seit 1868 ein religiöses Zentrum in unserer Pfarrei!
segensreich für die Stadt Nördlingen, ihr Umfeld und weit darüber hinaus


Allgemein

Die Anfänge

sternluftbildIn der unmittelbaren Nachbarschaft, gleichsam im Schatten der Salvatorkirche, liegen Kloster und Schulzentrum Maria Stern.

Schon vor seiner Gründung war "das Kloster" - wie es in der Bevölkerung genannt wird - eng mit der Pfarrei verbunden, war es doch Stadtpfarrer Michael Wildegger, der sich 1867 an die damalige Generaloberin der Franziskanerinnen von Maria Stern in Augsburg wandte und um Schwestern bat, die sich der Schulbildung der katholischen Jugend widmen sollten.

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Die seit 1258 bestehende, im Geist des heiligen Franziskus lebende Gemeinschaft hatte sich nach jahrhundertelangem "beschaulichem Leben" seit 1828 der Arbeit in den Schulen zugewandt und war bereit, diese Aufgabe in Nördlingen zu übernehmen. Nach einigem Zögern gab auch der evangelisch dominierte Stadtmagistrat seine Zustimmung.

  • Am 4. Dezember 1867 erteilte Bischof Pankratius von Dinkel die Genehmigung und
  • am 2. Juni 1868 erfolgte die Bestätigung durch König Ludwig II. von Bayern.

Wenige Wochen später bezogen drei Sternfrauen und eine Kandidatin die Nördlinger Niederlassung, ein kleines Haus in der Hinteren Reimlinger Gasse Nr. 6 (heute steht auf diesem Platz das Altenheim St. Vinzenz).

Aber schon nach wenigen Monaten reichten die Räume nicht mehr aus. Als daher in der Hüttengasse der Gasthof "zum goldenen Reh" und ein Nachbarhaus zum Kauf angeboten wurden, erwarb das Kloster Maria Stern diese Anwesen.

Mitte Juli siedelten die Schwestern in die neue Wohnung über, wo mit einer "Arbeits- und Privatelementar- und Fortbildungsschule" sowie einer "Kleinkinderbewahranstalt" eine bewegte Schulgeschichte ihren Anfang nahm.


Es gibt unzählige Wege, dem Herrn zu dienen. 
Es gibt auch einen für dich.

Papst Johannes XXIII., 1881 - 1963
Papst von 1958 - 1963



Schulgeschichte

sternfassadeIm Lauf der Jahrzehnte entwickelten sich verschiedene Schulformen,

  • so eine "Höhere Töchterschule" (1897),
  • ein Kindergärtnerinnenseminar mit Kindergarten (1906)
  • und eine private kaufmännische Schule (1918).

Nach der Zwangsschließung durch die Nationalsozialisten dienten die Schulräume wie schon im ersten Weltkrieg als Lazarett.

Doch konnte bereits im November 1945 wieder mit dem Unterricht im Kindergärtnerinnenseminar, dem schon bald ein zweiter Kindergarten und ein Hort angeschlossen wurden, begonnen werden.

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Aus diesem Seminar entstand im Jahre 1973 die Fachakademie für Sozialpädagogik, seit 1975 in der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg.

Die sofort nach Kriegsende errichtete dreistufige Mädchenmittelschule wurde ab 1959 vierstufig, seit 1999 sechsstufig geführt, nachdem seit Beginn des Schuljahres 1986/87 auch Knaben in die Realschule Maria Stern aufgenommen werden.

Die durch wachsende Schülerzahlen verstärkte Schulraumnot hatte bereits 1983 zum Abbruch des Schulgebäudes und zum Bau eines neuen Gebäudekomplexes am bisherigen Ort geführt.

Zwischenzeitlich hat die Trägerschaft der Schule das Schulwerk der Diözese Augsburg übernommen.

 

Christliche Fundierung

Der bereits verstorbene Diözesanbischof Josef Stimpfle sagte bei der Einweihung des Schulzentrums: "Die Diözese Augsburg weiß das treue Bemühen der Sternschwestern und der weltlichen Lehrkräfte in Unterricht und Erziehung wohl zu würdigen und will mit diesem erneuerten Schulzentrum die Voraussetzungen schaffen, dass sie ihrer hohen Bildungs- und Erziehungsaufgabe auch in Zukunft gerecht werden können. Religiöse, geistliche und sittliche Werte zu vermitteln, gehört zur wesentlichen Aufgabe einer christlichen Schule. In einer Zeit der Säkularisierung und Liberalisierung, in der diese Werte immer mehr schwinden, gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Unsere Eltern wünschen über die Vermittlung von vielerlei Wissen hinaus eine ganzheitliche Bildung, die den heranwachsenden Menschen in seine wesenhafte Beziehung zu Gott stellt, seinem Schöpfer und Erlöser, seinem Ursprung und Ziel, und ihn zu einem Höchstmaß an menschlicher und christlicher Reife führt. Entsprechend dem Geist des Ordensgründers, des hl. Franziskus, möge diese Schul- und Erziehungsgemeinschaft mit Freude und Zuversicht ihrer weiteren Arbeit entgegensehen und dazu Gottes Beistand und Geleit erfahren."

 

Näheres über die Schule und das Schulzentrum von Maria Stern erfahren Sie auf der:

 


Klosterkapelle

sternkapelle

Geistlicher Mittelpunkt der Schwesterngemeinschaft von Maria Stern ist die zu Gebet und Sammlung einladende Kapelle. Wer vom Brettermarkt seinen Weg zur Neubaugasse nimmt oder vom Weinmarkt in die Neubaugasse einbiegt, kann die schlicht wirkende Klosterkapelle mit dem bescheidenen Türmchen nicht übersehen.

Die vom Architektenbüro Schulz und Hüttner, Augsburg, gebaute Kapelle mit den Glasfenstern von Prof. Georg Bernhard und den aus der alten Kapelle übernommenen Evangelistenfenstern lädt zum Innehalten, zur Meditation und zum Gebet ein. Den Altarraum und das Kreuz am Ambo gestaltete Steinbildhauer Friedrich Koller aus Laufen.

Mittelpunkt der Kapelle ist der Tabernakel, wo Christus in der Brotsgestalt, die uns alle verbindet, gegenwärtig ist und der in seiner Form den Erdball und den ganzen Kosmos versinnbildlicht.

Dem Ordensgründer Franz von Assisi war es ein Anliegen, dass der Lobpreis Gottes nie verstummt. So preist er Gott in seinem


Sonnengesang

Du höchster, allmächtiger, guter Herr,
Dein ist der Lobpreis und Ruhm,
die Ehre und jeglicher Segen,
Dir allein, Höchster, gebühren sie.
Lobet und preiset meinen Herrn voll Dankbarkeit
und dienet ihm in tiefer Demut.

1.Strophe aus dem Sonnengesang des heiligen Franziskus


Die Kapelle ist über die Klosterpforte erreichbar

 

Beten im Kloster Maria Stern in Nördlingen

sternaltar

 

Der Lobpreis Gottes ist auch das Anliegen der Schwestern von Maria Stern, die sich zu früher Morgenstunde mit Gläubigen aus der Stadt zur Feier der Eucharistie, der großen Danksagung, versammeln. Täglich beten sie das kirchliche Stundengebet und bringen so die kleinen und großen Anliegen als Bitten, Dank und Lobpreis vor Gott, gleichsam in Fortsetzung der Klostergemeinschaften, die im Ablauf der Stadtgeschichte in der Stadt beteten und wirkten.

 

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Als eine Insel der Stille an der stark befahrenen Neubaugasse lädt die Kapelle auch Passanten ein,

  • kurz Rast zu halten,
  • die Betriebsamkeit abzulegen,
  • vor dem Tabernakel in persönlichem Gebet Kraft zu schöpfen
  • und zur Ruhe zu kommen.

Die Kapelle ist über die Klosterpforte erreichbar

  • von 9 - 12 Uhr und
  • von 14 - 16 Uhr
  • Gottesdienst- und Gebetszeiten können telefonisch erfragt werden.

Nähere Auskünfte erhalten Sie

 Telefon: 09081 / 87 07 - 0

Sternjubiläum

 

Im Jahre 2008: 750 Jahre Kloster Maria Stern in Augsburg
und
140 Jahre Kloster Maria Stern in Nördlingen

Zur Geschichte von Maria Stern in Nördlingen -

Rieser Nachrichten 12. April 2008

rn

 

Kloster Maria Stern

Die Nördlinger Filiale blickt auf eine 140-jährige Geschichte zurück
Das Mutterhaus in Augsburg feiert sein 750-jähriges Bestehen

sternluftaufna

Schaut man aus der luftigen Höhe des Daniels über die Giebeldächer der Altstadt von Nördlingen hinweg, so bleibt der Blick unwillkürlich an einem dominanten, modernen Gebäudekomplex hängen, der in unmittelbarer Nähe der katholischen Pfarrkirche St. Salvator liegt und das Stadtbild wesentlich prägt.
Es ist das Kloster Maria Stern.

Das Wirken der Nördlinger Sternschwestern ist seit jeher eng mit dem der Franziskanerinnen in Augsburg verknüpft, denn das Kloster Maria Stern in Nördlingen ist eine Filiale des Klosters Maria Stern in Augsburg.

Wenn das Mutterkloster in Augsburg im Jahre 2008 die Feier zu seinem 750-jährigen Bestehen begeht, dann ist das – ergänzt durch das 140-jährige Bestehen der Nördlinger Filiale und das 25-jährige Jubiläum des ersten Konvents im neuen Nördlinger Klostergebäude – auch für die Sternschwestern in Nördlingen ein eindrucksvoller Grund zum Feiern.

Charismatische Frauen stärken die Gemeinschaft

Von den Anfängen

sternaugsburgAls sich im Jahre 1258 zwei fromme Augsburger Bürgerstöchter, angeregt durch die Predigten von Franziskanermönchen, für ein gottgefälliges Leben in ihrem „Zum Stern“ genannten Haus entschieden, konnte niemand ahnen, dass diese Gemeinschaft, die zunächst auf 22 Frauen anwuchs, – trotz schwieriger Zeiten wie der Reformation, des Dreißigjährigen Krieges und der Säkularisation - ununterbrochen am gleichen Ort bis zum heutigen Tag bestehen und dabei immer wieder die Kraft zu einem Neubeginn aufbringen würde.

In die weltweite Familie der Franziskanerinnen wurde sie im Jahre 1315 aufgenommen und 1632 wird der Name „Maria Stern“ zum ersten Mal erwähnt.
Erste Verbindungen nach Nördlingen gab es bereits im Jahre 1350. In einer Urkunde dieses Jahres wird nämlich eine „Schwester Elsbeth die Genennin von Nördlingen“ aufgeführt.

 

Fundierte Mädchenbildung und Krankenpflege

Charismatische Frauen formten und stärkten zu allen Zeiten die Gemeinschaft und ließen sie kontinuierlich wachsen. Ab 1855 entstanden über 150 Filialen in Bayern (1868 in Nördlingen). Die weit über 1000 Schwestern waren damals maßgeblich an der Entwicklung einer fundierten Mädchenbildung und der ambulanten Krankenpflege sowie an der Errichtung von Krankenhäusern, Kindergärten, Horten, Heimen und Schulen in Bayern beteiligt und engagierten sich überdies an sozialen Brennpunkten. Heute leben und wirken 300 Schwestern in Augsburg, in den Filialen Bayerns sowie in Brasilien und Mosambik, davon zur Zeit 14 Schwestern in Nördlingen.

 

Das Wirken der Sternschwestern in Nördlingen

wildeggerDas Wirken der Nördlinger Sternschwestern geht zurück auf Michael Wildegger, den damaligen katholischen Stadtpfarrer von St. Salvator. Der Professor, Dekan, Geistliche Rat, Landtags- und Reichstagsabgeordnete gilt zu Recht als Gründer und nachhaltiger Förderer des Klosters Maria Stern. Mit Nachdruck bemühte er sich um eine bessere Schulbildung der ihm anvertrauten katholischen Jugend in Nördlingen. Gegen den Willen des Stadtmagistrats kamen auf seine Initiative 1868 zunächst drei Klosterfrauen von Maria Stern aus Augsburg nach Nördlingen und errichteten in einem kleinen Haus in der Hinteren Reimlinger Gasse Nr. 6 (heute steht auf diesem Platz das Altenheim St. Vinzenz) eine „Arbeits- und Privatelementar- und Fortbildungsschule für katholische Mädchen nebst einer Kleinkinderbewahranstalt“.

Aber schon nach wenigen Monaten reichten die Räume nicht mehr aus. Als in der Hüttengasse der Gasthof "Zum goldenen Reh" und ein Nachbarhaus zum Kauf angeboten wurden, erwarb das Kloster Maria Stern daher diese Anwesen und zog um. Im Laufe der Jahre wurden weitere Nachbargrundstücke und Gebäude zugekauft. Die Arbeit der Klosterschwestern fand zunehmend Anerkennung und Wertschätzung und so nahm das Kloster mit seinen Bildungseinrichtungen in den folgenden Jahrzehnten einen kontinuierlichen Aufschwung.

Im Winter 1893 entstand aber am Klostergebäude ein Riss, aufgrund dessen der städtische Ingenieur einen Abriss und einen Neubau für erforderlich hielt. Das Bischöfliche Ordinariat und die Ordensleitung waren gegen den Neubau und wollten die Filiale in Nördlingen schließen. Stadtpfarrer Michael Wildegger gelang es schließlich, Bischof Pankratius von Dinkel, der Wildegger außerordentlich schätzte, von der Notwendigkeit eines Neubaus zu überzeugen und für die Bereitstellung eines Darlehens von 50.000 Mark zu gewinnen. So rettete Stadtpfarrer Michael Wildegger das Kloster und ermöglichte bis in die heutige Zeit das segensreiche Wirken der Schwestern in Nördlingen.

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Zur Schulgeschichte

kaecheleinIm Lauf der Jahrzehnte entwickelten sich verschiedene Schulformen, so eine "Höhere Töchterschule" (1897), ein Kindergärtnerinnenseminar mit Kindergarten (1906) und eine private kaufmännische Schule (1918).
Fortlaufend musste den Bedürfnissen der schulischen Entwicklung Rechnung getragen werden. So wurden in der Folgezeit immer wieder Zukäufe, Umbauten und Erweiterungen erforderlich (1903 Schulgebäude, 1908 Anbau an der Südseite, 1912 Turnhalle, 1955 Verbindungsbau zwischen Hauptgebäude und Turnhalle).

Während der beiden Weltkriege dienten die Schulräume als Lazarett. Von 1914 bis 1918 pflegten die Schwestern von Maria Stern über 1320 Verwundete und nahmen viele Einschränkungen im Kloster- und Schulleben bereitwillig auf sich. Während des zweiten Weltkrieges wurden im Kloster bis zu 250 Betten für Verwundete eingerichtet.
Doch konnte bereits im November 1945 wieder mit dem Unterricht im Kindergärtnerinnenseminar, dem schon bald ein zweiter Kindergarten und ein Hort angeschlossen wurden, begonnen werden. Aus diesem Seminar entwickelte sich im Jahre 1973 die staatlich anerkannte Fachakademie für Sozialpädagogik, seit 1975 in der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg.

Die sofort nach Kriegsende errichtete dreistufige Mädchenmittelschule wurde ab 1959 vierstufig geführt und 1965 in Realschule umbenannt. Die durch gestiegene Schülerzahlen verstärkte Schulraumnot führte 1983 zum Abbruch des Schulgebäudes und zum Bau eines neuen Gebäudekomplexes am bisherigen Ort. Mit Beginn des Schuljahres 1986/87 wurden auch Knaben in den Neubau des Schulzentrums Maria Stern aufgenommen, das seit 1999 sechsstufig ist und sich eines wachsenden Zulaufs erfreut. 2003 übernahm das Schulwerk der Diözese Augsburg auch die Trägerschaft der Realschule.

 

Abschließende Würdigung

Zwar reicht die Geschichte des Klosters Maria Stern nicht bis in die große Zeit der Reichsstadt zurück, aber dennoch sind die Franziskanerinnen aus den letzten 140 Jahren der Stadt Nördlingen nicht mehr wegzudenken. Noch heute sind Wissen, Können und christliche Werte, die im Laufe dieser 14 Jahrzehnte im Kloster Maria Stern Kindern und Jugendlichen vermittelt wurden, spürbar. Zum anderen strahlen auch die Bildungs- und Sozialarbeit sowie die Impulse christlicher Lebensführung weit über die Stadt, über ihr gesamtes Umfeld, ja über die Riesregion hinaus und sind noch deutlich prägender und wirkungsvoller als das imposante Klostergebäude im heutigen Stadtbild.

Xaver Hönle


Gelobt seist du, mein Herr!
Durch alle, die vergeben in deiner Liebe,
die Krankheit und Trübsal ertragen.
Selig, die dulden in Frieden;
sie werden von dir, o Höchster, gekrönt.

Aus dem Sonnengesang des hl. Franziskus
1181 - 1226
Ordensgründer, Heiliger


Schulgeschichte

 

Zur Schulgeschichte von Maria Stern in Nördlingen

Außer den zahlreichen Volksschulen und den verschiedenen Schulen innerhalb der Erziehungsheime betrieb und betreibt Maria Stern eine Reihe höherer und weiterführender Schulen. Die sogenannten Schulfilialen in Nördlingen und Immenstadt, Augsburg und Göggingen haben eine bewegte Geschichte der Entstehung und der Veränderung hinsichtlich der diversen Schultypen, die nacheinander oder gleichzeitig am jeweiligen Institut bestanden.

Die Schule Maria Stern im Jahr 1968

stern1895

So waren in Nördlingen nach hundertjährigem Bestehen 1968 unter den Namen Maria Stern vereint:

  • Fachschule für Sozialpädagogik
  • Mädchenrealschule
  • Grundlehrgang für Hauswirtschaft
  • Katholische Volksschule
  • Kindergarten und Kinderhort.

Auch die größeren Filialgründungen kamen meist durch den Ruf von außen zustande.
In Nördlingen plante 1867 der damalige Stadtpfarrer und Lokalschulinspektor Michael Wildegger, der auch Reichstagsabgeordneter war, „ein Filialinstitut von Klosterfrauen", das den „Unterricht für Mädchen und eine Arbeitsschule sowie eine Kleinkinderbewahranstalt" übernähme. Damit sollten nicht nur bessere Bildungsmöglichkeiten für Mädchen geschaffen, sondern es sollte die katholische Sache im evangelischen Ries gestärkt werden. Generaloberin M. Salesia Ellersdorfer war bereit, in der Diaspora eine solche Schulfiliale zu gründen. Im selben Jahr konnte ein Anwesen mit Haus erworben werden, der Magistrat der Stadt stimmte - wenn auch sehr zögerlich - dem Vorhaben zu.

Maria Stern - Der Beginn in Nördlingen im Jahre 1868

1868 kamen die ersten Sternfrauen; ihre Tätigkeit begann unter sehr bescheidenen Umständen, doch die Zahl der Schülerinnen stieg rasch an, und schon nach etlichen Monaten suchte man ein neues Haus, in dem der Unterricht besser abzuhalten und auch ein Internat einzurichten war.

Von Anfang an wurde mehreres angestrebt: Die Schulzeit dauerte zehn Jahre, begann mit der privaten Elementarschule, an die sich die Fortbildungsschule mit auch technischen Fächern, vor allem den weiblichen Handarbeiten, anschloss; zudem wurde Unterricht in Fremdsprachen und Musik (Klavier, Zither und Gesang) erteilt. Die Ausbildung zielte zudem auf „eine gediegene bürgerliche Erziehung auf religiös-sittlicher Grundlage im vaterländischen Geiste". Schon bald musste ein Erweiterungsbau auf benachbarten Grundstücken geplant werden.

Da eine Reparatur des alten Gebäudes und ein Anbau kaum infrage kamen, empfahl sich ein völliger Neubau, für den es aber bei Behörden und Bischöflichem Ordinariat keine Zustimmung gab. So drohte die Filiale aufgelöst zu werden, bis der Augsburger Bischof Pankratius von Dinkel eingriff und die Unterstützung seitens der Kirche durchsetzte. Mit zusätzlicher Hilfe des Ludwig-Missions-Vereins und des Sternklosters war der Bau 1894/95 zu errichten, der nun einen geordneten Unterricht ohne räumliche Provisorien möglich machte; gleichwohl ergab es sich, dass Pfarrer Wildegger ein benachbartes Grundstück erwerben und der Filiale im Jahr 1900 schenken konnte, darauf entstand 1903/5 ein weiterer Trakt. Und schließlich war hieran noch bis 1909 ein letzter Teil mit Kapelle sowie Schlafräumen und Speisesaal anzubauen. Damit war der große Komplex in Formen des späten Historismus vorerst abgeschlossen.

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Die Schule Maria Stern zur Jahrhundertwende

Die Schulbehörde drängte um die Jahrhundertwende nach klarerer Definition der Lernziele und gegenseitiger Abgrenzung der hier vereinten Schultypen: Was bislang als Fortbildungsschule geführt wurde, musste der Gattung einer Höheren Töchterschule mit fünf Jahrgängen angepasst und anderen Konfessionen (evangelisch und jüdisch) geöffnet werden. Gleichzeitig reformierte man den Kindergarten gemäß der Fröbel'schen Methode und richtete parallel dazu 1906 ein Kindergärtnerinnenseminar zur modernen Ausbildung von Erzieherinnen ein. Im Zuge dieser Veränderungen und Verbesserungen der gesamten Institution, die vor allem die Oberin M. Gervasia Kächelein (1846 -1930) vorantrieb, wurde das Angebot der Elementarschule wenigstens soweit erweitert, dass sich ein fünfter Jahrgang anschloss und damit der Übertritt in die nun sogenannte Höhere Mädchenschule (mit Französisch als erster Fremdsprache) möglich war. Erst 1920 hatte die Elementarschule sämtliche acht Jahrgangsstufen.

stern1980

Der Erweiterungen war freilich kein Ende: Aus den Kursen im Maschinenschreiben als neuer Errungenschaft ging ein einjähriger Handelskurs (einschließlich Stenographie und Einführung in die Buchhaltung) hervor, der wiederum zu einer privaten kaufmännischen Schule ausgebaut wurde. Während des Ersten Weltkrieges dienten Teile des Schulgebäudes als Lazarett (die Schwestern sollen 1320 Verwundete versorgt haben).
Seit 1932 musste die Höhere Mädchenschule als Lyzeum geführt werden, 1934 wurde es schließlich als solches staatlich anerkannt. Auch die kaufmännische Schule erlebte eine Veränderung, indem sie zu einer dreijährig geführten Haustöchterschule mit einer kaufmännischen Abteilung umgewandelt wurde; außerdem richtete man einen einjährigen Handelskurs ein.

Maria Stern zur Zeit des Dritten Reichs

Die Zeit des Dritten Reichs, als die Schule etabliert war und florierte und als der Konvent etwa 35 Schwester zählte, brachte die allenthalben von christlichen Schule erlittenen Einschränkungen: hier die Auflösung von Lyzeum, Haustöchterschule und Internat zugunsten de städtischen Oberschule. Ebenso, wenn auch später, wurden der Kindergarten und das Seminar für die Ausbildung zur Kindergärtnerin der geistlichen Leitung entzogen, und die einjährige Handelsschule wurde der städtischen Berufsschule angeschlossen. Dennoch löste sich das Nördlinger Kloster nicht auf. In den Kriegsjahren war das Schulgebäude immer wieder Lazarett, in dem eine Anzahl Schwestern Dienst tat, oder Unterkunft für evakuierte norddeutsche Schüler, nach der Kapitulation war es Quartier für Besatzungssoldaten.

Schon im Dezember 1945 konnte der Betrieb der Mittelschule mit zwei Klassen wieder beginnen und bald in allen drei Jahrgängen fortgeführt werden. Die Leitung der Schule übertrug man wieder einer Sternschwester. Der Kindergarten - und mit ihm das Seminar - wurde erneut eröffnet und um eine zweite Gruppe erweitert, außerdem kam auf Ersuchen der Stadt 1950 eine Kindertagesstätte (Hort) hinzu.

Der Neubeginn nach dem Kriegsende

Neu war im selben Jahr auch ein „hauswirtschaftlicher Grundlehrgang“, in dem Mädchen nach Absolvieren der Schule Grundfertigkeiten für den Haushalt lernen konnten (bestand bis 1971; die Theorie vermittelte die allgemeine hauswirtschaftliche Berufsschule). Die Volksschule wurde wieder Bekenntnisschule. Der neue Aufschwung traf - wie überall bei Einrichtungen von Klöstern, nicht nur bei Maria Stern - auf eine sinkende Zahl von Schwestern, sodass sie nicht mehr alle Stellen besetzten.

stern-altDie Ansprüche der Zeit forderten immer mehr Änderungen und Umbauten im und am Haus: Zweibettzimmer statt Schlafsälen im Internat, eine Bühne für die Theatergruppe, weitere Räume für die nun als Realschule bezeichnete Mittelschule, eine neue Kindertagesstätte. Die Reformen der diversen Schultypen brachten außer gewandelten Inhalten auch neue Bezeichnungen; so wurde das Kindergärtnerinnenseminar seit 1968 Fachschule für Sozialpädagogik genannt und änderte den Namen abermals in Fachakademie für Sozialpädagogik, als eine entscheidende Wandlung bevorstand: Das Kloster Maria Stern sah sich gezwungen, diesen Schulzweig wegen der unzureichenden Refinanzierung aufzugeben. Nachdem das Mutterhaus die Schule zu schließen drohte und viele darum kämpften, dies zu verhindern, wurde das „Schulwerk der Diözese Augsburg“ gegründet; durch diesen Wechsel in der Trägerschaft war die Fachakademie zu retten. Maria Stern übergab 1976 - nach 70 Jahren Leitung dieses Schulzweigs - die Verantwortung für die Akademie an die Diözese.

Maria Stern ab dem Jahr 1983

Eine andere, sehr bald folgende Veränderung war noch gravierender, weil auch äußerlich sichtbar und für das Stadtbild von Nördlingen bedeutsam. 1983 wurde das gesamte Schulgebäude abgebrochen und bis 1985 durch einen Neubau ersetzt. Den Anstoß dazu gaben steigende Schülerzahlen und der Entschluss, auch Jungen in die Realschule aufzunehmen; man suchte mehr Platz zu gewinnen und insgesamt eine großzügigere Anlage zu bekommen. Zudem konnte man den Schwesternkonvent räumlich nun wieder von der Schule separieren, was seit Längerem nicht mehr der Fall gewesen war. Abbruch und Neubaupläne lösten in der Stadt große Kontroversen aus; ein Teil der Bevölkerung, auch die Denkmalpflege, opponierten dagegen - vergebens. Der Neubau, den das Schulwerk der Diözese, das St. Ulrichswerk, und das Sternkloster errichten ließen, entspricht Bauten solcher Funktion in jenen Jahren - wenngleich es zitathaft eingesetzte historische Formen gibt, die freilich vereinfacht, neu kombiniert und im Maßstab verändert sind - und wurde daher zwangsläufig zu einem massiven Eingriff in das alte Gefüge der Innenstadt und in die vertraute historische Formensprache. Der neue Bau wurde am 30. Oktober 1987 eingeweiht.

 

Quelle: Christoph Bellot: „Die Filialen des Klosters Maria Stern“ in Band 1 „Von Gottes Stern geführt – 750 Jahre Franziskanerinnen von Maria Stern in Augsburg – Geschichte und Gegenwart, S. 231 ff"


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Aus dem Sonnengesang des hl. Franziskus
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Ordensgründer, Heiliger


Krippen Maria Stern

Die Krippen von Maria Stern in Nördlingen

 

Neigung und Begabung -
Voraussetzungen für den Krippenbau

krippe-mose1Ob Krippen gepflegt oder vernachlässigt werden, ist in hohem Maße abhängig von Personen. Nicht jeder hat die Begabung zum Krippenbau, nicht jeder fühlt eine entsprechende Neigung. Keine Zeit zu haben ist oft nur eine Ausrede, selbst wenn man wohl einräumen muss, dass auch hinter Klostermauern Zeiten der Muße und Kontemplation zwangsläufig knapper geworden sind. Aber wer die Gabe besitzt, durch die anschauliche Gestaltung der biblischen Szenen anderen Menschen Freude zu bereiten, dem wird bei diesem heiligen Spiel auch selbst Freude und Befriedigung geschenkt.

Die Tradition pflegen

krippe-davidDabei erschöpft sich Krippentradition nicht in der alljährlichen Aufstellung immer derselben Krippe. „Tradition heißt nicht, die Asche bewahren, sondern das Feuer weitertragen." Soll eine Krippe mit Leben erfüllt sein, so ist das, wie im Leben überhaupt, immer mit Veränderung ver­bunden. Die „Sternkrippe" ist dafür das beste Beispiel. Freilich spiegeln sich in der heutigen verkleinerten Aufstellungsform und in der notwendig gewordenen Rückführung der Wasserburger Wiegelkrippe auch ein gewisser Niedergang der einstigen Krippenkultur und darüber hinaus ein schmerzlicher Strukturwandel in der klösterlichen und der religiösen Kultur überhaupt. Und doch darf nicht übersehen werden, dass sich neues Krippenleben regt. Dies nicht so sehr als eine ganze Gesellschaftsgruppen erfassende Strömung, sondern vielmehr als das Bedürfnis einzelner, sich mit dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes auf eine individuelle, innige und augenfällige Weise auseinanderzusetzen und an der daraus erwachsenden Freude auch andere teilhaben zu lassen.

Die Jahreskrippe der Sternschwestern in Nördlingen

krippe-emausEs ist deshalb ein Glücksfall, dass sich im Nördlinger Filialkloster Maria Stern zwei Schwestern zusammengefunden haben, die in sich ergänzender Einmütigkeit eine Jahreskrippe geschaffen haben und diese ständig betreuen. Die Grundbegriffe im Krippenbau konnten sich die beiden an der Fachakademie für Sozialpädagogik tätig gewesenen Schwestern in mehreren Krippenbaukursen aneignen. Den Rest besorgen Geschick, Einfallsreichtum und jenes Maß an spielerischer Leichtigkeit, das jedem künstlerischen Schaffen innewohnt.

Beim Neubau des Klosters 1983 regte die eine der beiden Schwestern, M. Norbertine Leutenmayr, an, im Bereich der Hauskapelle einen knapp zwei Quadratmeter großen Raum für eine Jahreskrippe vorzusehen, was dann geschah. Schwester M. Sigrid Ritzer stellte die bekleideten beweglichen Figuren her. Wenn die Physiognomie der Kunststoffrohlinge nicht ihren Vorstellungen entspricht, wird geschickt nachgearbeitet. Schwester M. Norbertine ist für die Technik und das Arrangieren der Figuren zuständig. Aus dem Brixener Kloster wurde eigens Schwester Regina Kugler ausgeliehen, um die erforderlichen Kulissen und die auswechselbaren Rundhorizonte zu malen.
Seit Juli 1984 wurden so über 200 verschiedene Szenen gestaltet, wobei die Schwestern Wert darauf legen, niemals zu wiederholen. Das aber erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit der Bibel.

Pro Jahr zeigt die Jahreskrippe zehn verschiedene Aufstellungen, Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, aber auch aus der Franziskuslegende. 300 Figuren stehen für die Gestaltung mittlerweile zur Verfügung.

Die Weihnachtskrippe der Sternschwestern in Nördlingen

krippe-stern1Dieses Wissen kommt auch einer weiteren detailreichen Krippe zugute, die von den beiden Schwestern über Jahre hinweg im Schulzentrum gestaltet und betreut wurde und die zwischenzeitlich im Wintergarten des Klosters ihren Platz gefunden hat.

Dazu haben sie ein vierzigseitiges Heft aufgelegt, in dem die tiefere Bedeutungen der in der Krippe vorkommenden Symbolträger erläutert werden.

Als Motto für ihre Arbeit haben sie den Satz von Huizinga gewählt: "Kein Ding ist zu niedrig, das Höchste zu bedeuten und auf seine Verherrlichung hinzuuweisen."

Quelle: Peter Riolini: „Krippe und Krippen von Maria Stern in Augsburg“ im Band 2 „Von Gottes Stern geführt – 750 Jahre Franziskanerinnen von Maria Stern in Augsburg – Kunst und Kultur, S. 252 ff“


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Durch alle, die vergeben in deiner Liebe,
die Krankheit und Trübsal ertragen.
Selig, die dulden in Frieden;
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Aus dem Sonnengesang des hl. Franziskus
1181 - 1226
Ordensgründer, Heiliger


Symbolik Krippe

Die Krippen von Maria Stern in Nördlingen:

Jahreskrippe und Weihnachtskrippe

 

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Weihnachtskrippen erfreuen sich in den letzten Jahren einer steigenden Beliebtheit. Krippenbaukurse, Krippenausstellungen, Krippenwege – wie in Nördlingen. Die Krippe boomt, könnte man sagen. Doch so eine Weihnachtskrippe ist nicht einfach nur schön anzusehen, in den Figuren steckt eine reiche Symbolik.

Die Heilige Familie

krippe-stern2Die kleinste Figur und doch der Mittelpunkt jeder Weihnachtskrippe ist das göttliche Kind. „Gott ist Mensch geworden.“ Der Engel verkündet „dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben.“ Das Kind liegt auf einem weißen Linnen (vergleichbar der Corporale bei der Heiligen Messe) in einem gemauerten Futtertrog ( … ihr werdet ein Kind finden, das in einer Krippe liegt….). Gebettet ist es auf Heu, ein Zeichen für Vergänglichkeit und Weltlust, und auf Stroh. Stroh, das damals in Palästina zwar für den Gebrauch im Stall unbekannt war, aber die Armut symbolisiert und als Brotgetreide auch an die Eucharistie erinnert.
Maria, die Mutter Jesu, wird in der Ostkirche und in sehr frühen Darstellungen meist auf ihrem Umhang liegend dargestellt oder anbetend vor dem Kind. In vielen Krippen sitzt sie und beugt sich liebevoll über ihr Kind. In stehender Haltung findet man sie kaum. Sie trägt ein rotes Untergewand als Zeichen der Liebe, einen blauen Umhang oder Mantel, die Farbe der Treue, die Farbe für Christus und Zeichen der Himmelsmutter. Das weiße Kopftuch oder der Schleier ist das Zeichen der Jungfrau, der Reinheit. Ihr Standplatz ist auf der Evangelienseite, bei den Hirten, vom Betrachter aus links.
Josef, Marias Mann, war ein Nachkomme König Davids und von Beruf Zimmermann. Er wird meistens als alter Mann dargestellt um anzudeuten, dass er nicht der leibliche Vater des Jesuskindes ist, sondern nur der Pflegevater. Auch die Legende deutet darauf hin, dass Josef ein alter Mann war. Er trägt in vielen Krippen ein violettes Untergewand, fürstliche Kleidung als Hinweis auf seine königliche Abstammung, und einen (gelben) Umhang oder Mantel. Früher nannte man Adoptivkinder auch Mantelkinder. In der Hand hält er einen Stab oder eine Laterne als Hüter des ewigen Lichtes Jesus. Er steht auf der Epistelseite, vom Betrachter aus rechts.

Die Engel

Engel, die Boten Gottes. Nach dem Propheten Jesaja tragen die unmittelbar bei Gott stehenden Wesen Flügel. Diese Flügel symbolisieren das Überirdische, dazu kommen übertriebene Größenverhältnisse. In der Krippe treten sie auf über dem Hirtenfeld als Verkündigungsengel, als Gloria-Engel über dem Stall, als das Kind anbetende oder den Stall umfliegende Wesen. Beeinflusst von Tiroler Krippen gibt es in Schwaben Gloriolen über dem Stall, in denen Gott Vater und die Heilig-Geist-Taube mit Engeln dargestellt sind, als Hinweis, dass das Werk der Erlösung vom dreifaltigen Gott ausgeht.

Die Hirten

krippe-hirtenDie Hirten sind die ersten Verkünder der Weihnachtsfreude. Der Krippenbauer sieht in der Hirtengeschichte sich selbst. Bereits jetzt verkörpern die Hirten das Motiv des guten Hirten. Die Weihnachtskrippe zeigt sie als Hüter bei den Schafen oder bei der Anbetung des Kindes. Hier treten sie ursprünglich als die drei Erzhirten in den drei Lebensaltern auf, der ergraute, alte Hirte, der zweite bärtige Hirte in bestem Mannesalter und ein Hirtenjunge. Ihr Beiwerk sind Stöcke, Hüte und Taschen. Sie bringen dem Kind Geschenke mit, auch wenn dies nicht im Evangelium steht. Typisch sind ein Lamm (Lamm Gottes, Guter Hirte), Äpfel (Sündenfall-Erlösung), Eier (Symbol neuen Lebens und der Auferstehung), Brot (Jesus ist das Brot des Lebens), Leinwand (Windeln und Grabtücher), sowie Holz. Holz zum Feuermachen, zum wärmen, aber auch schon als Hinweis auf den Tod Jesu am Holz des Kreuzes.

Die Heiligen Drei Könige

krippe-koenigeDie frommen Magier, von denen das Matthäusevangelium berichtet, waren wahrscheinlich Astronomen oder Astrologen aus Persien. Die Dreierzahl ist auf die drei Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe zurückzuführen. Weil die drei Magier am Königshof des Herodes verkehrten und königliche Geschenke machten, werden sie als Könige tituliert. Im 9. Jahrhundert nennt man ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Die drei Männer repräsentieren die ganze damals bekannte Welt, der greise Melchior steht für Europa, er schenkt Gold als Zeichen für das All, die Macht, den Reichtum und die Ewigkeit. Balthasar, ein Mann im mittleren Lebensalter, gilt als Vertreter des Morgenlandes. Sein Geschenk, Weihrauch, ist Ausdruck von Gottesnähe und Menschlichkeit. Caspar ist der Jüngste, seine dunkle Hautfarbe weist ihn als Äthiopier, und somit als Vertreter Afrikas aus. Er schenkt Myrrhe, sie steht für Andacht und ist Zeichen der Passion.

Ochs und Esel

Neben den zahlreichen Personen dürfen diese beiden Tiere in keiner Krippe fehlen. Ochs und Esel sind laut dem Kirchenvater Origines (185 bis 253 n. Chr.) die Symboltiere des Messias. Sie sind seit dem 3. und 4. Jahrhundert auf allen Geburtsdarstellungen zu finden, dabei gilt der Ochse als Sinnbild der gezähmten Kraft, der Beständigkeit und des befreiten Willen. Der Esel (meist eine Eselin) ist Sinnbild für Anhänglichkeit und Vorsicht, Duldsamkeit und Ausdauer.

Text und Bilder: Gabriele Neumeyer
Rieser Nachrichten vom 24.12.2008, S.31


Der du die Welt geschaffen hast,
kommst Jahr um Jahr,
wirst unser Gast.
Und Jahr um Jahr heißt's überall:
für uns das Haus -
für ihn der Stall.

Rudolf Alexander Schröder
1878 - 1962
dt. Schriftsteller, Architekt, Maler