Beichte: Vergebung der Sünden
Beichte: Geschenk der Versöhnung und Güte


Allgemein

„Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns" (1 Joh 1,8). Und der Herr selbst lehrte uns beten: „Vergib uns unsere Sünden!" (Lk 11,4).


Beichttermine St. Salvator

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Die Sünde ist vor allem Beleidigung Gottes und Bruch der Gemeinschaft mit ihm. Gleichzeitig beeinträchtigt sie die Gemeinschaft mit der Kirche. Darum führt das Bußsakrament zugleich die Vergebung Gottes und die Versöhnung mit der Kirche herbei. (Katechismus der kath. Kirche, Rom 1997; 1440)

Wir bieten folgende Beichtgelegenheiten in unserer Pfarrkirche St. Salvator an:

  • jeden Donnerstag ab 18.30 Uhr  (vor der Abendmesse) und
  • jeden Samstag um 17.30 Uhr  (während des Rosenkranzes und vor der Vorabendmesse)

Beichtgelegenheiten und Bußgottesdienste zu den Hochfesten werden gesondert ausgewiesen.

Beichttermine St. Josef

  • jeden Samstag um 17.30 Uhr (während des Rosenkranzes und vor der Vorabendmesse)

Beichttermine in den weiteren Pfarrgemeinden

Beichttermine in allen anderen Pfarrgemeinden unserer Pfarreiengemeinschaft

Es gibt keine festgesetzten, regelmäßigen Beichttermine. Zu besonderen Zeiten (Fastenzeit, Hochfeste,...) werden aber Beichtgelegenheiten angeboten.
Die Beichttermine werden rechtzeitig in den jeweiligen Pfarrinfos und Gottesdienstanzeigern bekannt gegeben.

Diese können Sie bei den einzelnen Pfarrgemeinden unter dem Menüpunkt  "Gottesdienste"  aufrufen.

Und wie oft beichten?

Auf jeden Fall dann, wenn eine ganz schwerwiegende Lieblosigkeit die Beziehung zu Gott und den Menschen beeinträchtigt.
Weiterhin darf man raten: nicht zu selten.

Es ist Vorschrift der Kirche, dass jeder Gläubige die schweren Sünden, deren er sich bewusst ist, wenigstens einmal im Jahr beichtet. Wer sich bewusst ist, eine Todsünde begangen zu haben, darf selbst dann, wenn er tiefe Reue empfindet, die heilige Kommunion nicht empfangen, bevor er die sakramentale Absolution erhalten hat.

Das Bekenntnis der alltäglichen Fehler, der lässlichen Sünden, ist genaugenommen nicht notwendig, wird aber von der Kirche nachdrücklich empfohlen. Das regelmäßige Bekenntnis unserer lässlichen Sünden ist für uns eine Hilfe, unser Gewissen zu bilden, gegen unsere bösen Neigungen anzukämpfen, uns von Christus heilen zu lassen und im geistigen Leben zu wachsen.

Quelle:
Katechismus der katholischen Kirche (KKK), Rom 1997, Nr. 1440, 1457 f


Das ist die alte Adams Rhethorik,
dass man die Schuld Gott
oder andern Menschen gibt.

Christoph Lehmann, (1579 - 1639)
Schuldirektor und Stadtschreiber in Speyer



Ablauf der Beichte

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Im Sakrament der Buße bekennt sich der Mensch zu den Sünden, die er begangen hat und übernimmt die Verantwortung für sie.

Mit der Absolution durch den Priester wird die Versöhnung mit Gott und der Gemeinschaft der Glaubenden ausgesprochen.

Folgende Voraussetzungen müssen aber dabei gegeben sein:

  • die Reue
  • das Aussprechen der Schuld im Bekenntnis
  • der Vorsatz, schuldhaftes Verhalten zu ändern und Schaden wieder gutzumachen.

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Ablauf der Beichte

  • Nachdem der Beichtstuhl betreten wurde, begrüßt der Priester den Beichtenden. Dieser macht anschließend das Kreuzzeichen und spricht:Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

    Daraufhin antwortet der Priester:
    Gott, der unser Herz erleuchtet, schenke dir wahre Erkenntnis deiner Sünden und seiner Barmherzigkeit.

    Antwort: Amen.

  • Es folgt das Bekenntnis der Sünden.

    Das Bekenntnis soll ehrlich und persönlich sein.
    Nach dem Bekenntnis soll der Beichtende ein kurzes Reuegebet sprechen.
    Er kann z. B. sagen: Ich bereue, dass ich Böses getan und Gutes unterlassen habe.

  • Nun folgt das Beichtgespräch.
    Dabei übernimmt der Beichtende eine Buße - zumeist in Form eines Gebets - zur Genugtuung für seine Sünden. beichtstuhl-salv
  • Anschließend erteilt der Priester die Absolution mit folgenden Worten:
    Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden.
    So spreche ich dich los von deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

    Antwort: Amen.
  • Daraufhin entlässt der Priester den Gläubigen mit folgenden Worten:
    Der Herr hat dir die Sünden vergeben. Geh hin in Frieden.
  • Nach der Entlassung durch den Priester soll der Gläubige die auferlegte Buße verrichten und noch eine Danksagung halten.

Fremde Schuld kann die deinige veranlassen,
aber niemals entschuldigen.
Wer sich erst einmal erkannt hat,
klagt nie mehr jemand anderen an
als sich selbst.

Otto von Leixner, (1847 - 1907),
deutscher Novellist, Dichter



Der Bußgottesdienst

Gekreuzigter

Der Bußgottesdienst ist eine Wortgottesfeier. Sie bietet Anregungen und Hilfen für eine Gewissenserforschung. In der Regel folgt das Schuldbekenntnis mit der Vergebungsbitte.

Die katholische Kirche bietet sie besonders seit dem 2. Vatikanischen Konzil vor allem in den Vorbereitungszeiten auf die beiden höchsten Feste Ostern und Weihnachten an.

Der Bußgottesdienst ergänzt die Einzelbeichte und gewährt den Mitfeiernden Befreiung von leichten Sünden.

Der Bußgottesdienst soll eigentlich der gemeinsamen Vorbereitung auf die sakramentale Einzelbeichte dienen. Im Bußgottesdienst wird keine Absolution erteilt.

Schwere Verfehlungen bedürfen der Beichte. Nur die Beichte hat sakramentalen Charakter.

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Bußgottesdienste in unserer Pfarreiengemeinschaft

In unserer Pfarreiengemeinschaft werden Bußgottesdienste vor allem in den Vorbereitungszeiten auf die beiden höchsten Feste Ostern und Weihnachten, also in der Fastenzeit und im Advent angeboten. Sie sind aber nur eine Ergänzung zur Einzelbeichte.

Die Termine finden sie in den Gottesdienstanzeigern der einzelnen Pfarrgemeinden und in der Rubrik "Aktuelles".

Der Erwachsenenkatechismus der deutschen Bischofskonferenz sagt dazu:

Zu einer solchen Bußfeier gehören: Eröffnung (Gesang, Begrüßung und Gebet), Lesungen aus der Heiligen Schrift, zwischen denen ein Lied gesungen oder Stille gehalten wird, die Homilie [Predigt], die gemeinsame Gewissenserforschung und das Gebet um die Vergebung der Sünden, besonders das Gebet des Vaterunsers, jedoch keine sakramentale Lossprechung.

Diese Bußgottesdienste dürfen also nicht mit der Feier des Bußsakraments verwechselt werden.

Dennoch sind sie sehr nützlich zur Bekehrung und zur Reinigung des Herzens. Sie können den Geist der christlichen Buße fördern, den Gläubigen bei der Vorbereitung zu ihrem Einzelbekenntnis helfen, den Sinn für den Gemeinschaftscharakter der Buße vertiefen und besonders die Kinder zur Buße hinführen.

(Bd.1, S. 372)

Bist du entzweit, versöhne dich
Und lass verrinnen nicht die Frist.
Der Tag, der ungenutzt entwich,
Wer weiß, ob's nicht dein letzter ist.

Franz Bonn, (1830 - 1894),
deutscher Dichter



Erstbeichte

Beichte

Nach der bisherigen Regelung beginnt der Beichtunterricht zu Anfang des dritten Grundschuljahres.
Wir versuchen dabei, den Kindern den befreienden Charakter der Beichte und Buße zu vermitteln und mit ihnen den Weg der Versöhnung zu gehen.

Für die Schüler, für die kein spezifischer Religionsunterricht zur Erstkommunion stattfinden kann, bieten wir außerschulische Vorbereitungstreffen an. Diese beiden Vorbereitungstreffen sollen aufeinander aufbauen und die Themen Schuld, Versöhnung, Beichte und Beichtgeheimnis beinhalten. Auch möchten wir mit den Kindern einen Beichtspiegel besprechen und alle anstehenden Fragen klären. Die genauen Termine werden in Rundschreiben bekannt gegeben.

Für die Kommunionkinder findet die erste Beichte im Advent statt, die zweite Beichte dann direkt vor dem Fest der Erstkommunion.

Richtlinien der deutschen Bischofskonferenz zur Erstbeichte

Aus den Richtlinien der deutschen Bischofskonferenz  zur Erstbeichte:

  • Die Hinführung der Kinder zum ersten Empfang des Bußsakramentes und zum ersten Empfang der Eucharistie sind entscheidende Schritte der Einführung des Kindes in das Leben und in den Glauben der Kirche.
  • Die Vorbereitung auf den Empfang des Bußsakramentes muss ausgehen von der Erfahrung menschlicher Vergebung, die ein Kind normalerweise im Elternhaus macht.
    Dadurch kann das Kind verstehen lernen, was es bedeutet, dass Gott bereit ist, den Menschen zu verzeihen, wenn dieser schuldig geworden ist.
    Bei der Vorbereitung der Kinder ist darum, vor allem in der Gewissensbildung, besonders darauf zu achten, dass diese nicht mit falscher Sündenangst oder gar mit Schuldkomplexen belastet werden.
  • Die Vorbereitung der Kinder zum ersten Empfang des Bußsakramentes und der Eucharistie ist unter Verantwortung des Pfarrers gemeinsame Aufgabe der Eltern, der Pfarrgemeinde und des Religionsunterrichtes in der Schule.
  • Die Eltern sollen ihren Anteil an der Vorbereitung ihrer Kinder zur Erstbeichte und zur Erstkommunion wahrnehmen. Die vorausgehende, begleitende und nachfolgende Elternpastoral hat das Ziel, das Glaubensleben der Eltern zu vertiefen und sie zugleich auch zu befähigen, ihren Anteil bei der Vorbereitung ihrer Kinder auf den Empfang des Bußsakramentes beizutragen.

Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz vom 19.09.1977 über die Hinführung der Kinder zur Erstbeichte, KABl. 1977, 256-258


Was ist Geborgenheit?
Geborgenheit sind zwei offene Arme,
die einen umschließen
und in denen man sich sicher fühlt,
aber nicht eingeengt.

Unbekannt


  • "Katholisch für Anfänger" - Zeichentrickserie
    Die Beichte einfach, anschaulich und humorvoll erklärt bei "katholisch.de"

    Was bedeutet Beichten?

Beichtsp-Kinder

Wie ich beichte -
Beichtspiegel für Kinder der Grundschule

1. Besinnen

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Bereite dich vor. Beginne mit einem Gebet:

Lieber Vater im Himmel,
ich komme zu dir.
Du kennst mich genau.
Ich weiß, dass du mich lieb hast.
Du siehst, was gut ist in meinem
Leben und was ich falsch mache.
Dir kann ich nun alles sagen.

Jesus gibt uns den Auftrag, Gott zu lieben und die Menschen zu lieben.
Jetzt überlege, wann Du diesen Auftrag nicht erfüllt hast.
Diese Aufstellung soll Dir eine Hilfe sein:

Liebe zu Gott:

  • Ich habe nicht an Gott gedacht und nicht mit ihm gesprochen.
  • Ich habe ihm nicht für das Gute gedankt.
  • Ich war nicht immer im Gottesdienst, obwohl ich Zeit hatte.

Liebe zu den Menschen:

Eltern und Geschwister:

  • Ich habe meinen Eltern nicht gehorcht.
  • Ich habe mit meinen Geschwistern gestritten.
  • Ich habe zuhause nicht mitgeholfen.

Spielkameraden:

  • Ich war ein Spielverderber.
  • Ich habe andere Kinder ausgeschlossen.
  • Ich war grob und gemein zu anderen.
  • Ich habe andere ausgelacht.
  • Ich habe andere beleidigt.
  • Ich habe mich über andere lustig gemacht.
  • Ich habe Ausdrücke gesagt.

Liebe zu den Menschen:

Lehrer und Mitschüler:

  • Ich habe den Unterricht gestört.
  • Ich war frech.
  • Ich habe nicht fleißig mitgearbeitet.

Mein ganz alltägliches Verhalten:

  • Ich war zornig.
  • Ich war neidisch.
  • Ich habe anderen etwas weggenommen.
  • Ich habe gelogen.
  • Ich habe mich nicht bemüht, anderen zu helfen.
  • Ich habe nur an mich selbst gedacht.
  • Ich habe nicht geteilt.
  • Ich habe die anderen vergessen, weil ich nur an Computer oder Fernseher gedacht habe.
  • Ich habe __________________________
  • Ich war ___________________________
  • Ich _______________________________

2. Bereuen

Du weißt nun, was Du falsch gemacht hast. Im folgenden Gebet kannst Du Gott um Verzeihung bitten:

Guter Gott,
du hast mir so viel Schönes geschenkt. Ich möchte dankbar sein. Leider habe ich viel zu viel an mich selbst gedacht.
Es tut mir leid. Verzeihe mir!

Guter Gott,
ich möchte gut sein. Ich möchte tun, was du willst. Ich möchte den anderen helfen. Ich habe es nicht immer
fertig gebracht.
Es tut mir leid. Verzeihe mir!

Guter Gott,
du bist immer für mich da. Du hast deinen Sohn Jesus zu uns Menschen gesandt. Er hat unsere Schuld bereits getragen und durch ihn wissen wir, dass wir immer zu dir zurückkommen können.
Was ich getan habe, tut mir leid. Verzeihe mir!

3. Bessern

Du hast über deine Sünden nachgedacht und zu Gott gebetet.
Überlege jetzt: Was willst Du in Zukunft besser machen?
Schreibe es auf!

______________________________________________________________________________________

______________________________________________________________________________________

4. Beichten

Jetzt gehst Du in den Beichtstuhl oder in das Beichtzimmer. Beginne mit dem Kreuzzeichen und sage:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ich bin _____ Jahre alt.

 

  • Meine letzte Beichte war __________ oder:
  • Dies ist meine erste Beichte.

Ich bekenne meine Sünden. Ich habe...
Nun sage dem Priester, was Du Dir überlegt hast.

 

Wenn Du fertig bist, kannst Du sagen:
Dies sind meine Sünden. Ich bitte um Verzeihung.

Dann spricht der Priester mit Dir. Im Auftrag Christi spricht er dich los von deinen Sünden.
Zum Schluss sagt der Priester:
Gelobt sei Jesus Christus.
Du machst das Kreuzzeichen und antwortest:
In Ewigkeit. Amen.

5. Büßen

Wenn Du ein Bußgebet aufbekommen hast, kannst Du es jetzt beten.
Oder Du betest:

Gott mein Vater, du bist gut. Du hast mir meine Sünden vergeben. Ich bin froh darüber.und danke dir.
Hilf mir, dass ich alles wieder gut mache und dass ich so lebe, wie du es willst. Amen.

 


Alles, was gegen
das Gewissen geschieht,
ist Sünde.

Thomas von Aquin, 1225 - 1274
Kirchenlehrer, Philosoph, Theologe


Beichtsp-Jugend

Gewissensspiegel - Beichtspiegel für Firmlinge

Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. Aber wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gütig; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von jedem Unrecht.
1 Joh 1,8-9

Nicht, dass es mir schwer fällt an Gott zu glauben, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Ich vergesse oft das Beten und den Sonntagsgottesdienst;
  • Ich interessiere mich eigentlich nicht für den Glauben.

Nicht, dass ich unandächtig bete, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Mir ist Gott gleichgültig;
  • Ich versuche nicht einmal zu Beten;

Nicht, dass ich nicht zur Kirche gehe, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Ich bin einfach zu faul dazu, am Sonntag zur Kirche zu gehen;
  • Ich möchte eigentlich ohne Gott auskommen und leben;
  • Mir sind Kleinigkeiten wichtiger als Gott;
  • Ich belächle die Leute, die den Gottesdienst besuchen.

Nicht der Familienkrach ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Ich haue bei Streitereien sehr schnell die Türe zu und gehe;
  • Ich höre meinen Eltern oft gar nicht mehr zu;
  • Ich nehme mir keine Zeit für die Familie und gehe viel lieber meinen eigenen Interessen nach;
  • Ich wärme oft die alten Sachen auf, anstatt sie zu vergessen;
  • Ich behandle meine Eltern wie Dienstboten.

Nicht, dass ich mit Mitmenschen manchmal aneinandergerate, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Ich interessiere mich gar nicht für meine Mitmenschen und ihre Sorgen;
  • Es ist mir egal, ob es Mitschülern schlecht geht;
  • Mich bewegt ein Fußballspiel eigentlich mehr als ein Krieg.

Nicht das schöne Leben, toller Urlaub, Genuss sind eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Ich will gar nichts davon wissen, dass andere Menschen verhungern;
  • Ich finde mich mit dem Leid in armen Ländern ab.

Nicht, dass ich mein Recht und meine Freiheit durchsetze, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Ich setze meine Interessen einfach durch, ob es anderen schadet oder nicht;
  • Mir fehlt es oft an Liebe und Verständnis für meine Mitmenschen.

Nicht der zärtliche Kontakt zu einem Mädchen bzw. zu einem Jungen ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Ich sehe die Freundschaft eigentlich nur als ein Spiel, denn ich will Erfahrungen sammeln, aber keine Verantwortung für den anderen übernehmen;

Mit dem Thema Diebstahl habe ich auch so manches Problem:

  • Ich habe gestohlen;
  • Ich arbeite in der Schule schlecht und schlampig;
  • Ich nutze meine Schulkameraden aus;
  • Ich habe keine Lust mich einzusetzen, obwohl ich vieles könnte.

Nicht, dass ich nur in heiklen Situationen lüge, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • Ich lüge öfters;
  • Ich stelle mich selber oft besser dar als ich bin;
  • Ich spiele anderen ein Theater vor;
  • Ich mache den Mund nicht auf, wenn ein anderer das Opfer von Lügen wird.

Nicht, dass ich über jemanden spreche, ist meine Sünde, sondern:

  • Ich erzähle Schlechtes, ohne es zu prüfen;
  • Ich zerstöre den Ruf eines anderen;
  • Ich will auf Kosten anderer groß herauskommen.

Die Beichte

Dieser Beichtspiegel soll eine Hilfe bei der Vorbereitung auf die Beichte sein. Lies ihn durch und denke über die Aussagen nach. Wo sind meine eigenen Fehler?

Wie soll das Beichten aber nun funktionieren? Ganz einfach:

  • Gehe in den Beichtstuhl. Beginne mit dem Kreuzzeichen: "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
  • Sage direkt danach: "Ich bekenne meine Sünden. Ich habe..." Sage dem Priester, was Du Dir überlegt hast.
    Zum Schluss sage: "Dies sind meine Sünden. Ich bitte um Verzeihung."
  • Der Priester spricht Dich von Deinen Sünden los und legt Dir eine Buße auf.
    Am Ende machst Du noch mal ein Kreuzzeichen und darfst den Beichtstuhl oder das Beichtzimmer verlassen.

Nach einer Vorlage des Missionssekretariats der Redemptoristen, Attnang-Puchheim.


Es gibt also drei Wahrheiten:
Meine Wahrheit,
deine Wahrheit
und die Wahrheit.

Weisheit aus Asien


 

Gewissensspiegel - Beichtspiegel
für Jugendliche und junge Erwachsene

Was ist eigentlich meine Sünde?

Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. Aber wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gütig; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von jedem Unrecht.
1 Joh 1,8-9

Nicht, dass es mir schwer fällt an Gott zu glauben, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich es unterlasse, im Gespräch mit anderen und in bewusster Stille einen lebendigeren Zugang zu Gott zu suchen;
  • dass ich den Kinderglauben weggeworfen habe, ohne den Erwachsenenglauben zu suchen.

Nicht, dass ich unandächtig bete, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass mir Gott so gleichgültig ist;
  • dass ich mein Leben nicht mit ihm bespreche;
  • dass ich kaum versuche, Gott ernsthaft anzusprechen, mich ihm ehrlich zu stellen;
  • dass ich keine Zeit der Stille und Besinnung suche.

Nicht, dass ich nicht zur Kirche gehe, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich ohne Gott auskommen und leben möchte;
  • dass ich seiner Gemeinschaft ausweiche;
  • dass mir Kleinigkeiten wichtiger sind, als Gott.

Nicht der Familienkrach ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich nicht versuche, Konflikte in Ruhe und im Gespräch zu lösen;
  • dass ich nicht mehr zuhöre und zu verstehen suche;
  • dass ich mir keine Zeit für die Familie nehme und nur den eigenen Interessen nachgehe;
  • dass ich die alten Sachen aufwärme, anstatt sie zu vergessen;
  • dass ich die Eltern wie Dienstboten behandle.

Nicht, dass ich mit Mitmenschen manchmal aneinandergerate, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass mich die Mitmenschen gar nicht interessieren;
  • dass mir jemand so egal sein kann, dass er neben mir verkümmert oder an irgendetwas zerbricht, ohne dass ich etwas tue;
  • dass ich dem anderen misstraue, anstatt ihm das Gute zuzutrauen;
  • dass ich mich mit dem Elend, das andere quält, nicht belasten will;
  • dass mich ein Fußballspiel mehr bewegt als ein Krieg;
  • dass es mir gleichgültig ist, was in unserem Staat geschieht.

Nicht hoher Lebensstandart, toller Urlaub, Genuss sind eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich dabei der Not und dem Verhungern von Menschen untätig zusehe;
  • dass ich mich damit ganz ruhig abfinde.

Nicht, dass ich mein Recht und meine Freiheit durchsetze, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich dabei anderen ihr Recht, ihre Freiheit und ihre Chancen nehme;
  • dass ich es dabei an Liebe und Verständnis fehlen lasse.

Nicht der zärtliche Kontakt zu einem Mädchen bzw. zu einem Jungen ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich den Partner zum lieblosen Test, zum "Sammeln" von Erfahrungen oder zur eigenen Befriedigung missbrauche;
  • dass ich die Freundschaft nur als Spiel betrachte, ohne Verantwortung für den anderen zu übernehmen;
  • dass ich die eigene Zukunft und Freiheit und die des Partners aufs Spiel setze.

Nicht erst Diebstahl ist Sünde, sondern auch:

  • wenn ich schlecht und schlampig arbeite;
  • wenn ich Arbeitszeit vertrödle und mich dafür bezahlen lasse;
  • wenn ich meine Arbeitskollegen ausnütze;
  • wenn ich meine Fähigkeiten und Talente nicht zur Entfaltung bringe.

Nicht, dass ich in heiklen Situationen lüge, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich verlogen bin;
  • dass ich Theater spiele;
  • dass ich den Mund nicht aufmache, wenn ein anderer das Opfer von Lügen wird.
Nicht, dass ich über jemanden spreche, ist meine Sünde, sondern:
  • dass ich Schlechtes erzähle, ohne es zu prüfen;
  • dass ich den wehrlosen Ruf des anderen zerstöre;
  • dass ich auf Kosten anderer groß herauskomme.

Die Beichte

  • Dieser Beichtspiegel soll eine Hilfe bei der Vorbereitung auf die Beichte sein.
    Lies ihn durch und denke über die Aussagen nach. Wo sind meine eigenen Fehler?
  • Gehe nun in den Beichtstuhl.
    Beginne mit dem Kreuzzeichen: "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
  • "Ich bekenne meine Sünden. Ich habe..." Sage dem Priester, was Du Dir überlegt hast.
    Am Ende kannst Du sagen: "Dies sind meine Sünden. Ich bitte um Verzeihung."
  • Der Priester spricht Dich von Deinen Sünden los und legt Dir eine Buße auf.

Herausgeber: Missionssekretariat der Redemptoristen, Gmunderstraße 3, 4800 Attnang-Puchheim.
Autor: P. Johann Hütter,
Schulgasse 1, 3730 Eggenfelden.

 

Beichtsp-Erwachsene

Gewissensspiegel - Beichtspiegel für Erwachsene

Was ist eigentlich meine Sünde?

Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. Aber wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gütig; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von jedem Unrecht.
1 Joh 1,8-9

Nicht, dass es mir schwer fällt an Gott zu glauben, ist eigentlich meine Sünde, sondern

  • dass ich es unterlasse, im Gespräch mit anderen und in bewusster Stille einen lebendigeren Zugang zu Gott zu suchen;
  • dass ich den Kinderglauben weggeworfen habe, ohne den Erwachsenenglauben zu suchen.

Nicht, dass ich unandächtig bete, ist eigentlich meine Sünde, sondern

  • dass mir Gott so gleichgültig ist;
  • dass ich mein Leben nicht mit ihm bespreche;
  • dass ich kaum versuche, Gott ernsthaft anzusprechen, mich ihm ehrlich zu stellen;
  • dass ich keine Zeit der Stille und Besinnung suche.

Nicht, dass ich nicht zur Kirche gehe, ist eigentlich meine Sünde, sondern

  • dass ich ohne Gott auskommen und leben möchte;
  • dass ich seiner Gemeinschaft ausweiche;
  • dass mir Kleinigkeiten wichtiger sind als Gott.

Nicht der Familienkrach ist eigentlich meine Sünde, sondern

  • dass ich nicht versuche, Konflikte in Ruhe und im Gespräch zu lösen;
  • dass ich nicht mehr zuhöre und zu verstehen versuche;
  • dass ich mir keine Zeit für die Familie nehme und nur den eigenen Interessen nachgehe;
  • dass ich die alten Sachen aufwärme, anstatt sie zu vergessen;
  • dass ich die anderen wie Dienstboten behandle.

Nicht, dass ich mit Mitmenschen manchmal aneinandergerate, ist eigentlich meine Sünde, sondern

  • dass mich die Mitmenschen gar nicht interessieren;
  • dass mir jemand so egal sein kann, dass er neben mir verkümmert oder an irgend etwas zerbricht, ohne dass ich etwas tue;
  • dass ich dem anderen misstraue, anstatt ihm das Gute zuzutrauen;
  • dass ich mich mit dem Elend, das andere quält, nicht belasten will;
  • dass mich ein Fußballspiel mehr bewegt als ein Krieg;
  • dass es mir gleichgültig ist, was in unserem Staat geschieht.

Nicht hoher Lebensstandart, toller Urlaub, Genuss sind eigentlich meine Sünde, sondern

  • dass ich dabei der Not und dem Verhungern von Menschen untätig zusehe;
  • dass ich mich damit ganz ruhig abfinde.

Nicht, dass ich mein Recht und meine Freiheit durchsetze, ist eigentlich meine Sünde, sondern

  • dass ich dabei anderen ihr Recht, ihre Freiheit, ihre Chance nehme;
  • dass ich es dabei an Liebe und Verständnis fehlen lasse.

Nicht der zärtliche Kontakt zu einem anderen Menschen ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich den Partner zum lieblosen Test, zum Sammeln von Erfahrungen oder zur eigenen Befriedigung missbrauche;
  • dass ich die Freundschaft nur als Spiel betrachte, ohne Verantwortung für den anderen zu übernehmen;
  • dass ich die eigene Zukunft und Freizeit und die des Partners aufs Spiel setze.

Nicht die Selbstbefriedigung ist eigentlich meine Sünde, sondern

  • dass ich mich damit abfinde;
  • dass ich damit den Sinn der Geschlechtlichkeit verkehre;
  • dass ich aufgebe, ein Mensch zu werden, der zu echter Liebe und Hingabe fähig ist.

Nicht erst Diebstahl ist Sünde, sondern auch

  • wenn ich schlecht und schlampig arbeite;
  • wenn ich Arbeitszeit vertrödle und mich dafür bezahlen lasse;
  • wenn ich meine Arbeitskollegen ausnutze;
  • wenn ich meine Fähigkeiten und Talente nicht zur Entfaltung bringe.

Nicht, dass ich in heiklen Situationen lüge, ist eigentlich meine Sünde, sondern:

  • dass ich verlogen bin;
  • dass ich Theater spiele;
  • dass ich den Mund nicht aufmache, wenn ein anderer das Opfer von Lügen wird.

Nicht, dass ich über jemanden spreche, ist meine Sünde, sondern

  • dass ich Schlechtes erzähle, ohne es zu prüfen;
  • dass ich den wehrlosen Ruf des anderen zerstöre;
  • dass ich auf Kosten anderer groß herauskomme.

Die Beichte

  • Dieser Beichtspiegel soll eine Hilfe bei der Vorbereitung auf die Beichte sein.
    Lesen Sie ihn durch und denken Sie über die Aussagen nach. Wo sind meine eigenen Fehler?
    Wie soll das Beichten aber nun funktionieren?
    Ganz einfach:
    Im Beichtstuhl beginnen Sie mit dem Kreuzzeichen."Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
  • Sie beginnen: "Ich bekenne meine Sünden. Ich habe..." Sagen Sie dem Priester, was Sie sich überlegt haben.
    Am Ende können Sie sagen: "Dies sind meine Sünden. Ich bitte um Vergebung."
  • Der Priester spricht Sie von Ihren Sünden los und legt Ihnen eine Buße auf.

Herausgeber: Missionssekretariat der Redemptoristen, Gmunderstraße 3, 4800 Attnang-Puchheim.
Autor: P. Johann Hütter,
Schulgasse 1, 3730 Eggenfelden.

 


Wer anderen nicht verzeihen kann,
zerstört die Brücke, über die er selbst gehen muss.
Jeder Mensch braucht Vergebung.

Thomas Fuller (1608 - 1661)
engl. Historiker

Beichte-Ökumene

Die Beichte im ökumenischen Verständnis

oekumenelogo

Die Beichte gilt in der katholischen Kirche als eines der sieben Sakramente.
Das Sakrament der Versöhnung und Verzeihung gründet in der Vollmacht zur Sündenvergebung, die Jesus seinen Jüngern übertragen hat und von der an mehreren Stellen berichtet wird. (Mt 16,19;  Mt 18,18;)
oder an anderer Stelle:
Jesus hauchte sie an und sprach zu ihnen: "Empfanget den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert."  (Joh 20,22f).

Zwischen lutherischer und katholischer Auffassung gab es früher Gegensätze über das, was zum Sakrament der Versöhnung gehört, vor allem auf Seiten des Beichtenden.
Seitens des Beichtenden sind nach nun gemeinsamer Überzeugung - erforderlich:

  • Reue und Glaube,
  • Sündenbekenntnis,
  • Umkehr (Besserung).

Gemeinsame Untersuchungen haben gezeigt, dass in der Frage des Bußsakramentes und der Beichte keine wesentlichen Differenzen zwischen der lutherischen und der katholischen Auffassung bestehen.

Manche lutherischen Bekenntnisschriften rechnen auch die Lossprechung in der Beichte zu den Sakramenten (neben Taufe und Eucharistie).

Ursprünglich hat es die öffentliche Buße gegeben. Später hat sich die Privatbeichte durchgesetzt.
Bei den Evangelischen gibt es sowohl die gemeinschaftliche Beichte (gemeinsames Sündenbekenntnis) im Gottesdienst, z.B. vor der Austeilung des Abendmahls, als auch die persönliche Beichte im Gespräch mit dem/r Pastor/in.

Martin Luther nennt die Privatbeichte "das allerheilsamste Ding", das er sich von niemandem nehmen lassen wollte. Nach seinem Verständnis handelt der Beichtvater an Christi statt ( 2 Kor 5,20).

So wird auch die Beichte wegen des wirksamen Zuspruchs der Vergebung (Absolution) im Augsburgischen Bekenntnis und in der Apologie zu den Sakramenten gerechnet. Wenngleich sich diese Bezeichnung für die Beichte nicht generell durchgehalten hat, so steht der sakramentale Charakter des Absolutionswortes außer Frage.

 

Quelle: Heinz Schütte: Glaube im ökumenischen Verständnis, Grundlagen christlicher Einheit, Ökumenischer Katechismus, Lembeck, Paderborn 1993
Professor für Systematische Theologie an der Universität Bonn und in der Zeit von 1979 bis 1981 Kommisarischer Leiter und von 1981 bis 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn, gest. 2007.

 


Mancher,
der sich vor dem Gerichte Gottes zu sehr gefürchtet hat,
wird sich in der Ewigkeit ein klein wenig schämen müssen,
dass er dem Herrn nicht noch mehr Gnade zugetraut hat.

Johann Albrecht Bengel (1687 - 1752)
Theologe


Sünde?

Das römisch-katholische Sündenverständnis

 

"Die schon in der Schrift erkennbare [Vgl. 1 Joh 6,16-17] Unterscheidung zwischen Todsünde und lässlicher Sünde wurde von der Überlieferung der Kirche übernommen." (KKK 1854)

"Man spricht von „schweren Sünden“ oder „Todsünden“, wenn eine grundlegende Verweigerung gegenüber dem Anspruch der göttlichen Gnade und Liebe das neue, in der Taufe geschenkte Leben selbst zerstört. Im Fall der „alltäglichen Sünden“ spricht man von „lässlichen Sünden".
Der Unterschied zwischen beiden Formen von Sünden ist wesentlich, so dass beide nicht in derselben Weise als „Sünde“ zu bezeichnen sind." (DBK)

Todsünden (schwere Sünden)

"Wer sich absichtlich das heißt mit Wissen und Willen zu etwas entscheidet das dem göttlichen Gesetz und dem letzten Ziel des Menschen schwer widerspricht begeht eine Todsünde. Eine Todsünde zerstört in uns die göttliche Tugend der Liebe ohne die es keine ewige Seligkeit geben kann Falls sie nicht bereut wird zieht sie den ewigen Tod nach sich." (KKK 1874)

Bevor eine Sünde eine Todsünde ist, müssen also drei Bedingungen erfüllt sein.

  • Schwerwiegende Sache: Die böse Tat muss ein schweres Verbrechen gegen Gott oder gegen jemand anderes sein. Je mehr ein Verstoß die durch Gott gegebenen Ordnungen – etwa Wert und Würde des menschlichen Lebens – in Frage stellt und bedroht oder gar zerstört, desto schwerwiegender ist die Sache.
  • Klare Erkenntnis: Der Sünder muss sich der Sünde bewusst sein. Der Täter muss volle Erkenntnis darüber besitzen, dass sein Handeln zutiefst falsch ist.
  • Freie Zustimmung: Die Sünde muss vorsätzlich sein. Der Sünder muss wissen, dass er der Versuchung widerstehen könnte und sich dann willentlich für das Böse entscheiden. Ob jemand etwas wirklich frei getan hat, zeigt sich auch daran, wieweit er sich nach der schlechten Tat mit ihr identifiziert, sie bejaht und bereit ist, auch weiterhin so zu handeln.

"Was eine schwerwiegende Materie ist, wird durch die zehn Gebote erläutert, entsprechend der Antwort Jesu an den reichen Jüngling: "Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen ... ehre deinen Vater und deine Mutter." (Mk 10,19).

Dabei können Sünden mehr oder weniger schwer sein: ein Mord wiegt schwerer als ein Diebstahl. Die Sünde aus Bosheit, aus überlegter Entscheidung für das Böse wiegt am schwersten.

"Auch die Eigenschaft der Personen, gegen die man sich verfehlt, ist zu berücksichtigen: eine Gewalttat gegen die Eltern wiegt schwerer als die gegen einen Fremden." (KKK 1858)

Zur Vergebung der schweren Sünden ist das „Sakrament der Versöhnung“, auch Bußsakrament genannt, unverzichtbar notwendig und ausdrücklich vorgeschrieben. (DBK)

Lässliche Sünden (leichte Sünden)

Eine lässliche Sünde ist eine Sünde, die nicht zum Verlust der Gnade und zur ewigen Verdammnis führt.

Eine lässliche Sünde liegt vor, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Es handelt sich nicht um eine gewichtige Sache.
  • Man war sich des Bösen nicht voll bewusst.
  • Die Tat war nicht völlig freiwillig (es lag innerer oder äußerer Zwang vor).

"Die lässliche Sünde äußert sich z. B. in den zahllosen Nachlässigkeiten und Lieblosigkeiten des alltäglichen Lebens, durch die getaufte Christen Gott, den Menschen oder sich selbst die Liebe schuldig bleiben, zu der sie von Gott berufen und befähigt sind. Oder es ist die – häufig unbemerkte – Gewöhnung daran, in einer gewissen Gottesferne oder Gottvergessenheit zu leben." (DBK)

Die lässliche Sünde macht uns jedoch nicht zu Gegnern des Willen Gottes und seiner Freundschaft; sie bricht den Bund mit Gott nicht. Solche Sünden bedeuten zwar keine ausdrückliche Abkehr von Gott, sie lassen die Liebe bestehen, verstoßen aber gegen sie und verletzen sie. Sie bedürfen deshalb der Vergebung durch Gott.

"Eine lässliche Sünde lässt sich durch die Gnade Gottes menschlich wieder gutmachen". (KKK Nr. 1863)

Lässliche Sünden muss man nicht unbedingt beichten, dennoch empfiehlt die Kirche, sie vor einem Priester zu bekennen. Auch andere Formen der Buße (z.B. ein Bußgebet, Teilnahme an einem Bußgottesdienst usw.) können von lässlichen Sünden befreien. Durch vollkommene Reue (Liebesreue) werden die lässlichen Sünden vergeben.

"Falls die lässliche Sünde mit Bedacht geschieht und nicht bereut wird, macht sie uns allmählich bereit, Todsünden zu begehen." (KKK 1863)

Quellen:
"Katechismus der katholischen Kirche" (KKK) Rom, 1997, Nr. 1854 ff
Deutsche Bischofkonferenz (DBK), Bonn 1997 "Umkehr und Versöhnung im Leben der Kirche" (Nr. 58), S. 33 ff
Katholischer Erwachsenenkatechismus der deut. Bischofskonferenz, 1995, Bd.2, S. 83 ff


Siehe, Herr, das bin ich,
das ist das Material, über das du verfügst,
das sind die Bausteine deiner Kirche;
sie sind schmutzig, schlecht geschliffen, eckig, stumpf.
Ich wollte, es wären andere,
aber, Herr, ich bringe sie vor dein Angesicht,
denn ich weiß, dass du barmherzig bist.

Kardinal Carlo Maria Martini
Erzbischof von Mailand 1979-2002
progressiver Vordenker der Kirche
1927 - 2012