von Gott mit Namen berufen
Gesandte und Boten Gottes


Welche Propheten gibt es?

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Die vier Großen Propheten sind:

  • Jesaja (Isaias), ca. 700 v. Chr.
  • Jeremia, ca. 600 v. Chr.
  • Hesekiel (Ezechiel), ca. 600 v. Chr. und
  • Daniel, ca. 550 v. Chr.

Wegen Inhalt und Umfang ihrer Bücher werden sie als „Die großen Propheten“ bezeichnet.

Ihre Vierzahl ordnet sie symbolisch zusammen
- mit den 4 Evangelisten (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes),
- mit den 4 großen abendländischen Kirchenvätern (Ambrosius, Augustinus, Hieronymus, Gregor),
- mit den 4 großen morgenländischen Kirchenvätern (Basilius, Gregor von Nazianz, Chrysostomus, Athanasius),
- mit den 4 Paradiesströmen, den 4 Kardinaltugenden, den 4 Jahres- und den 4 Tageszeiten.
Oft zu sehen auf Seiten der Buchmalerei, an Portalen, Taufbecken, Kanzeln und Chorgestühlen.

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Die zwölf Kleinen Propheten sind:

  • Amos, Habakuk (Abacuc),
  • Haggai (Aggai), Hosea (Osee),
  • Joel, Jona,
  • Maleachi (Malachias), Micha,
  • Nahum, Obadja (Abdias),
  • Sacharja (Zacharias), Zefanja (Sophonia)

Das Alte Testament kennt neben den vier großen und 12 Kleinen Propheten, den klassischen Schriftpropheten, eine Reihe vorklassischer Propheten z. B. Nathan (um 1.000 v. Chr.), Elias (um 900 v. Chr.), Elisa (um 800 v. Chr.).

Sie treten im Auftrag Jahwes als Ankläger, Mahner und Tröster des Volkes Israel und seiner Herrscher auf.

Das Neue Testament sieht in der Prophetie eine Gabe des Heiligen Geistes.
Die einzige prophetische Schrift des Neuen Testaments ist die Offenbarung des Johannes.


In der Tiefe eurer Hoffnungen und Wünsche
liegt euer stilles Wissen um das Jenseits;
Und wie Samen, der unter dem Schnee träumt,
träumt euer Herz vom Frühling.
Traut den Träumen,
denn in ihnen ist das Tor zur Ewigkeit verborgen.

Khalil Gibran (1883 - 1931)
lib.-amerik. Maler, Philosoph und Dichter.



Was sind Propheten?

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Das Wort Prophet kommt aus dem Griechischen und bedeutet Verkünder, Sprecher.
Propheten sind Männer Gottes, die von ihm mit Namen berufen werden und einem Volk, oder einer bestimmten Person, die Worte Gottes kundtun. Im Judentum wird ein Mensch (oft sogar gegen seinen Willen) von Gott dazu auserwählt, als Prophet den anderen Menschen die göttlichen Absichten und Pläne zu offenbaren.

Die Botschaft kann Hinweise auf zukünftige Ereignisse enthalten, sie ist aber häufig nur eine Warnung oder Anweisung: Sie soll den Willen Gottes verdeutlichen.

Die Existenz von Propheten und ihre Botschaft sind in der Bibel festgehalten.

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Propheten sehen sich selbst:

  • als Auserwählte Gottes
  • als Beauftragte Gottes
  • als Bote Gottes

Sie wirken durch:

  • die Kraft des Wortes (als Ankläger, Warner, Tröster)
  • die Kraft der symbolischen Handlung

Das ist ein Prophet, der die Fähigkeit hat,
die zeitlichen Dinge unter ewigen Gesichtspunkten zu betrachten,
der überall Gottes Walten erkennt,
und nun als die verkörperte Stimme Gottes
seinen Zeitgenossen den Plan Gottes zu deuten
und sie nach dem Willen Gottes zu lenken weiß.

Carl Heinrich Cornill, (1854 - 1920),
deutscher evangelischer Theologe



Kennzeichen von Propheten

Prophet, Westportal St. Salvator

Persönliche Kennzeichen sind:

  • Propheten fühlen sich von Gott berufen und beauftragt.
    Die Gottheit tut sich durch ihre Person kund: "So spricht der Herr!"
  • Ein starkes Sendungsbewusstsein zeichnet sie aus.

Entscheidend für ihre Wirksamkeit sind:

  • - ihre Überzeugungskraft,
  • - ihre Demut
  • - vor allem aber ihre Glaubwürdigkeit

Dabei gibt es bei der Berufung zum Propheten keinen bestimmter Menschentyp oder Charakter. Es fällt auch auf, dass ein Teil der Berufenen sich zunächst für ungeeignet halten. So versucht Moses (ca.1.350 v. Chr.) seine Berufung zu verhindern, indem er auf seinen Sprachfehler hinweist, und der Prophet Jona (zwischen 800 und 750 v..Chr.) flüchtet aus Angst übers Meer.


Weissagungen sind oft nur fromme Wünsche.
Manchmal auch große Blicke in die Weltgeschichte
und Gefühl vom Wiederkehren der Dinge.

Johann Wolfgang von Goethe, (1749 - 1832)
deutscher Dichter der Klassik