche Ausgestaltung und Bekräftigung des christlichen Glaubens.


Wer gesammelt in der Tiefe lebt,
der sieht auch die kleinen Dinge
in großen Zusammenhängen.

Edith Stein (1891-1942)
Philosophin, Ordensschwester,
Ermordung im KZ, heilig gesprochen


    "Katholisch für Anfänger" - Zeichentrickserie
  • Mariä Verkündigung anschaulich und humorvoll erzählt bei "katholisch.de"
    Mariä Verkündigung
  • "Wer ist Maria?" anschaulich und humorvoll erklärt bei "katholisch.de"
    Wer ist Maria?

Mariendogmen im Dialog

Mariendogmen - im Dialog mit den evangelischen Kirchen

Dialogdokument "Communio Sanctorum - Die Kirche als Gemeinschaft der Heiligen"

Im September 2000 wurde unter dem Titel "Communio Sanctorum - Die Kirche als Gemeinschaft der Heiligen" das Ergebnis einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen Deutscher Bischofskonferenz und Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands veröffentlicht.
Dort heißt es zu den Mariendogmen:

(261) "Auch evangelische Christen können glauben, dass Gott Maria schon am Anfang ihrer irdischen Existenz wie einst Jeremia ... und den Täufer Johannes ... zum Werkzeug seiner Gnade bestimmt hat. Sie müssen freilich dem Dogma von der Unbefleckten Empfängnis dann widersprechen, wenn Maria damit aus der schuldverhafteten Menschheit herausgelöst und auf eine Stufe mit dem sündenlosen Christus gestellt werden würde ...

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Evangelische Christen brauchen dem Dogma von 1950 (sc. über die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel) nicht zu widersprechen, wenn damit für Maria die von Paulus ausgesprochene Hoffnung ausgedrückt wird ..., dass sie nach ihrem Tod heimgehen durfte zu ihrem Erlöser. Denn das ist auch unsere Hoffnung für uns selbst und alle, die uns im Glauben vorangegangen sind. Die evangelisch-lutherische Kirche sähe freilich ihren Glauben an den einzigen Mittler Jesus Christus gefährdet, sollte Maria damit aus der Gemeinschaft der Glaubenden herausgehoben und ihrem Sohn - etwa als Mittlerin - an die Seite gestellt werden."

(267) "Lutherische Christen sollten, um des gleichen Zieles der Einheit im Glauben willen, das Bemühen der katholischen Seite würdigen, die Stellung Marias christologisch und ekklesiologisch zu begründen. Sie sind eingeladen zu bedenken, dass für katholisches Denken die Mutter Christi die Verkörperung des Rechtfertigungsgeschehens allein aus Gnade und durch den Glauben ist. Auch die Mariendogmen des 19. und 20. Jahrhunderts leiten sich daraus ab: Wenn Gott einen Menschen dergestalt erwählt wie Maria, dann erkennt christliches Denken, dass eine solche Berufung den Menschen ganz erfasst – sie beginnt im ersten Augenblick seines Daseins und gibt ihn niemals wieder auf. Was aber die Anrufung und Verehrung der Mutter Gottes anlangt, so gelten hierfür keine anderen Regeln und Maßstäbe, als sie im Hinblick auf alle Heiligen beschrieben worden sind. Denn Maria gehört, obschon vornehmstes Glied, voll und ganz in ihre Gemeinschaft hinein."

(268) "Aus diesem Grunde aber können die Christen in der Gemeinschaft der Heiligen, die noch auf dem Pilgerweg des Glaubens sich befindet, die Mutter Christi nicht vergessen. Denn „sie sieht, dass in allen Dingen Gott allein groß ist ... Sie sieht Gott in allen Dingen, hängt an keinem Geschöpf, bezieht alles auf Gott.“ "Dies aber ist die Blickrichtung unseres Glaubens."


Es ist nicht auszudenken,
was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen kann,
wenn wir sie ihm ganz überlassen.

Blaise Pascal (1623-1662)
franz. Philosoph, Mathematiker und Physiker


Marienfeste

Die Gottesmutter erfuhr durch alle Jahrhunderte eine hohe Verehrung, die sich in diesen Marien-Feiertagen ausdrückt.
Marienfeste sind über das ganze Jahr verteilt, sind aber im zweiten Halbjahr gehäuft zu finden.

02. Juli: Mariä Heimsuchung

Bonaventura, Ordensgeneral der Franziskaner, führte im Jahr 1263 das Fest Mariä Heimsuchung für seinen Orden ein. Anschließend fand es rasche Verbreitung. Der Gedenktag erinnert an den Besuch der Gottesmutter bei ihrer Base Elisabeth, die schwanger war mit Johannes, dem Wegbereiter Jesu (Lk 1,39-45).

Das Basler Konzil schrieb 1441 dieses Fest für den 2. Juli vor. Unter Pius V. (1566 - 1572) fand dieser Tag Aufnahme in den allgemeinen Festkalender. Da der 2. Juli nach dem Geburtsfest Johannes des Täufers (24. Juni) liegt, wurde Mitte der 1960er Jahre das Fest auf den 31. Mai vorgezogen. Damit ergab sich eine logischere Abfolge der Feste. Der deutsche Regionalkalender hielt jedoch am alten Termin, dem 2. Juli, fest, wie übrigens die evangelische Ordnung auch.

15. August: Mariä Himmelfahrt

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Bereits vor dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 war in der Ostkirche die Feier der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel bekannt. Seit dem 6. Jahrhundert hat die Westkirche dieses Fest übernommen.

Über die Himmelfahrt Mariens wird zwar nicht direkt in der Bibel berichtet, jedoch werden einige Schriftstellen als Hinweise darauf gedeutet (vergleiche etwa Offb 12,1 und Krönung Mariens).

Im Jahre 1950 bekräftigte Papst Pius XII. diese altchristliche Glaubensüberzeugung durch die Verkündigung eines eigenen Dogmas. Wenn die katholische Kirche etwas als „Dogma“ bezeichnet, weist sie die Gläubigen darauf hin, dass Gott ihnen hier etwas Wesentliches für ihr Leben sagen will.

Von allen Marienfesten steht vor allen Dingen Mariä Himmelfahrt in Verbindung mit dem Brauchtum. Früher waren auch andere Feste mit einer Kräuterweihe verbunden, heute ist es fast überall nur noch das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Die Begründung dafür ist nicht schlüssig. Vielleicht beruht ihre Verbindung zu Blumen und Kräutern darin, dass Maria von alters her als "Schönste unter den Blumen des Feldes" bezeichnet wurde.

22. August: Maria Königin

Das Fest wurde erst im Jahr 1954 von Pius XII. eingeführt. Anlass war das hundertjährige Jubiläum der Verkündigung des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis Mariens.

Bis zur Liturgiereform wurde der Gedenktag am 31. Mai als Abschluss des Marienmonats gefeiert. Jetzt ist er auf den Abschluss der Festzeit (Oktav) der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August) gelegt, denn auf vielen Altarbildern ist gemalt, dass Maria, in den Himmel aufgenommen, von Gott zur Königin gekrönt wird.

08. September: Mariä Geburt

Ende des 5. Jahrhunderts entwickelte sich das Fest Mariä Geburt. Es geht vermutlich auf eine alte ostkirchliche Tradition zurück: An der Stelle, an der - der Überliewferung nach - das Geburtshaus Marias stand, wurde eine Kirche zu Ehren der Heiligen Anna gebaut, der Mutter Marias.

Diese Kirche wurde um den 8. Dezember geweiht. An diesem Tag feiern wir heute Mariä Empfängnis, das Fest also, das beschreibt, dass Anna ein Kind (nämlich Maria) empfing und neun Monate später zur Welt bringen sollte.
Und so wurde der Geburtstag Marias auf den 8. September festgelegt (neun Monate nach dem 08. Dezember).

12. September: Mariä Namen

Maria ist ein weiblicher Vorname, er wird aber auch als zusätzlicher männlicher Vorname verwendet. Der Name Maria leitet sich vom hebräischen Mirjam ab. Die Herkunft dieses Namens ist nicht geklärt. Nach einer plausiblen Erklärung setzt er sich aus dem ägyptischen "Myr" (=Geliebte) und dem hebräischen "jam" (=Abkürzung für Jahwe) zusammen. Dieser Erklärung zufolge bedeutet der Name dann "Geliebte Gottes".

Im 16. Jahrhundert entstand in Spanien der Gedanke, ein Fest Mariä Namen zu feiern.

Als im Jahr 1683 die Türken vor Wien besiegt wurden und man dies auch der Hilfe der Gottesmutter zuschrieb, richtete Papst Innozenz IX. am 12. September das Fest aus Dankbarkeit für die Weltkirche ein.

Der Gedenktag drückt das Vertrauen in die "Schutzmacht" Marias aus, die auch als "immerwährende Hilfe" angerufen und als "Schutzmantel-Madonna" dargestellt wird.

In vielen Ländern geriet das Fest wieder in Vergessenheit; in Deutschland hat es sich aufgrund seiner tiefen Verwurzelung im Volk erhalten.

07. Oktober: Das Rosenkranzfest

Begleitet von Bittgebeten zu Maria wurden am 7. Oktober 1571 in der Seeschlacht von Lepanto die Türken von der christlichen Flotte besiegt. Als Dank für diesen Sieg wurde 1572 der Gedenktag von Pius V. eingeführt. Er sollte in allen Kirchen, die einen Rosenkranzaltar hatten, begangen werden.

Als auch 1716 die Türken bei Peterwardein (Ungarn) besiegt wurden, wurde das Fest auf die ganze Kirche ausgedehnt.

Das Fest betont den Rosenkranz als Bittgebet. Maria erhielt den Titel der „Rosenkranzkönigin“.

Das Fest ist älter als der Rosenkranzmonat Oktober, der erst 1883 eingeführt wurde.

Der Oktober als Rosenkranzmonat

Der Oktober gilt seit dem Mittelalter als Marien- und Rosenkranzmonat.

Die Gebetsform entwickelte sich aus frühmittelalterlichen Gebeten. Die heute gebräuchliche Form des Rosenkranzes entstand 1409. Nach der Reformation erlebte das Rosenkranzgebet einen neuen Aufschwung. So wurden auch Rosenkranzbruderschaften gegründet. In den Türkenkriegen war der Rosenkranz vor allem ein Bittgebet.

Papst Leo XIII. (1878 – 1903) führte im Jahre 1883 das tägliche Rosenkranzgebet während des Monats Oktober in den Kirchen ein. Der Monat Oktober wurde deshalb gewählt, weil am 7. Oktober bereits das Rosenkranzfest gefeiert wurde.

Den Gebeten der Rosenkranzbruderschaften wurde der Sieg in der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 gegen die Türken zugeschrieben. In der Folge wurde der Rosenkranz eng mit dem Oktober verbunden.

08. Dezember: Mariä Empfängnis

Neun Monate vor dem Geburtsfest der Mutter Jesu (8.September) denkt die Kirche daran, dass Maria von ihren Eltern gezeugt und empfangen worden ist. Die Namen ihrer Eltern, Joachim und Anna, stehen zwar nicht in der Bibel, werden aber schon in frühchristlichen Schriften (ab 150 n. Chr.) genannt.

Erstmals ist ein solches Fest der "Lebensentstehung" Marias in der Ostkirche im 9. Jahrhundert nachweisbar.

Im Evangelium des Festtages wird zu Maria gesagt:"„Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir!" (Lukas 1,28). Katholischer Glaube erkannte im Lauf der Jahrhunderte immer klarer: Maria, die Mutter des Herrn, war bereits vom ersten Augenblick ihres Daseins (=von ihrer Empfängnis an) eine „Begnadete“ und durfte von Anfang an in ungetrübter (= "unbefleckter") Freundschaft mit Gott leben. Deshalb nennt man ihren Lebensbeginn – leider sehr missverständlich – auch "unbefleckte Empfängnis".

1854 bekräftigte Papst Pius IX. diese Lehre von der Erwählung Marias. Nachdem er zuvor alle katholischen Bischöfe befragt hatte, verkündete er, die theologische Sprache seiner Zeit verwendend, folgendes Dogma:
„Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadengeschenk des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben."

Deshalb wird der 8. Dezember offiziell als "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" bezeichnet.

Quelle: : Karl Veitschegger, Theologe, Diözese Graz-Seckau - http://members.aon.at/veitschegger/texte/maria-empfaengnis2.htm

Mariengebete

Ausgewählte Mariengebete

Engel des Herrn / Angelus

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria..

Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn;
mir geschehe nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du, Maria...

Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du, Maria...

Bitte für uns, heilige Gottesmutter,
dass wir würdig werden der Verheißung Christi.

Lasset uns beten: Allmächtiger Gott, gieße
deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die
Botschaft des Engels haben wir die Mensch-
werdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Lass uns
durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der
Auferstehung gelangen. Darum bitten wir durch
Christus, unsern Herrn. Amen

Magnificat - Das Gebet Mariens

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd
hat er geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig
alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheissen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

(Lukas 1, 46-55)

Salve Regina

Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, unsere Wonne
und unsere Hoffnung; sei gegrüßt.

Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas,
zu dir seufzen wir trauernd und weinend
in diesem Tal der Tränen.

Wohlan denn, unsere Fürsprecherin,
wende deine barmherzigen Augen uns zu,
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria!

(Elftes Jahrhundert)

Gebet zur Heiligen Mutter von Einsiedeln

Alles möcht ich dir erzählen,
alle Sorgen, die mich quälen,
alle Zweifel, alle Fragen,
möcht ich, Mutter, zu dir tragen.

Wege, die ich selbst nicht kenne,
liebe Namen, die ich nenne,
Schuld, die ich mir aufgeladen,
andern zugefügten Schaden.

Ärgernis, so ich gegeben,
all mein Wollen, all mein Streben,
mein Beraten, mein Verwalten,
mein Vergessen, mein Behalten.

Mein Begehren, mein Verzichten,
und mein Schweigen und mein Richten,
alle kleinen Kleinigkeiten,
die so oft mir Müh` bereiten.

Jedes Lassen, jede Tat,
Mutter, dir, vom guten Rat,
leg` ich alles in die Hände,
du führst es zum rechten Ende!

 

Unter deinen Schutz und Schirm

Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet
in unseren Nöten,
sondern errette  uns jederzeit
aus allen Gefahren.
O du glorwürdige
und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin,
unsere mächtige Fürsprecherin.
Führe uns zu deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne!

eines der ältesten Mariengebete, 3. Jahrhundert

Zeige uns Jesus

Heilige Maria, Mutter Gottes,
Du hast der Welt das wahre Licht geschenkt,
Jesus, Deinen Sohn - Gottes Sohn.

Du hast dich ganz dem Ruf Gottes
überantwortet und bist so zum Quell
der Güte geworden, die aus ihm strömt.

Zeige uns Jesus. Führe uns zu ihm.

Lehre uns ihn kennen und ihn lieben,
damit auch wir selbst wahrhaft Liebende
und Quelle lebendigen Wassers werden
können inmitten einer dürstenden Welt.
Amen.

Papst Benedikt XVI., Enzyklika »Deus caritas est« (Dez. 2005)

Maria - Du hast Ja gesagt

Maria, Mutter des "Ja"
du hast auf Jesus gehört
und kennst den Klang seiner Stimme
und den Schlag seines Herzens.
Du Morgenstern, sprich zu uns über Ihn,
und erzähle uns, wie du Ihm auf dem Weg des Glaubens nachfolgst.

Maria, die du in Nazaret mit Jesus
zusammengewohnt hast,
präge unserem Leben deine Gefühle ein,
deine Fügsamkeit, dein Schweigen,
das zuhört und das Wort in
wahrhaft freien Entscheidungen
zum Erblühen bringt.

Maria, erzähle uns von Jesus,
damit die Frische unseres Glaubens
in unseren Augen erstrahle
und die Herzen jener erwärme,
die uns begegnen,
wie du es beim Besuch
bei Elisabeth getan hast,
die sich in hohem Alter mit dir über das
Geschenk des Lebens gefreut hat.

Maria, Jungfrau des "Magnifikat",
hilf uns, die Freude in die Welt
zu bringen, und ermutige wie in Kana
alle jungen Menschen,
die sich im Dienst an den Brüdern
engagieren, nur das zu tun,
was Jesus sagt.

Maria, richte deinen Blick
auf die Agora der Jugendlichen,
damit sie zu einem fruchtbaren Boden
der [...] Kirche werde.
Bitte dafür, dass Jesus, der gestorben
und auferstanden ist,
in uns neu geboren wird und uns
verwandle in einer Nacht voller Licht,
die erfüllt ist von Ihm.

Maria, Gottesmutter von Loreto,
du Pforte des Himmels,
hilf uns, den Blick nach oben zu richten.
Wir wollen Jesus sehen. Mit ihm sprechen.
Allen seine Liebe verkünden.

Papst Benedikt XVI., Loreto, 2007