Kirchenschiff

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Die Gestalt des heutigen Gotteshauses ist das Ergebnis vieler Eingriffe in Bausubstanz und Ausstattung.

Um 1750 wurde die Kirche barockisiert. Weitere Renovierungen erfolgten 1932, 1954 und 1979/80.

Die Kanzel vorne rechts im Langhaus ist ein polygoner Korpus mit Ecksäulen aus dem Jahre 1760, sie wurde 1848 aus alten Resten neu aufgebaut.

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Gegenüber an der linken Seitenwand hängt ein schönes und wertvolles gotisches Kreuz aus dem 13. Jahrhundert. Der Heiland hat ganz gerade ausgestreckte Arme. Das Kreuz und der Totenkopf zu Füßen des Gekreuzigten sind spätere Ergänzungen. Bis zum Jahre 1842, als das Kreuzrippengewölbe beseitigt wurde, hing es am Aufgang zum Chorraum.

Auf einem weiteren großen Bild an der linken Seitenwand steht der gefangene Jesus vor Herodes.

Die  Kreuzwegbilder zu beiden Seiten des Kirchenschiffes wurden um 1960 angebracht.

Im Jahre 1994 wurde eine neue zweimanualige Orgel eingeweiht.


Deckengemälde

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Die heute durchgängig flache Decke trägt in Chor und Langhaus z. T. wertvolle Fresken. Die prächtigen Freskenbilder (1750 - 1760) an der Decke im Langhaus und an der unteren Empore sind ebenso Arbeiten des Neresheimer Meisters Johann Michael Zink wie das Altarbild des Hochaltars, welches den Schutzheiligen der Kirche zeigt.

 

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Auf dem großen Bild im Langhaus stellt die Himmelfahrt und Krönung Mariens den Mittelpunkt dar. Die Gottesmutter, umgeben von vielen Engeln, von Jesus mit dem Kreuz, von der Weltkugel und mit der besiegten Schlange zu ihren Füßen bekommt soeben vom dreifaltigen Gott die Krone aufs Haupt gesetzt.

Auf dem hinteren, runden Bild im Emporenbereich wird die Geburt Jesu erzählt. Zu erkennen sind in der Mitte Maria und Josef mit dem Jesuskind, Hirten, Schafe, viele Engel, Ochs und Esel. Dieses Bild ist signiert mit: »M. ZINK PINX«.

Die beiden Deckengemälde im Chorbereich sind jüngeren Datums. Auf dem vorderen Bild sieht der Betrachter die »Auferstehung Jesu«, den siegreichen Jesus, erschreckte Soldaten und Engel mit der Grabplatte. Dieses Bild wurde im Jahre 1954 von Magnus Hotter ganz neu gefertigt, nachdem die Decke in diesem Bereich erneuert werden musste. Ursprünglich zierte diese Stelle der Decke ein Bild von der Taufe Jesu.

Das zweite Chordeckengemälde wurde vom M. Hotter im selben Jahr aus alten Bildresten ergänzt. Dargestellt ist die Anbetung des Lammes.

 

Emporen

An beiden Emporen befinden sich insgesamt 22 Medaillons mit Abbildungen von Aposteln, Evangelisten und Heiligen in Freskentechnik bzw. Ölmalerei.

 

Literatur: Alois Gail: "Die Pfarrkirche und Pfarrgemeinde St. Martin" in "Deiningen inmitten des Rieses", S.293 ff


Vergib mir, dass ich so gern schweige,
wenn von einem göttlichen Wesen die Rede ist.
Die Leute traktieren Gott,
als wäre das unbegreifliche, gar nicht auszudenkende Wesen
nicht viel mehr als ihresgleichen.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832
deut. Dichter