1381: Hostienwunder
1422: Einweihung der Karmelitenkirche

1825: Rückgabe an die neugegründete katholische Pfarrgemeinde
1829: Einweihung der Pfarrkirche


Hostienwunder

hostienwunder

Die Salvatorkirche verdankt ihre Entstehung der tiefen Eucharistieverehrung und Wundergläubigkeit des Spätmittelalters. Sie hat ihren Ursprung im ,,Hostienwunder" von 1381, das der Chronist wie folgt beschreibt:

Als der Priester einem Kranken, der die Sterbesakramente erbeten hatte, die Heilige Kommunion reichen wollte, gab der Fußboden unter dem Gewicht der zahlreich versammelten Personen nach und stürzte in den Keller. Trotz intensiver Suche blieb eine konsekrierte Hostie unauffindbar. Um sie nicht zu entehren, verbrannte man die Trümmer und fand zum allgemeinen Erstaunen die Hostie in der Asche ",ganz klar, lauter und unversehrt"wieder.

 

Klostergründung

Salvatorkirche

In dieser Begebenheit, die in zwei Gemälden an der Nordwand des Chores dargestellt ist - auf einem HolztafeIbild von 1460 sowie auf der Rückwand desehemaligen Altarschreins von Sebastian Daig aus dem Jahre 1518 - sah der Rat der Stadt ein Zeichen des Himmels und ließ deshalb an besagter Stelle eine Kapelle "Corporis Christi" (Leib Christi) erbauen, im Volksmund ",Zu unserem Herrgott", auf lateinisch "Salvator" (Erlöser) genannt. Zahlreiche Gebetserhörungen und Heilungen ließen den Strom der Pilger aus nah und fern stark wachsen.

Die Gründung eines Klosters im Jahre 1401 durch den Orden ,,Unserer lieben Frauen Brüder vom Berge Karmel" belebte die Wallfahrt zusätzlich. Die Kapelle wurde zu klein und musste der heutigen Salvatorkirche weichen, deren Einweihung im Jahre 1422 erfolgte. Über 100 Jahre wirkte das Kloster weit über die Grenzen der Stadt Nördlingen hinaus zum Segen der Menschen in dieser Gegend und erwarb sich bei der Bevölkerung durch seinen selbstlosen Dienst Anerkennung, Achtung und Wertschätzung.

Niedergang

In der Zeit der Reformation wandten sich die Karmeliten unter ihrem Prior Kaspar Kantz der neuen evangelischen Glaubenslehre zu und übergaben das Kloster schließlich der Stadt.

Während der Napoleonischen Kriege diente das Gotteshaus militärischen Zwecken. Gestühl, Kanzel und Empore wurden verheizt, der Altar ruiniert und die Figuren zum Teil verschleudert.

 

Neuanfang

1825 überließ die Stadt die Salvatorkirche der neugegründeten katholischen Gemeinde, die durch das Einziehen von zwei Pfeilerreihen das ursprüngliche Langhaus der Kirche zu einem dreischiffigen Bau umgestaltete. Für den Chorraum erwarb man im Kunsthandel den wertvollen gotischen Flügelaltar, der 1497 für die St. Michaelskirche in Fürth gestiftet worden war. Im Juni 1829 wurde das Gotteshaus wieder eingeweiht.

 


Man kann das Leben nur rückwärts verstehen,
aber man muss es vorwärts leben.

Sören Kierkegaard (1813 - 1855),
dänischer Theologe und Philosoph