Auf den untergeordneten Seiten des Menüpunktes "Glaubensleben" finden Sie Termine und Informationen der verschiedenen Pfarrgemeinden zu den einzelnen Sakramenten.


Allgemein

Sind Glaube, Christentum und Kirche noch zeitgemäß?

Unsere moderne, aufgeklärte Gesellschaft macht es heute schwer, seinen Glauben zu leben, zu vertreten und sich zu seiner Kirche zu bekennen.

Papst Benedikt XVI. formulierte dies so:

papst benedikt

"Die Kirche und in ihr Christus leidet auch heute. In ihr wird Christus immer wieder verspottet und geschlagen; immer wieder versucht man, ihn aus der Welt zu verdrängen, immer wieder wird das kleine Boot der Kirche vom Wind der Ideologien hin- und hergeworfen, die mit ihren Wassern eindringen und es scheinbar zum Untergang verurteilen.
Und dennoch ist Christus gerade in der leidenden Kirche siegreich. Trotz allem gewinnt der Glaube an ihn immer wieder an Kraft. Auch heute gebietet der Herr den Wassern und erweist sich als Herr der Elemente. Er bleibt in seinem Boot, im Schifflein der Kirche."

Predigt am Hochfest Peter und Paul, 29. Juni 2006

 

Zugehörigkeit zur Kirche - auch heute noch?
Auch in schweren Zeiten??

papst franziskus

Für die Kirche wird es immer schwieriger, die Menschen mit ihrer Botschaft zu erreichen. In unserer Gesellschaft ist ein zunehmender, dramatischer Verlust der Kirchenbindung festzustellen. Nicht wenige Gläubige halten der Kirche fundamentale Mängel vor. Manche beklagen den Mangel an Priestern, an Mitfeiernden in der sonntäglichen Eucharistie, an Ehrenamtlichen in den Räten und Gemeinschaften und den Bedeutungsverlust der Kirche in der Gesellschaft. Andere weisen auf den Mangel an Beteiligung in der Kirche, an Glaubwürdigkeit, an Zeugnis für das Evangelium, an Nähe zu den Menschen hin. - Mancher fragt sich: "Soll ich noch in dieser Kirche bleiben?"
Richtschnur für die Kirche muss das Wort von Kardinal Reinhard Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, sein: "Wir dürfen und wollen uns dieser Not vieler Menschen mit und in der Kirche nicht verschließen." (DBK, 100, S. 11)

Dass es heute nicht mehr selbstverständlich ist, dem Glauben im Leben Raum zu geben und einer Kirche anzugehören, zeigen nicht zuletzt die Kirchenaustrittszahlen.
In unserer Diözese Augsburg mit derzeit ca. 1.320 000 Katholiken (das sind ca. 57 % der Bevölkerung) sind im Jahr 2010 ca. 12.000, im Jahr 2011 ca. 6.600, im Jahr 2012 ca. 6.900, im Jahr 2013 ca. 9.500, im Jahr 2014 ca.12.000 und im Jahr 2015 ca. 10.400 Christen aus der Kirche ausgetreten.
Dagegen stehen in den Jahren 2010 bis 2015 jeweils ca. 500 Eintritte und Wiederaufnahmen.

Trotz aller Irritationen sollten wir uns aber auch bewusst machen:
"Jesus bleibt in seinem Boot, im Schifflein der Kirche".

(siehe dazu das Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Pastoral "Gemeinsam Kirche sein", 2015)

 

Wie steht es mit meinem Glaubensleben?

Wenn Sie auf den Begriff "Glaubensleben" stoßen, ehrlich, was bedeutet das für Sie?
Wie unterscheidet sich jemand, der ein Glaubensleben führt, von jemandem, der es nicht tut?

Weiterlesen

  • für einige bedeutet das: "Ich gehe sonntags (fast immer) in die Kirche".
  • für andere: "In meinem täglichen Leben vertraue ich auf Gott".
  • für einige: "Das tägliche Gebet darf in meinem Leben nicht fehlen".
  • für andere: "In meinem täglichen Leben spielt die Bibel eine wichtige Rolle".
  • und für Sie persönlich: ???

Das Glaubensleben des Christen spiegelt sich wider

  • in seinem Gottesbezug
  • in seiner Lebensgestaltung
  • in seiner Teilnahme am kirchlichen Leben seiner Pfarrgemeinde.

Einen bedeutenden Anteil am kirchlichen Leben hat nach wie vor die Feier der Sakramente.

Von den ca. 1.318.000 Katholiken unserer Diözese Augsburg besuchen zur Zeit etwa 171.000 den Sonntagsgottesdienst. Das sind knapp 13 %. (Stand 2015)


Das ist der Geist des Menschen,
dass er Gott erkennt, dass er ihn wahrnimmt,
den Verborgenen ahnt in der Natur,
in seiner Brust ihn vernimmt,
ihn anbetet in seinem Herzen.

Friedrich Heinrich Jacobi, (1743 - 1819)
deutscher Philosoph und Schriftsteller


Dekalog der Gelassenheit

Dekalog der Gelassenheit

Lebensregeln von Papst Johannes XXIII.

Angelo Giuseppe Roncalli, Papst Johannes XXIII.

Angelo Giuseppe Roncalli, 1881 - 1963,
später Papst Johannes XXIII. von 1958 bis 1963

 

Papst Johannes XXIII. formulierte für sich einige Vorsätze, die er im Laufe der Zeit auf zehn Regeln erweiterte.
Bekannt wurden sie als "Dekalog der Gelassenheit".
In diesem "Dekalog der Gelassenheit" schuf Johannes XXIII. zehn Hinweise für die tägliche Lebensgestaltung,
10 praktische und sehr hilfreiche Tipps für den Alltag.

 

Heute, nur heute ...

  • Heute, nur heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben,
    ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

  • Heute, nur heute werde ich auf ein zurückhaltendes Auftreten achten;
    ich werde niemanden kritisieren,
    ja ich werde nicht danach streben,
    die anderen zu korrigieren oder zu verbessern -
    nur mich selbst.

  • Heute, nur heute werde ich mich an die Umstände anpassen
    ohne zu verlangen, dass sich die Umstände
    an meine Wünsche anpassen.

  • Heute, nur heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein,
    dass ich für das Glück geschaffen bin -
    nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

  • Heute, nur heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit
    einer guten Lektüre widmen;
    wie die Nahrung für den Leib,
    ist eine gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

  • Heute, nur heute werde ich eine gute Tat vollbringen
    und ich werde es niemandem erzählen.

  • Heute, nur heute werde ich etwas tun,
    wozu ich eigentlich keine Lust habe;
    sollte ich es als eine Zumutung empfinden,
    werde ich dafür sorgen, dass es niemand merkt.

  • Heute, nur heute werde ich fest glauben
    - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten -,
    dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert,
    als gäbe es sonst niemand auf der Welt.

  • Heute, nur heute will ich keine Angst haben.
    Ganz besonders werde ich keine Angst haben,
    mich an allem zu freuen, was schön ist -
    und ich werde an die Güte glauben.

  • Heute, nur heute werde ich ein Programm aufstellen.
    Vielleicht halte ich mich nicht genau daran,
    aber ich werde es aufsetzen -
    und ich werde mich vor zwei Übeln hüten:
    der Hetze und der Unentschlossenheit.

Die Kirche Christi sei ...

Die Kirche Christi sei ...

koenig

Die Kirche Christi sei:

Eine einladende Kirche.
Eine Kirche der offenen Türen.
Eine wärmende, mütterliche Kirche.

Eine Kirche des Verstehens und Mitfühlens,
des Mitdenkens, des Mitfreuens und Mitleidens.
Eine Kirche, die mit den Menschen lacht
und mit den Menschen weint.

Eine Kirche, der nichts fremd ist
und die nicht fremd tut.

Eine menschliche Kirche,
eine Kirche für uns.

Eine Kirche, die wie eine Mutter auf ihre Kinder warten kann.
Eine Kirche, die ihre Kinder sucht und ihnen nachgeht.

Eine Kirche, die die Menschen dort aufsucht, wo sie sind:
bei der Arbeit und beim Vergnügen,
beim Fabriktor und auf dem Fußballplatz,
in den vier Wänden des Hauses.

Eine Kirche der festlichen Tage
und eine Kirche des täglichen Kleinkrams.

Eine Kirche, die nicht verhandelt und feilscht,
die nicht Bedingungen stellt oder Vorleistungen verlangt.

Eine Kirche, die nicht politisiert.
Eine Kirche, die nicht moralisiert.
Eine Kirche, die nicht Wohlverhaltenszeugnisse verlangt oder ausstellt.

Eine Kirche der Kleinen,
der Armen und Erfolglosen,
der Mühseligen und Beladenen,
der Scheiternden und Gescheiterten
im Leben, im Beruf, in der Ehe.

Eine Kirche derer, die im Schatten stehen,
der Weinenden, der Trauernden.

Eine Kirche der Würdigen,
aber auch der Unwürdigen,
der Heiligen, aber auch der Sünder.

Eine Kirche - nicht der frommen Sprüche,
sondern der stillen, helfenden Tat.
Eine Kirche des Volkes.

 

Franz Kardinal König (1905 - 2004)
1956 bis 1985 Erzbischof der Erzdiözese Wien
in seinem Schlusswort zum Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils
am 8. Dezember 1965

Kirchenjahr - Überblick

Das Kirchenjahr der katholischen Kirche -
Glaubensverkündigung im Rhythmus des Jahreskreises

kirchenjahr

 

 

Vorbemerkung

Das bürgerliche Jahr beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember. Abweichend davon, beginnt das Kirchenjahr schon vier Wochen früher mit dem 1. Adventssonntag, der zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegt. Das Kirchenjahr endet mit dem Christkönigsfest, dem letzten Sonntag vor dem 1. Advent.

Bestimmt wird der Rhythmus des Kirchenjahrs durch die Hochfeste: Weihnachten, Ostern und Pfingsten.

Jedem dieser großen Hochfeste geht eine unterschiedlich lange Vorbereitungszeit voraus:

  • Der Advent (lateinisch = Ankunft) bereitet auf das Weihnachtsfest vor
  • die Fastenzeit bereitet auf das Osterfest vor
  • die Zeit von Christi Himmelfahrt an bereitet auf das Pfingstfest vor.

Kirchenjahr der katholischen Kirche:
Aufbau des Kirchenjahrs und der Heiligenfeste

Der Weihnachtsfestkreis

  • Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent.
    Der Weihnachtsfestkreis beginnt mit dem ersten Adventssonntag und endet mit dem Fest der Taufe des Herrn (also am Sonntag nach dem Fest Epiphanie am 6. Januar).
    Eine Verbindung zu Weihnachten gibt es noch am 2. Februar, Lichtmess, 40 Tage nach Weihnachten.
  • Zwischen dem 6. Januar und dem Aschermittwoch folgen die Sonntage im Jahreskreis. Diese werden nach dem Sonntag nach Pfingsten fortgeführt. Sie zählen zu der übrigen Zeit im Jahreskreis.

Der Osterfestkreis

  • Der Osterfestkreis beginnt mit der Fastenzeit (Aschermittwoch) und endet am Pfingstsonntag.
    Die Fastenzeit hat 6 Sonntage. Die Fastenzeit schließt mit der Karwoche (Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag). Dann folgt Ostern.
  • Die Osterzeit, als Teil des Osterfestkreises, beginnt mit dem Ostermorgen und endet 50 Tage später mit Pfingsten.

Die (übrige) Zeit im Jahreskreis

  • Die übrige Zeit im Jahreskreis umfasst die Sonn- und Werktage außerhalb der durch den Weihnachts- und Osterfestkreis geprägten Zeiten.
  • Zu den Wochen und Sonntagen im übrigen Jahreskreis zählen demnach:
    - die Wochen nach dem Sonntag der Taufe des Herrn bis zum Aschermittwoch und
    - von Pfingsten bis zum Beginn des Advents.

    Sie sind eine Einheit und werden von 1 bis 34 durchgezählt.

  • Das Kirchenjahr endet mit dem Christkönigssonntag, dem letzten Sonntag vor dem 1. Advent

Die Heiligenfeste im Jahreskreis

Bestimmt wird das Kirchenjahr weiterhin durch den Heiligenkalender. Der Gedenktag eines Heiligen ist meistens sein Todestag. Dieser ist nämlich nach christlicher Auffasung der Geburtstag zum ewigen Leben.

Die Heiligenfeste werden an den Werktagen des gesamten Jahreskreises gefeiert.

Anfangs wurden besonders Apostel und Blutzeugen verehrt. Später kamen Männer und Frauen dazu, die ihren Glauben vorbildlich gelebt haben.
Deshalb können die Heiligen Ansporn für unser eigenes christliches Leben sein. Viele Menschen bitten die Heiligen auch um Fürsprache.

Das Kirchenjahr - in ökumenischer Sicht

Das Kirchenjahr endet bei den Katholiken mit dem Christkönigssonntag, bei den evangelischen Kirchen mit dem Toten- oder Ewigkeitssonntag.

Die evangelische und die katholische Kirche haben weitgehend den gleichen Festkalender.

In den Gottesdiensten werden Lesungen aus dem Alten und dem Neuen Testament nach einer bestimmten Lesordnung ausgewählt.
Die Leseordnungen differieren zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche.


Es ist ungemein wichtig und nützlich,
selbst in einem kleinen Wirkungskreis
als gutes Beispiel zu wirken,
denn auf diese Weise beeinflusst man
Dutzende und Hunderte von Menschen.

Fjodor M. Dostojewski, 1821 - 1881
russ. Schriftsteller


Tipps zum Beten

Tipps und Hinweise zum Beten

Herr lehre mich beten !

"Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, ... "

Matthäus 6,5-9

Beten - warum und wie ?

"Trimm dich, bet mal wieder", hat einmal jemand forsch als Buchtitel gewählt. Und er hat Recht: Auch die Seele und die menschliche Spiritualität benötigen ein Trimmprogramm. Beten sei wie das Atmen der Seele hat ein anderer gesagt - und doch das gleiche gemeint: Atmen will gelernt sein - und Beten eben auch.

  • Beten ist normal - zumindestens für gläubige Menschen, die ihr Leben Gott verdanken, Beten kann man mit einfachen Worten, auch wenn es tiefsinnige Gebete gibt.
  • Beten beginnt mit Stille. Ruhe ist notwendig, wenn man in sich selbst hinein hören will. Ein stiller Raum, wo man ungestört ist, hilft zur inneren Sammlung.
  • Beten braucht feste Zeiten und Gelegenheiten: am Morgen, das Mittagessen, am Abend, ...
    Und Beten braucht Durchhaltevermögen und Ausdauer - wie vieles im Leben.
  • Wir dürfen mit eigenen Worten beten. Wenn uns aber die Worte fehlen, so kommen uns Gebete zu Hilfe, die schon andere gesprochen haben. Dazu gehören die Psalmen, die auch Jesus gebetet hat. Viele Gesangbuchlieder sind Gebete, in die wir einstimmen können. Eine Hilfe beim Beten ist es, die Hände zu falten, in manchen Fällen auch zu knien. Sich bei den Worten: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit dem Kreuz zu bezeichnen, ist ein Brauch, den auch evangelische Christen nicht scheuen müssen.

    Das Gebet ist der Treibstoff meiner Spiritualität. Wer kann zu Gott eine Beziehung unterhalten ohne Gebet?

Quelle:http://www.beten-online.de/atmen.html und http://www.ekd.de/glauben/gebete/warumbeten.html

Tipps zum Beten:


Herr, wie du willst, soll mir geschehn,
und wie du willst, so will ich gehn,
hilf deinen Willen nur verstehn!

Herr, wenn du willst, dann ist es Zeit,
und wann du willst, bin ich bereit,
heut und in alle Ewigkeit.

Herr, was du willst, das nehm ich hin,
und was du willst, ist mir Gewinn;
genug, dass ich dein Eigen bin.

Herr, weil du's willst, drum ist es gut,
und weil du's willst, drum hab ich Mut,
mein Herz in deinen Händen ruht.
Amen.

Lieblingsgebet des seligen
Pater Rupert Mayer, SJ
(1876-1945)