Weg zur inneren Erneuerung
Bereicherung für alle Christen?


Jährliche Fußwallfahrt der Pfarreiengemeinschaft Nördlingen nach Maria Brünnlein in Wemding

Maria Brünnlein Wemding

Die Wallfahrtskirche Maria Brünnlein in Wemding wurde 1998 von Papst Johannes Paul II. zur Basilika minor erhoben und erstrahlt nach einer Generalsanierung und Renovierung von 2000 bis 2003 heute in hellem Glanz.

Maria Brünnlein ist eine der meistbesuchten Wallfahrtsorte in Bayern.

Die Wallfahrt zieht jährlich 200 000 Besucher an. Etwa 50 Gruppen von Fußwallfahrern pilgern jährlich nach Maria Brünnlein.

Jahr für Jahr lädt auch die Pfarrgemeinde St. Martin Deiningen alle interessierten Pilger unserer Pfarreiengemeinschaft Nördlingen zu einer Fußwallfahrt zur Wallfahrtskirche "Maria Brünnlein" in Wemding ein.

Rund 100 Personen nehmen Jahr für Jahr an dieser Wallfahrt teil.

Haben nicht auch Sie Lust, an dieser Wallfahrt teilzunehmen?
Wir würden uns über Ihre Teilnahme freuen!

Weiterlesen

Treffpunkte:

  • St. Josef, Nördlingen
  • St. Martin Deiningen
  • Christkönig Fessenheim

Wegbeschreibung:

  • Von St. Josef  über das Heutal nach Deiningen
  • Pilgerpause in St. Martin
  • Auf dem Radweg bis nach Fessenheim
  • Pilgerpause in Christkönig
  • Auf Feldwegen über Amerbach nach Wemding
  • Gottesdienst in Maria Brünnlein
  • Anschließend Mittagessen in der Wallfahrtswirtschaft
  • Rückfahrtgelegenheit mit dem Bus

Es fährt ein Begleitfahrzeug in Sichtweite mit.

Wegstrecke einfach: ca. 17 km


Die Idee und das Ewige
sind das Maßgebende,
nicht irgendein Mensch
und nicht irgendeine Zeit.

Paul Anton de Lagarde, (1827 - 1891),
deutscher Orientalist und Kulturphilosoph,



Wallfahrten wozu? - Wallfahrten im katholischen Verständnis

wallfahrer

Die Nähe Gottes spüren: Das ist das Ziel vieler Gläubiger, die sich weltweit zu religiösen Stätten aufmachen. Immer geht es dabei darum: vom Gewohnten und Vertrauten auf- und auszubrechen, um Gott an besonderen Orten - auf den Spuren besonderer Menschen - neu zu erfahren.

Stille, Gebet und Gemeinschaftserfahrung sind Kennzeichen des Pilgerns. Der Weg ist oft mühsam. Deshalb singen und beten Pilger gemeinsam. In dieser Gemeinschaft erleben sie eine lebendige Kirche.

Als wesentliche Elemente des Wallfahren können gelten: Naturbetrachtung, Gemeinschaftserlebnis und Gotteserfahrung.

Weiterlesen

In der Natur wird Gott der Schöpfer erahnt.
Laut Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) ist das Wallfahren aber auch Einübung in die Gottes- und Nächstenliebe, die den Christen auszeichnen müssen. Im Beten und Singen, im Hören auf Gottes Wort und in der Eucharistiefeier wird die Liebe zu Gott erneuert, im Miteinander-Gehen, im Rücksicht aufeinander nehmen, im gegenseitigen sich Ermuntern und Helfen auf dem Weg zum Ziel wird die Nächstenliebe verlebendigt. So wird das Christsein auf der Wallfahrt runderneuert.

Viele Pilger schöpfen aus einer solchen gemeinsamen Glaubenserfahrung eine Stärkung ihres Glaubens sowie Kraft für den Alltag.

Wallfahrten geben kranken Menschen auch Hoffnung auf Genesung.

Auch Buße und Umkehr gehören nach alter Tradition zur Wallfahrt. Geistliche Gespräche, Beichte und Buße sind feste Bestandteile der Wallfahrt.

Durch das Fürbittgebet werden die Teilnehmer für die Probleme und Nöte der ganzen Welt und der Kirche sensibilisiert.


Der große Reichtum unseres Lebens,
das sind die kleinen Sonnenstrahlen,
die jeden Tag auf unseren Weg fallen.

Hans Christian Andersen, 1805 - 1875
dän. Schriftsteller



Marien - Wallfahrtsorte

altoetting

Wallfahrt heißt also: Sich aufmachen zu einem Gnadenort,
zu einem Ort, wo andere Menschen vor mir die Gnade Gottes erfahren haben.
Marienwallfahrt heißt dann zugleich, sich an diesem Ort unter den mütterlichen Schutz Mariens stellen.

Hier finden Sie einige Links zu bekannten Marienwallfahrtsorten:

 

Weiterlesen

Links zu bekannten Marien-Wallfahrtsorten in Bayern

 

Maria Brünnlein, Wemding

(Schwaben)

Maria Vesperbild, Ziemetshausen

(Schwaben)

St. Michael, Violau

(Schwaben)

Mariä Baumgärtle, bei Mindelheim

(Schwaben)

Gnadenkapelle, Altötting

(Oberbayern)

Klosterkirche, Andechs

(Oberbayern)

Mariä Himmelfahrt, Abensberg-Allersdorf

(Niederbayern)

Mariä Himmelfahrt, Bogenberg

(Niederbayern)

Maria Hilf, Amberg

(Oberpfalz)

Fränkischer Marienweg

(Franken)

 

Links zu bekannten Marien-Wallfahrtsorten - weltweit

 

Kevelaer

(Nordrhein-Westfalen)

Mariazell

(Österreich)

Maria Lugau

(Österreich)

Maria Loretto

(Österreich)

Lourdes

(Frankreich)

Fatima

(Portugal)

Kloster Einsiedeln

(Schweiz)

Kloster Montserrat

(Spanien)

Jasna Gora- in Tschenstochau

(Polen)

La Salette

(Frankreich)

Guadalupe

(Mexiko)

Madonna della Corona in Spiazzi

(Italien)

 


Was nützt es,
zu den Heiligtümern des Herrn zu pilgern,
wenn das Herz nicht mitgeht?

Heinrich Federer, (1866 - 1928),
Schweizer Schriftsteller, Erzähler und Romancier



Pilgerwege - Wallfahrtsorte

muschel

Bis heute sind Pilgerfahrten fest im Leben der katholischen Kirche verankert.

Jährlich unternehmen etwa 40 Millionen Christen eine Wallfahrt.
Allein in Deutschland gibt es über tausend Wallfahrtsorte.

Auch außerhalb Deutschlands gibt es bevorzugte christliche Pilgerziele:
- das Heilige Land Israel zum Beispiel
- oder auch die Gräber von Heiligen, wie Rom oder Santiago de Compostela (Jakobusweg).

Weiterlesen

Beliebte Pilgerwege

Der Jakobusweg -
Pilgerweg zum Grab des hl. Apostels Jakobus
in Santiago de Compostela (Spanien)

Der Jakobsweg - ein regelrechtes Netz von Wegen, die vom Norden quer durch Europa nach Santiago de Compostela (Spanien) führen, - ist für das christliche Abendland einer der bedeutendsten Pilgerwege. Die spanische Stadt entwickelte sich im Mittelalter neben Rom und Jerusalem zum dritten Hauptziel der christlichen Pilgerfahrt.

Der Ursprung des Weges liegt weit zurück - im neunten Jahrhundert, - als das Grab des Apostels Jakobus wieder entdeckt wurde und sich daraufhin Pilgernde aus ganz Europa auf den Weg nach Santiago begaben.
In den vergangenen Jahren erlebte der Weg einen regelrechten Ansturm. Wurden 1977 nur 31 Pilger registriert, waren es zehn Jahre später gut 3000. Im Jahre 2007 strömten über 114.000 Menschen nach Santiago.(Haus der Kultur: News aus Literatur und Kultur, Juli 2008)

Die spanische Hauptroute führt von den Pyrenäen zum Jakobusgrab und wurde 1993 in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
Spezielle Wege für Jakobspilger sind in Deutschland erst in der Neuzeit angelegt worden. Im Hochmittelalter und Spätmittelalter verwendeten die Pilger das bestehende Straßensystem.

In Franken und Schwaben wurde ein historisch belegter Weg der Jakobspilger von Nürnberg über Kalbensteinberg, Ulm und Bad Waldsee nach Konstanz gekennzeichnet und der Anschluss an den schweizerischen Schwabenweg Konstanz-Einsiedeln mit der Muschel als Symbol und Wegweiser geschaffen.

Um den Pilgerstatus zu erreichen müssen die die Wanderer mindestens die letzten 100 Kilometer der Strecke zu Fuß oder zu Pferd oder die letzten 200 Kilometer auf dem Fahrrad zurücklegen.

Der Crescentia-Pilgerweg im Allgäu

Verehrer der heiligen Crescentia von Kaufbeuren können seit Mai 2003 persönlich auf den Spuren der Kaufbeurer Klosterfrau Maria Crescentia Höß (1682-1744) wandern. Der so genannte Crescentia-Pilgerweg führt von Kaufbeuren aus durch das Ost- und Unterallgäu nach Ottobeuren und Mindelheim.

Der 88 Kilometer lange Pilgerweg bietet einen Dreiklang von Eindrücken, der von
- der sehenswerten Allgäuer Landschaft,
- bedeutenden Kunstwerken
- und der inneren Einkehr
nach dem Vorbild der heiligen Crescentia bestimmt wird.

Der Pilgerweg wurde auf der Wegstrecke angelegt, auf der Schwester Crescentia einst von Kaufbeuren nach Ottobeuren und Mindelheim ging.

 

Crescentia Höß lebte zwischen 1682 und 1744 in Kaufbeuren im Franziskannerinnenkloster, das sie zeitweise als Oberin auch leitete. Sie fiel durch ihre mystischen Erfahrungen und ihren klugen Rat auf. Zu Lebzeiten suchten bei ihr zahlreiche Menschen Hilfe. Mit ihrem Tod setzte ein unablässiger Strom von Pilgern ein, der Kaufbeuren für lange Zeit zu einem Mittelpunkt des religiösen Lebens in Schwaben und weit darüber hinaus machte.

Sie wurde 2001 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.

Quelle; Landkreis Unterallgäu und Stadt Kaufbeuren


Bekanntlich unternimmt der Mensch zehnmal lieber eine Wallfahrt,
die er mit den Beinen abmachen kann,
als dass er sich entschließt,
die geringste üble Gewohnheit abzulegen,
wozu Willen gehört und nicht bloß motorische Nerven.

Paul Anton de Lagarde, (1827 - 1891),
deutscher Orientalist und Kulturphilosoph,


Wallfahrten im evangelisch- lutherischen Verständnis

Martin Luther

Die Begründer der evangelischen Kirchen lehnten Wallfahrten ab, weil Buße und Glauben nicht von menschlichen Leistungen abhängen.

Viele Jahrhunderte war das ein Unterscheidungszeichen: Katholische Männer und Frauen gehen auf Wallfahrten,
ihre evangelischen Schwestern und Brüder lehnen das Wallen zu einer heiligen Stätte ab.

Für manche evangelische Christen bringen aber Reisen zu Kirchentagen oder zu Stätten der Reformation vergleichbare Erfahrungen.

In den letzten Jahrzehnten haben es Christinnen und Christen gemeinsam wieder entdeckt: Sich auf den Weg machen, auf den eigenen Füßen Unterwegs-Sein mit anderen zusammen und zu Gott hin - das tut gut: Dem Leib, der Seele, dem Glauben.
(Quelle: Evangelisch-lutherische Kirche in Bayern)

Weiterlesen

Wallfahrten und Ökumene

Erstmals ökumenische Wallfahrt auf den Kreuzberg in der Rhön (2002)

B i s c h o f s h e i m - Erstmals sind evangelische und katholische Christen in einer ökumenischen Wallfahrt auf den "heiligen Berg Unterfrankens" gezogen, den Kreuzberg bei Bischofsheim (Rhön).

oekumenelogoUnter den rund 1.500 Teilnehmern waren der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich (München), der Vorsitzende der Ökumene-Konferenz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Paul Werner Scheele (Würzburg), und der ukrainische lutherische Bischof Edmund Ratz.

Für Friedrich war es nach eigenen Angaben die erste Wallfahrt. Spontanen Beifall erhielt der Bischof, als er für diese "ganz tiefe geistliche Erfahrung" dankte. Nach seinen Worten gibt es keine theologischen Gründe gegen ökumenische Wallfahrten. Sie könnten vielmehr eine Bereicherung für evangelische Christen sein. Friedrich ist auch Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Bischof Scheele rief Protestanten und Katholiken dazu auf, miteinander den christlichen Glauben zu bekennen: "Was immer zwischen uns steht, näher als das Trennende ist uns Christus."

 

A n d e c h s - "Wallfahren ist ein Weg zur inneren Erneuerung der Kirche und überwindet konfessionelle Grenzen. (2005)"

Das sagte Dr. Johannes Eckert, Abt der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, auf dem Podiumsgespräch "Wallfahren - alte Bewegung mit neuer Dynamik" am 8. Oktober 2005 im Kloster Andechs.

Auch der evangelische Landesbischof Friedrich sieht Wallfahrten positiv: "Menschen auf einem Pilgerweg machen spirituelle Erfahrungen. Das ist eine Chance für die Kirchen. Wir sollten sie nutzen."

Der Münchner Weihbischof Engelbert Siebler betonte neue Möglichkeiten für die Seelsorge. "Viele Menschen überwinden auf einer Wallfahrt Isolation und Einsamkeit und suchen ein seelsorgerliches Gespräch."

 

T r i e r - "Evangelisch und Heilig-Rock-Wallfahrt (vom 13. April bis 13. Mai 2012) - geht das?"

(Arbeitsgemeinschaft Ökumene - Trier)

Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Informations- und Diskussionsabend der evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Mitte am 7. Februar 2012.

"Es gibt Trennendes und Verbindendes in den beiden Konfessionen", fasste Pfarrerin Sophia Döllscher die Veranstaltung zusammen. Die Einladung des Bistums Trier an die evangelischen Christen, das Ereignis mitzugestalten, sei ein wichtiger Schritt für die Ökumene. Und die Wallfahrt sei eine Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Dr. Schneider (Dozent für Kirchengeschichte an der Universität Koblenz-Landau) steht der Einladung an die evangelischen Christen skeptisch gegenüber. "Ich bin nicht gegen die Heilig-Rock-Wallfahrt, nur gegen eine evangelische Beteiligung", sagte er. Dafür nannte er drei Gründe:
- Zum einen sieht er Unklarheiten im Verständnis der Wallfahrt. So sei die Heilig-Rock-Wallfahrt zwar eine Christuswallfahrt. "Aber muss man zu Christus wallfahren?", fragte Schneider.
- Zudem kritisierte er, dass das Bistum Trier zwar den Heiligen Rock als Symbol sehe, die Echtheit aber nicht ausschließe. Schneider sieht eine "Unvereinbarkeit mit den Gedanken der Reformation", die sich gegen "Reliquiendienste" wendeten.
- Und drittens sieht Schneider in der evangelischen Beteiligung an der Wallfahrt die "Vielfalt der Konfessionen" gefährdet. Er wolle keine "Einheitspartei".

Der evangelische Pfarrer Risch argumentierte für die Beteiligung an der Wallfahrt. "Ich bin freundschaftlich eingeladen worden", sagte er. "Und wenn ich von Geschwistern eingeladen werde, bleibe ich nicht weg." Es ginge bei der Heilig-Rock-Wallfahrt auch nicht darum, zu Christus wallzufahren, "sondern es geht um den Weg zu Christus." Die Pilgerwege seien Zeichen für den persönlichen Glaubensweg.
Weiter sieht Risch keinen Widerspruch einer evangelischen Beteiligung an der Wallfahrt zur Reformation. Die Kritik Luthers gegen einen "magischen Reliquienkult" sei vor 500 Jahren berechtigt gewesen. Doch bei der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 ginge es "um das Glaubensfundament Jesu Christi, nicht um das Abzocken verängstigter Gläubiger", sagte Risch.
Auch sehe er sich als evangelischer Christ nicht vereinnahmt durch die katholische Konfession. Die Wallfahrt sei vielmehr eine Chance, sich gegenseitig kennen zu lernen, sagte Risch. "Und vielleicht entdecken wir Gemeinsamkeiten mit den katholischen Geschwistern, mit denen wir nicht gerechnet haben".

Vor der letzten Wallfahrt 1996 hat erstmals der damalige Trierer Bischof Hermann Josef Spital eine Einladung an den damaligen Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Peter Beier, ausgesprochen, die Wallfahrt mitzugestalten.
Wie sein Vorgänger Beier nahm auch Präses Nikolaus Schneider die Einladung an, die Bischof Dr. Stephan Ackermann ausgesprochen hatte - und wirbt für die Teilnahme von Protestanten an der Wallfahrt.

http://www.heilig-rock-wallfahrt.de/oekumene

Wallfahrten in anderen Religionen

Wallfahrten zu den heiligen Stätten finden sich in allen großen Religionen.

Wallfahrten gibt es auch im Judentum und Islam, es ist also keine spezifisch katholische Praxis.

Im Judentum gibt es die drei Wallfahrtsfeste Pessach, Schawuot und Sukkot. Diese werden bereits im Tanach (Heilige Schrift des Judentums) für alle in erreichbarer Nähe lebenden Judäer bzw. Israeliten vorgeschrieben. Besondere Bestimmungen für die Pilger finden sich im Talmud (nach dem Tanach bedeutendste Schrift der Juden) im Traktat Chagiga. Einzelne Propheten sind auch zum Sinai gepilgert.

Weiterlesen

Im Islam gibt es den Haddsch, die jedem genügend vermögenden Muslim als eine der fünf Hauptsäulen des Islam einmal im Leben vorgeschriebene Wallfahrt zur Kaaba in Mekka, die oft mit einem Besuch des Grabs Mohammeds in Medina verbunden wird, und die Ziaret, den gottgefälligen Besuch heiliger Gräber, der von Fundamentalisten jedoch als Idolatrie (=Bilderanbetung, Götzendienst) bekämpft wird. Die Schiiten kennen darüber hinaus regelmäßige Wallfahrten zu den Wirkungsstätten ihrer Imame (= Propheten und religiöse Oberhäupter).

 

Im Hinduismus pilgern Gläubige zu Orten wie Badrinath, Kedarnath, Gangotri, Yamunotri, Rishikesh, Haridwar, Varanasi, Vrindavan und viele andere. Reisen zu den ersten vier Orten bilden das Chardham, von dem geglaubt wird, dass es besonders einfach Moksha, Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod, bringe.

 

Gautama Buddha gab den buddhistischen Gläubigen ebenfalls vier heilige Stätten in Indien als Ziele von Wallfahrten. Sein Geburtsort Lumbini, Sarnath, wo er zum ersten Mal lehrte, den Ort seiner Erleuchtung Bodhgaya und sein Todesort Kusinara. In den buddhistischen Ländern selbst pilgert man oft zu besonderen Tempeln oder Klöstern, die durch ihr Alter und ihre Tradition herausragend sind.

 

Der Shinto, die einheimische Religion Japans, kennt Pilgerfahrten zum Ise-Großschrein.

Das mexikanische Volk der Huicholes sendet einmal jährlich eine Abordnung auf eine 550 Kilometer weite Reise, um am Zielort eine Jahresration von (im Siedlungsgebiet nicht heimischen) Peyote-Kakteen zu sammeln, welche sie dank einer Sondergenehmigung der mexikanischen Regierung bei verschiedenen religiösen Zeremonien einsetzen dürfen.

 

Auch auf den säkularen Bereich hat sich der religiöse Begriff ausgedehnt. So spricht man in der Presse davon, dass beispielsweise Fans von Elvis Presley zur andächtigen Besichtigung seines Hauses Graceland in Memphis, Tennessee, USA "wallfahren".

In diesem Zusammenhang lassen sich auch die Friedensmärsche oder Demonstrationen mit weiten Anreisen nennen.

Quelle: Wikipedia


Die meisten Menschen wissen gar nicht,
wie schön die Welt ist,
und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen,
in irgend einer Pflanze, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.

Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926
schweiz. Lyriker


  • "Katholisch für Anfänger" - Zeichentrickserie
    "Was ist eine Wallfahrt?" anschaulich und humorvolll erklärt bei "katholisch.de"

    Was ist ein Wallfahrt?