Die Kirche St. Michael nach der Renovierung von 1975

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Die Kirche St. Michael in Hohlheim ist romanisch im Langhaus und frühgotisch im Chor und Chorturm

Von der späteren Gesamtausstattung von 1871, die ein durchgehendes Design im historischen Stil der Neugotik hatte, sind noch der Heilige Michael und der Pfarrei-Patron Johannes übrig geblieben.

Neu hinzugekommen sind 1974 ein siebenarmiger Leuchter, Tabernakel, Ambo und Vortragskreuz von Hans Lindner aus Ottmaring, einem Freund des Architekten Hans Gebauer, auch aus Ottmaring. Er fertigte auch den Altaraufsatz mit Heiligen des Alten Testaments (Eva, Abraham und Johannes d.T.), sowie des Neuen Testamentes (Afra, Ulrich und Petrus). Sie umrahmen die Mutter Gottes „von der immerwährenden Hilfe".

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Fromme Spenden bescherten der Gemeinde in der Folgezeit die Nachbildung einer mainfränkischen Madonna und einen Heiligen Josef als Handwerker. Teppich, Altarbogen, Kelche und prächtige Messgewänder zeigen, wie sehr die Holheimer mit ihrer Kirche verbunden sind.

Die Truhenorgel mit fünf Registern im Chorraum schuf 1977 Rudolf Kubak aus Augsburg ganz für die Holheimer Bedürfnisse.

Im hinteren Bereich befindet sich die ursprüngliche Orgel, die nach der letzten Renovierung in der Spitalkirche ihren Platz fand und dann wieder nach Holheim zurückkam. So gibt es nun zwei Orgeln in der Kirche.

Ein Kirchlein zum Beten, Wohlfühlen und Still-Werden, voller künstlerischer Reize und mystischer Stimmung, ist das Holheimer Gotteshaus. Deshalb kommen die Leute hierher: Eltern, die ihre Kinder taufen lassen wollen ebenso wie regelmäßige Besucher, die den Raum liebgewonnen haben.


Symbolik der Holheimer Kirche St. Michael

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Im Chorraum deuten die aufgefundenen Fresken den Kirchenraum als Ort des Heiles. Eine sehr frühe Schutzmantelmadonna bezeichnet die Asyl-Funktion der Kirche im religiösen und weltlichen Sinn. Der Christus an der Geiselsäule stellt Jesus als wahres Osterlamm vor.

Die Anbetung der Könige führt den Weltanspruch der Kirche und des christlichen Staates vor Augen, der in den Kreuzzügen offenbar geworden ist.

Johannes d.T. weist auf die neuen Besitzer der Kirche nach 1328 hin und der hl. Michael zeigt den Kirchenpatron.

In den vier Kreuzrippen sind die vier Paradiesströme symbolisch dargestellt, die vom Schlussstein, dem Baum des Lebens, ausgehen. Übertragen bedeutet dies, dass der Himmel auf Erden vom Heiligen Meßopfer ausgeht, das der Priester im Chorraum feiert.

Die Zweige des Lebensbaumes breiten sich über die ganze Chordecke, die Sterne deuten das Himmelszelt an, will sagen: im Chorraum senkt sich der Himmel auf das Dorf herab.

Die Segenskreuze im unteren Bereich bannen das Böse und senden das Heil in alle Richtungen des Dorfes.

Literatur: A. Feil: Die Kirche St. Michael in Holheim


Unternimm nie etwas,
wozu du nicht das Herz hast,
dir den Segen des Himmels zu erbitten.

Georg Christoph Lichtenberg, 1742 - 1799
deut. Schriftsteller