Innenraum der St. Annakirche Herkheim

Der Hochaltar

altar-herkheimDer Hochaltar der Kirche stammt aus der neueren Zeit. Er wurde - nach Auskunft einer Einwohnerin den Jahren 1949 und 1950 vom Bildhauer Bauer, München, gefertigt und im Juni 1950 durch Bischof Josef Freundorfer, Augsburg, konsekriert. Assistiert wurde er damals vom Alumnus Joseph Stimpfle, dem späteren Erzbischof von Augsburg.

Im Mittelpunkt des Holz-Altares steht die Kreuzigungsszene; links und rechts des Kreuzes (mit Korpus) stehen nahezu lebensgroße Holzfiguren der Mutter Jesu und des Jüngers Johannes. Die Kreuzigungsszene wird flankiert durch beidseitige Altarflügel mit mehreren Szenen aus dem Leben der Hl. Anna und des Hl. Joachim.

Den Auftrag für die Malereien bekam der Kunstmaler Otto Pöppel aus Kronburg bei Memmingen. Seine Bilder zeigen links oben die Abweisung des kindelosen Joachim vom vorgechriebenen Opfer, weil er von Gott verflucht sei. Das zweite Bild zeigt wie Joachim die Heimat verlässt und Hirte wird und wie ein Engel ihn bittet, zu seiner Frau Anna zurückzukehren, weil sie schwanger sei. Das Bild rechts oben zeigt, wie Joachim seine schwangere Frau unter dem Tempeltor begrüßt. Das weitere Bild zeigt die Geburt Mariens als Kind göttlicher Verheißung.

 

Der Volksaltar

Seit 1996 ist in der Herkheimer Kirche auch ein Volksaltar vorhanden. Es wurde vom Steinmetzbetrieb Wittner, Löpsingen, gefertigt und besteht aus einer umgedrehten, vierseitigen Pyramide, die auf vier diagonal angeordneten, goldfarbig bearbeiteten Tombakplatten ruht. Die feierliche Einweihung fand am 29.September 1996 statt.


Figuren der St. Annakirche

 

Anna Selbdritt

anna selbdritt-herkheim

Mittelpunkt des ehemaligen neugotischen Hochaltars war Mutter Anna Selbdritt, die Patronin der Kirche (um 1500).

Sie hält in der einen Hand das Jesuskind und in der anderen ihre Tochter Maria, die Gottesmutter.

Anna und Joachim waren die Eltern von Maria und somit die Großeltern von Jesus.

Der Ausdruck selbdritt ist ein veraltetes Wort für als Teil einer Dreiergruppe oder auch zu dritt.

Die Holzfigur hat ihren jetzigen Platz an der Kirchen-Südseite und ist auch heute noch ein bedeutendes Kunstwerk der Kirche, ebenso wie die "Bschorer-Madonna" auf der anderen Seite des Kirchenschiffes.

 

 

"Bschorer-Madonna"

madonna-herkheim

Diese Muttergottesfigur kam in der Zeit von 1929 bis 1937 auf Veranlassung des Amtes für Denkmalpflege nach Herkheim.

Neben der Pestsäule in Wallerstein und zahllosen Kirchenfiguren in ganz Schwaben gehört die Herkheimer Madonna aus dem Jahr 1720 zu den bezaubernden Kunstwerken des Bildhauers.

Mit ihrem Liebreiz und der Beschwingtheit des ausgehenden Hochbarock zählt sie zu den auserlesenen Werken Bschorers. Mit dem in reichem Gold gefassten und verbrämten Gewand steht sie vor uns, als habe sie aus windumbrausten Wolken eben den Fuß auf die Erde gesetzt, um mit dem Heilandskind Einkehr zu halten in den Wohnungen der Menschen.

„In der Stille dieser Dorfkirche wird uns dieses Kunstwerk zur Predigt", so würdigte einst der Rieser Heimatpfleger Karl Höpfner diese Kirchenfigur.

Zwei weitere Figuren:
- die heilige Elisabeth und
- der heilige Georg,
stammen aus dem späten Barock, um 1750.

Sie stehen heute links und rechts auf kleinen Konsolen am Turmdurchgang zum Altarraum.


Geh deinen Weg ruhig
inmitten von Lärm und Hast
und wisse, welchen Frieden
die Stille schenken mag.

Irischer Segenswunsch



Der Bildhauer Johann Georg Bschorer

Johann Georg Bschorer (* 31. März 1692 in Oberndorf am Lech; † 2. April 1763 ebenda) war ein deutscher Bildhauer.

Johann Georg Bschorer war der Sohn eines Küfers aus Pfaffenhofen an der Zusam. Er machte um 1710 eine Ausbildung bei Christoph Bahmer in Augsburg. 1720 bis 1723 war er im Dienst der Grafen von Oettingen-Wallerstein, für die er die Pestsäule in Wallerstein schuf. Johann Georg Bschorer schuf für viele Kirchen im Raum Augsburg, seiner näheren Heimat, Figuren an Altären, Kanzeln und Beichtstühlen.

Weiterlesen

Werke (Auswahl)

  • 1722–1725: Pestsäule in Wallerstein
  • ab 1725: Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Buggenhofen (1725/27 Figuren der Altäre, 1728/29 Christusfigur, 1729 Figuren der Kanzel, 1732/33 Figuren der Beichtstühle)
  • 1728–1738: Kanzel und drei Altäre von St. Alban in Stillnau
  • 1731–1732: Pfarrkirche St. Veit in Druisheim (Figuren an den Seitenaltären)
  • Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit in Unterjoch (Schnitzgruppe der Trinität)
  • Studienkirche Mariä Himmelfahrt in Dillingen an der Donau (Aloisius-Stanislaus-Altar)