Ehe: Treue in guten und in schlechten Tagen
Ehe: lebenslange Bindung - nicht auf Zeit und nicht auf Probe


Allgemein

Durch den Ehebund begründen Mann und Frau die Gemeinschaft für das ganze Leben. Dies wurde von Christus zur Würde eines Sakramentes erhoben.


Ehevorbereitung

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Entscheidung!
Zu heiraten und – erst recht – die Ehe auch kirchlich zu schließen, ist nicht mehr selbstverständlich. Das Paar, das um die kirchliche Trauung bittet, entscheidet sich heute eher bewusst dafür. Für die meisten Katholikinnen und Katholiken ist die kirchliche Trauung der eigentliche Ort der Eheschließung.

1. Kontaktaufnahme mit dem Pfarrer

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Um Ärger und Enttäuschung zu vermeiden, empfehlen wir eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit Ihrem Pfarrer:
Nehmen Sie mindestens ein halbes Jahr vorher Kontakt auf und klären Sie mit ihm:

  • Trautermin
  • Traupriester
  • Trauungsgottesdienst
  • Trauungsort sowie die
  • Termine für Ehevorbereitungsseminar und Traugespräch

Dabei können Sie weitere Fragen und Anliegen ansprechen, z.B. wenn Ihre Partnerin / Ihr Partner nicht der katholischen Kirche angehört.

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Nicht vergessen: Einer der Partner muss Kirchenmitglied sein.

Zuständig ist das Pfarramt des Wohnortes der Braut bzw. des katholischen Ehepartners.

 

Wenn Sie in unserer Pfarreiengemeinschaft kirchlich heiraten wollen, dann wenden Sie sich bitte

  • an das Pfarrbüro St. Salvator

  Telefon: 09081 / 29 37 - 0
  Fax: 09081 / 29 37 - 15

  E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • oder an das Pfarrbüro St. Josef

  Telefon: 09081 / 80 50 64 - 0
  Fax: 09081 / 80 50 64 - 15

  E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

2. Das kirchliche Aufgebot

Für Ihr kirchliches Aufgebot und zum Vorbereitungsgespräch im Pfarramt müssen Ihre Taufscheine vorliegen, die nicht älter als sechs Monate sein dürfen. Sie werden von Ihren jeweiligen Taufpfarrämtern ausgestellt. Geben Sie bei der Beantragung an: "zum Zweck der Eheschließung".

3. Das Traugespräch

Auch wenn es zum Traugespräch gehört, dass vom Brautpaar die Trauzeugen/innen benannnt werden und das Protokoll zur Eheschließung ausgefüllt und unterschrieben wird, dürfen diese Dinge doch nicht im Vordergrund stehen.

Beim Traugespräch werden seelsorgliche Fragen,gegebenenfalls auch der Trauspruch, unter den Sie Ihr gemeinsames Leben stellen wollen und die konkrete Gestaltung der Hochzeitsfeier angesprochen:

  • Eucharistie oder Wortgottesfeier
  • Auswahl der biblischen Texte und Gebete
  • Trauritus, Symbole (Eheringe, Hochzeitskerze, ...)
  • Empfang des Bußsakramentes
  • Musikalische Gestaltung
  • Blumenschmuck
  • Fotografieren / Filmen in der Kirche
  • etc.

Weitere Wegbegleitung nach der Trauung: Uns ist es ein wichtiges Anliegen, mit Ihnen auch nach der Hochzeit in Kontakt zu bleiben.

Siehe dazu: "Auf dem Weg zum Sakrament der Ehe", Veröffentlichung der deut. Bischofskonferenz, Nr. 67, Bonn, 2000

 

4. Persönliche Ehevorbereitung

Zu Ihrer ganz persönlichen Vorbereitung besuchen Sie ein Ehevorbereitungsseminar. Dieses wird in unterschiedlicher Form und Dauer in Ihrer Pfarrgemeinde oder in Ihrer Umgebung angeboten.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Kommunikationstraining für Paare (EPL - ein partnerschaftliches Lernprogramm)

Das Ehevorbereitungsseminar gehört wie das Traugespräch zum festen Bestandteil auf dem Weg zur kirchlichen Trauung.


Die kirchliche Trauung - Ablauf

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Die katholische Trauung segnet nicht nur den Ehebund, sie begründet ihn vielmehr!

Die kirchliche Trauung ist eine eindeutig religiöse Feier. Allen Beteiligten soll eine innere Anteilnahme an der Liturgie möglich sein.
Die Trauungsliturgie ist in den Grundabläufen vorgegeben; viele Elemente können jedoch vom Brautpaar in Absprache mit dem Priester gestaltet werden.
Im Regelfall ist die kirchliche Trauung in eine feierliche Eucharistiefeier eingebettet.

Nach dem Evangelium und der Predigt folgt dann die Trauung.

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Die eigentliche Trauung, die meist in die Eucharistiefeier eingebettet ist, hat folgenden Ablauf:

  • Befragung nach der Bereitschaft zur christlichen Ehe
  • Segnung der Eheringe
  • evtl. Segnung der Brautkerze
  • Vermählung

    Die Brautleute können für die Erklärung des Ehewillens zwischen folgenden zwei Formen wählen.

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    Beide Formen sind mit dem gegenseitigen Anstecken der Eheringe verbunden.

    - Vermählung durch den Vermählungsspruch und das gegenseitige Anstecken der Ringe:
    Es beginnt der Bräutigam, dann folgt die Braut.
    Brautleute:"N., vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine(n) Frau (Mann).
    Ich verspreche dir Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit,
    bis der Tod uns scheidet. Ich will dich achten, lieben und ehren alle Tage meines Lebens."

    - Vermählung durch das Ja-Wort und gegenseitiges Anstecken der Ringe:
    Priester: "N., ich frage Sie vor Gottes Angesicht: Nehmen Sie Ihre(n) Braut (Bräutigam) an als
    Ihre(n) Frau (Mann) und versprechen Sie Treue zu halten in guten und bösen Tagen,
    in Gesundheit und Krankheit, und sie (ihn) zu lieben, zu achten und zu ehren, bis der Tod Sie scheidet?"
    Brautleute: "Ja"

  • Bestätigung der Vermählung

    (Die Brautleute reichen sich die rechte Hand, der Priester legt die Stola darüber
    und benennt die Trauzeugen als Zeugen des Bundes):
    "Im Namen der Kirche bestätige ich den Ehebund, den Sie geschlossen haben."
    "Sie aber N. und N. nehme ich als Zeugen dieses heiligen Bundes".

  • Feierlicher Trauungssegen
  • Fürbitten für die Brautleute

Der Gottesdienst wird fortgesetzt mit der Gabenbereitung.

 

Zur kirchlichen Trauung bringen Sie bitte mit:

  • Familienstammbuch (mit Bescheinigung Ihrer standesamtlichen Trauung)
  • Eheringe
  • Hochzeitskerze

Alles Glück der Ehe besteht im gegenseitigen Vertrauen und Entgegenkommen.
Die törichte Liebe vergeht bald,
aber man muss einander achten und dienen.

Maria Theresia, (1717 - 1780),
österreichische Kaiserin


Was heute gilt

Theologische und praktische Hinweise für katholische Christinnen und Christen

Was heute gilt:

Die Ehe musste bis zum 31.12.2008 nach deutschem staatlichen Recht immer vor dem Standesamt geschlossen werden. Eine Bescheinigung über die standesamtliche Eheschließung war vor der kirchlichen Trauung vorzulegen. Nur dann durfte ein Paar in Deutschland kirchlich getraut werden.

Ab dem 01. Januar 2009 darf sich ein Paar auch dann kirchlich trauen lassen, wenn es zuvor nicht standesamtlich geheiratet hat. Möglich macht dies eine Änderung im Personenstandsgesetz. Die alleinige kirchliche Trauung ist dann für eine staatlich wirksame Eheschließung ausreichend. Allerdings sind mit dem Verzicht auf die standesamtliche Heirat erhebliche Konsequenzen verbunden. Für Paare, die sich nur kirchlich, aber nicht standesamtlich trauen lassen, gibt es zum Beispiel keinen Unterhalt, kein Erbrecht, keinen Steuerfreibetrag, keine Schutzvorschriften für den Schwächeren beim Scheitern der Ehe und auch keinen Zugewinnausgleich.

Insofern bleibt das ursprüngliche Verfahren wohl die Regel.

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Aber, die rein kirchliche Trauung ohne Standesamt hat auch Vorteile. Wer zum Beispiel aus einer früheren Ehe bereits eine Witwenrente, Witwerrente oder Erziehungsrente erhält, kann nach deutschem Recht kirchlich heiraten, ohne dass diese Rente wegfällt.

Die katholische Kirche hat aufgrund der veränderten Gesetzeslage ihre Traupraxis neu geregelt:
Vom 1. Januar 2009 an sind in Deutschland kirchliche Trauungen bei fehlender standesamtlicher Eheschließung möglich. Das Verbot der kirchlichen Trauung ohne vorhergehende standesamtliche Eheschließung entfällt nach der Novellierung des Personenstandgesetzes.

Für evangelische Christen wird sich hingegen nichts ändern: Schon bei der Urteilsverkündung hatte die Evangelische Kirche in Deutschland durchblicken lassen, substantiell nichts an der Traupraxis ändern zu wollen und die kirchliche Eheschließung weiter von der standesamtlichen abhängig zu machen.

Nach evangelischer Auffassung wird die Ehe auf dem Standesamt geschlossen. Die Eheleute kommen nach evangelischer Auffassung als verheiratetes Ehepaar in die Kirche. Es soll das Eheversprechen nochmals vor dem Angesicht Gottes gegeben werden.
Nach katholischem Verständnis genügt die standesamtliche Trauung nicht zur Gültigkeit, es sei denn, die Befreiung von der "Formpflicht" ist eingeholt worden.

Beiden Kirchen ist es sehr wichtig, dass am Anfang einer christlichen Ehe eine kirchliche Trauung steht.
Die Trauung erfolgt in der Regel nach der Ordnung der Kirche, in der nach der Entscheidung des Paares die kirchliche Trauung stattfindet.

Wenn Sie sich aus ernsthaften Gründen nicht für eine Trauung nach katholischem Ritus entscheiden können, ist für Sie als katholischer Partner die Befreiung ("Dispens") von der katholischen Eheschließungsform ("Formpflicht") möglich. Nach erteilter Dispens kann die Ehe auch in der evangelischen Kirche (mit oder ohne Beteiligung eines katholischen Geistlichen) geschlossen werden.

Demnach sind folgende Formen einer katholischen oder katholisch akzeptierten Trauung möglich:

  • 1. katholische Trauung
  • 2. Trauung nach katholischem Ritus unter Beteiligung einer evangelischen Pfarrerin / eines evangelischen Pfarrers

Nach Befreiung von der "Formpflicht":

  • 3. evangelische Trauung
  • 4. Trauung nach evangelischem Ritus unter Beteiligung eines katholischen Geistlichen
  • 5. standesamtliche Trauung

    Möglich ist sogar, dass eine "Dispens von der Formpflicht" beantragt und gewährt wird für die Ehewillenserklärung auf dem Standesamt, falls irgendwelche schwerwiegenden Gründe vorliegen. (z. B. Eheschließung eines Katholiken mit einem Ungetauften oder mit einem Andersgläubigen (Muslim,...))

Im Traugespräch legt der katholische Geistliche der katholischen Partnerin / dem katholischen Partner die Frage vor: "Wollen Sie in Ihrer Ehe als katholischer Christ leben und den Glauben bezeugen?"

Die evangelische Kirche erwartet ebenso, dass die evangelische Partnerin / der evangelische Partner in der Ehe den evangelischen Glauben bezeugt und lebt. Deshalb soll in der konfessionsverschiedenen Ehe unbedingt für den Glauben beider Partner Raum sein.

Als katholischer Partner sind Sie verpflichtet, alles Ihnen Mögliche zu tun, um Ihren Kindern den katholischen Glauben zu vermitteln.

Die evangelische Kirche erwartet dies auch vom evangelischen Partner. Da aber die Erziehung der Kinder immer Sache beider Elternteile ist und keiner der Partner zu einem Handeln gegen sein Gewissen veranlasst werden darf, besteht diese Verpflichtung für den katholischen Partner darin, das in der konkreten Situation nach bestem Wissen und Gewissen Mögliche zu tun.

Fragen, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, sollten beim Traugespräch mit den jeweiligen Seelsorgern besprochen werden. Wichtig ist, dass Sie beide auch nach der Trauung mit Ihren Seelsorgern in Kontakt bleiben und somit weiter Beheimatung in Ihrer Kirche finden.

Literatur: Konfessionsverschiedene Ehe, erzbischöfl. Ordinariat München, Seelsorgereferat