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Im Nachfolgenden finden Sie eine Auflistung unserer Kirchen. Diese Sammlung ist noch nicht vollständig und wird weiterhin erweitert. Auf den ersten Blick sind einige Hauptinformationen zu finden, wenn Sie weitere Informationen zu den Kirchen möchten, laden Sie sich gerne den aktuellen Kirchenführer herunter.

St. Salvator, Nördlingen

Geschichte

Der Bau der Nördlinger Salvatorkirche geht auf das sogenannte „Hostienwunder“ vom 17. April 1381 zurück. Eine ehemals in der Kirche aufgehängte Tafel beschrieb dieses Ereignis wie folgt: „[…] als man zählt nach Christi Geburt der Jahren 1381 ist ein wunderbarlich Zeichen durch Gottesverhängnis hier zu Nördlingen beschehen […]. Dann zu der Zeit war ein Mann genannt Ulrich Meyinger auf der Hofstett, da nun jetztunder unsers Herrn Altar stehet, mit Hauß gesessen, den man in seiner Kranckheit nach Christlicher Ordnung das H. Sacrament reichen und geben wollt, und als der Priester vor demselben Krancken stund ihm das Sacrament darbot, an derselbigen statt war unter ihnen ein Keller, dessen büne und Gewölb unter dem Priester und allem Volck gegenwärtig einfiel und niederging. Daselbsten war das Sacrament verschüttet und verlohren; dass man mit der Prozession und aller Priesterschafft, samt dem Rath und gantzer Gemeind der Stadt Nördlingen das verschütt und verlohren Sacrament mit fleissiger Andacht und großer Arbeit gesucht und bis auf dem Stuck, das darvon kommen, nichst gefunden war. Und als man das einig Stuck nicht finden könnt noch möchte, war gemacht ein Feuer von Stroh und Holtz, allda und an derselben Stätt alles gewelb und Erdreich zu Aschen verbrennt, allererst fand man das einig Stuck des H. Sacraments […] so gantz klar, lauter und unversehrt, wie es der Priester allererst aus der Büchsen genommen hatte. […].[1]

Dieses wundersame Ereignis veranlasste den Rat der Stadt Nördlingen 1385 zur Errichtung einer Kapelle. Doch der stetig anschwellende Zustrom von Pilgern machte bald den Bau einer größeren Wallfahrtskirche notwendig. Für die Betreuung der Gläubigen bewilligte Papst Bonifatius IX. am 5. Januar 1401 die Gründung eines Karmeliterklosters mit einem Prior und 30 Mönchen. Am 19. November 1422 wurde die Kirche mit fünf Altären vom Augsburger Weihbischof Wilhelm zu Ehren des „Weltheilands Jesus Christus“ (St. Salvator) geweiht.

Da die Nördlinger Karmeliten der reformatorischen Lehre offen gegenüberstanden, wurden die Klostergebäude im Jahr 1562 nach nur 140-jährigem Bestehen durch den letzten Prior Castulus Leitz an die inzwischen protestantisch gewordene Stadt Nördlingen übergeben. Im verlassenen Kloster wohnte fortan ein reformierter Geistlicher, der sogenannte Kloster- oder Vesperprediger. Die reiche bauzeitliche Ausstattung überdauerte mehr als 250 Jahre an Ort und Stelle, bis ein Großteil der hölzernen Ausstattungsstücke während der napoleonischen Kriege von im Kloster einquartierten österreichischen Soldaten verbrannt wurde.

Nachdem Nördlingen 1802 bayerisch geworden war und 1803 das bayerische Toleranzedikt die freie Religionsausübung ermöglichte, entstand allmählich wieder eine katholische Gemeinde in Nördlingen. So erfolgte bis zum Jahr 1834 die schrittweise Formierung einer katholischen Pfarrei, der auf Fürsprache König Ludwigs I. 1826 die verwahrloste Karmeliterkirche überlassen worden war. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten und einer Neuausstattung im Stil der Neogotik konnte sie 1829 vom Augsburger Bischof Ignatz Albert von Riegg neu geweiht werden.

Rundgang außen

Die Salvatorkirche zeigt sich in der Tradition der Bettelordenskirchen als schlichter Bau ohne Turm. Im Dachreiter der Herrgottskirche befinden sich zwei Glocken. Die ältere der beiden stammt aus dem Jahr 1670 (Inschrift: DVRCHS FEVER BIN ICH GEFLOSEN MAISTER IOBST ROTH IN KÖNIGSBRON HAT MICH GEGOSSEN ANNO 1670). Die kleinere Glocke wurde 1935 von Heinrich Kurtz in Stuttgart gegossen. Sie musste zwar 1941 zu Kriegszwecken abgeliefert werden, blieb allerdings vom Einschmelzen verschont und kehrte unbeschadet nach Nördlingen zurück. Ihre lateinische Inschrift bedeutet übersetzt: Erlöser der Welt, erlöse uns und unsere Bürgerschaft.

Das schlichte Kirchengebäude, das wie viele andere im Ries aus Suevitquadern erbaut wurde, wird nur durch seine schlanken Maßwerkfenster und Strebepfeiler am Chor gegliedert. Die einzelnen gelben Sandsteinquader gehen ebenso wie das sandsteinerne Maßwerk der Fenster auf die Renovierung im 19. Jahrhundert zurück.

Am nordöstlichen Strebepfeiler befindet sich ein steinernes Bildnis Christi als Kreuzträger. Seit 1994 ist jedoch nur noch die Kopie am Außenbau der Kirche zu sehen. Das Original aus der Zeit um 1420, an dessen Konsole das Wappen der Donauwörther Familie Cramer zu sehen ist, befindet sich seitdem im Kreuzgang des ehemaligen Klosterkomplexes.

Die Westfassade der Kirche wird von einem mächtigen Figurenportal dominiert. Im Tympanon thront Christus auf einem Regenbogen. Er präsentiert die Wundmale an seinen Händen sowie seine Seitenwunde. Zwei Engel halten die Leidenswerkzeuge in ihren Händen. An den Enden des Regenbogens knien betend Maria und Johannes der Täufer. Diese himmlische Szene wird durch ein Wolkenband vom Jüngsten Gericht getrennt, das darunter dargestellt ist. In der Mitte stehen die Toten aus ihren Gräbern auf. Engel scheiden die Auferstandenen in Selige und Verdammte. Die Seligen werden zum Paradies geleitet, das zur Rechten Gottes dargestellt ist. Petrus steht mit seinen Schlüsseln an der Paradiespforte, über der ein Engel bereits auf die Erlösten wartet. Die Verdammten werden derweil von Dämonen in die Hölle gezerrt, die als geöffnetes Drachenmaul dargestellt ist.

Zu beiden Seiten des Tympanons sitzen Propheten in den Archivolten, die deutliche Reste einer früheren Farbfassung erkennen lassen. Der Türsturz und der Trumeaupfeiler zwischen den beiden hölzernen Türen wurden nachträglich in Kalkstein erneuert. Das Portal ist stark verwittert, zudem weisen Fugen und Bruchstellen zwischen den Steinen im Tympanon auf spätere Veränderungen hin.

Das nicht mehr genutzte Nordportal der Kirche ist dagegen weitgehend schmucklos: Die erhaltenen Steinmetzarbeiten beschränken sich auf Gewändesäulen und zwei Konsolen, die Personen in unterschiedlichen Lebensaltern zeigen.

Kirchenschiff

Wer die Kirche durch das Hauptportal betritt, findet sich zunächst in einem von der Empore überfangenen Zwischenraum mit zwei abgetrennten Nebenräumen wieder, der durch drei verglaste, spitzbogige Arkaden mit dem Kirchenschiff verbunden ist. Das Schiff selbst präsentiert sich als dreischiffige Staffelhalle mit flacher Holzdecke. Die spitzbogigen Pfeilerarkaden aus Holz wurden allerdings erst bei der Renovierung zwischen 1826 und 1829 eingezogen. Im Mittelalter war die Kirche einschiffig.

Auch die Westempore mit ihrer sandsteinernen Maßwerkbrüstung ist eine Zugabe des 19. Jahrhunderts. Auf ihr thront die Orgel der Gebrüder Sieber aus Holzkirchen (opus 29). Sie stammt aus dem Jahr 1889 und zählte ursprünglich 22 Register auf zwei Manualen. Im Jahr 2012 wurde sie um 6 Register auf ihre heutige Größe von über 1500 Pfeifen erweitert.

Neben der Orgel ist eine Darstellung der Laurentiusmarter aus der Zeit um 1700 aufgehängt. Unterhalb der Emporenbrüstung stehen auf zwei Halbsäulen die Hll. Rochus und Sebastian.

Auch an den Pfeilern der Arkaden des Langhauses sind weitere Heiligenfiguren auf Halbsäulen aufgestellt. Die Hll. Wolfgang und Georg auf der Südseite sowie die Hll. Sixtus und Scholastika auf der Nordseite stammen aus dem Spätmittelalter und waren vermutlich Teil des früheren Hochaltars der Karmeliterkirche. Die übrigen Heiligen, Ulrich und Aloisius im Süden sowie Afra und Elisabeth im Norden, waren einst Teil der 1954 entfernten neugotischen Seitenaltäre.

Die Nische eines früheren, heute vermauerten Durchgangs vom Kirchenschiff zum Kreuzgang des Klosters birgt ein sogenanntes Vesperbild (Pietà): Maria mit dem Leichnam Chirsti.

Gegenüber auf der Nordseite ist oberhalb des ehemaligen Nordportals ein Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert angebracht. Es bekrönte vermutlich ehemals den spätmittelalterlichen Lettner (eine bauliche Abgrenzung des Chorraums vom Kirchenschiff).

Von den ursprünglich großflächigen spätmittelalterlichen Wandmalereien sind im Kirchenschiff nur noch einige Fragmente erhalten. An der Südseite des Langhauses sind Überreste einer Passionsbilderfolge zu sehen, die dem Nördlinger Meister Berthold zugeschrieben werden. Sie zeigen von links nach rechts eine Ölbergszene, die Geißelung Christi sowie seine Dornenkrönung, nur teilweise freigelegt sind Kreuzigung und Beweinung. Ein weiteres Bildfeld rechts der Passion lässt keinen genauen Inhalt mehr erkennen.

Der heutige Marienaltar wurde 1954 nach einem Entwurf Ernst Steinackers aus Wemding gestaltet. Der Altartisch besteht aus Suevitquadern und trägt eine rote Predella, in die fünf Reliefs aus dem 15. Jahrhundert eingelassen sind. Diese in Silber und Gold gefassten Darstellungen aus Lindenholz zeigen von links die Beschneidung des Christusknaben, den zwölfjährigen Jesus im Tempel sowie Kreuzigung, Gefangennahme am Ölberg und Beweinung. Diese Kunstwerke stammen vermutlich aus einem der mittelalterlichen Seitenaltäre der Karmeliterkirche und wurden von 1827 bis 1952 als Füllungen für den Kanzelkorb verwendet. Über dem Altar befindet sich eine 1954 aus dem Kunsthandel erworbene, lebensgroße Mondsichelmadonna mit Christuskind, die aus der Zeit um 1520 stammt.

Der analog zum Marienaltar gestaltete Josefsaltar stammt ebenfalls aus dem Jahr 1954. Die rote Predella trägt fünf Reliefs aus dieser Zeit. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des Hl. Josef, die jedoch nicht alle biblisch überliefert sind, v. li.: Herbergssuche, Vermählung mit Maria, Josef mit Jesusknaben bei der Zimmermannsarbeit (Maria lesend im Haus), Beweinung Christi, Flucht nach Ägypten. Sie stammen aus der Hand von Ernst Steinacker. Den Mittelpunkt des Altars bildet eine spätmittelalterliche Darstellung des Hl. Josef. Zu seiner Rechten ist der Augsburger Bistumspatron Ulrich dargestellt, zu seiner Linken der Hl. Laurentius.

Durch die Einbeziehung eines Jochs des alten Kreuzgangs wurde 1928 an der Südseite des Kirchenschiffs die sogenannte Kriegergedächtniskapelle geschaffen, durch die man in die ebenfalls im Kreuzgang gelegene neue Sakristei gelangen kann. Der Bildhauer Ludwig Fuchs aus Wemding schuf für diese Kapelle einen Altar, der an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert. Die vier Szenen auf dem Altar zeigen den Abschied eines Soldaten aus seiner Heimat, eine Gefechtsszene, das kameradschaftliche Tragen eines Verwundeten und einen aus den Wolken hervortretenden Engel, der die Gefallenen segnet. In der Mitte steht der segnende Christus.

Der Kreuzweg aus dem Jahr 1957, dessen Stationen über die Außenwände des Langhauses verteilt sind, stammt aus der Hand des Donauwörther Künstlers Hans Lanninger.

Am Chorbogen, dem Übergang vom Langhaus zum Chorraum, ist die neugotische Kanzel aus dem Jahr 1828 angebracht. Die zugehörige Wendeltreppe wurde erst 1886 ergänzt und der ehemalige Schalldeckel schon in den 1950er-Jahren wieder entfernt. Die Füllungen am Kanzelkorb schuf 1955 der Nördlinger Kunsterzieher Josef Stühler. Sie zeigen die vier Evangelisten sowie die Hl.-Geist-Taube.

Chorraum

Der dreijochige Chorraum mit Dreiachtelschluss wird von einem bemalten Kreuzrippengewölbe überspannt. Hervorzuheben sind die hochwertigen Gewölbeschlusssteine. Sie zeigen von Osten die Dreifaltigkeitsdarstellung des Gnadenstuhls, den Adler des Evangelisten Johannes, eine Schutzmantelmadonna, den Engel des Evangelisten Matthäus, eine Kreuzigungsgruppe mit Darstellung des Kreuzes als Lebensbaum, die Hl.-Geist-Taube und den auferstandenen Christus, der seine Wundmale präsentiert.

Am nördlichen Chorschluss befindet sich eine mit der Zahl 1510 überschriebene Sakramentsnische, in der südlichen Chorwand eine spitzbogige Sitznische mit Maßwerkblenden, daneben ein zugesetztes Portal mit Schulterbogen. Darin steht der ehemalige Taufstein, der um 1954 unter Verwendung älterer Teile geschaffen wurde.

Zeugen der großflächigen, mittelalterlichen Wandbemalung im Chor sind der Hl. Christopherus an der Nordwand sowie eine Golgotha-Szene an der Südwand.

An der Nordseite des Chorraums hängen zwei Tafelgemälde, die beide das Hostienwunder von 1381 darstellen. Das Untere der beiden Bilder stammt aus der Zeit um 1460/70. Es handelt sich dabei offensichtlich um die zusammengefügten Außenseiten zweier Altarflügel eines ehemaligen Altars der Karmeliterkirche. Der Maler ist nicht bekannt, kann aber wohl dem Umkreis von Friedrich Herlin zugeordnet werden. Das Hostienwunder wird in vier Szenen erzählt: zuerst spendet der Priester dem Kranken die Kommunion, dann stürzen die Versammelten in den Keller, wobei die konsekrierten Hostien zerstreut werden. Die dritte Szene zeigt die verlorene Hostie wundersamerweise unversehrt im lodernden Feuer, in der vierten Szene darunter wird diese Hostie feierlich in einem Ziborium in eine Kapelle gebracht. Das Gemälde zeichnet sich unter anderem durch die detailreiche Darstellung des spätmittelalterlichen Alltagslebens aus.

Das darüber hängende Tafelgemälde stammt aus der Hand des Malers Sebastian Taig. Die vier Tafeln bildeten einst die Rückseite des größtenteils verschollenen Hochaltars der Karmeliterkirche aus dem Jahr 1518, der auch Taigaltar genannt wird. Die beiden Tafeln von 1460/70 dürften Taig als Vorlage gedient haben. Er verzichtet jedoch auf die detailgetreue Darstellung von Personen und Örtlichkeit, stattdessen lenkt er den Blick auf das Geschehen selbst. Nachdem die Bildtafeln 1805 unter ungeklärten Umständen verloren gegangen waren, fanden sie sich 1861 in schlechtem Zustand in Würzburg wieder. Sie wurden dort ins Depot des Mainfränkischen Museums verbracht. 2001 konnten sie glücklicherweise richtig gedeutet und zweifelsfrei dem Nördlinger Taigaltar zugeordnet werden, sodass sie nach einer Restaurierung 2011 wieder in die Nördlinger Salvatorkirche zurückkehren konnten.

2010 übernahm Rudolf Ackermann, Kunstdozent an der KU Eichstätt, die Neugestaltung des Altarraums mit Volksaltar, Ambo, Priestersitz und Taufstein.

Einen weiteren modernen Akzent setzen die drei Chorfenster, die 2006 von Johannes Schreiter entworfen wurden. Ein Markenzeichen des Künstlers sind U-förmige Klammern, die er selbst als sinnbildliche Darstellung des Menschen oder gar Gottes beschreibt. Eine Blutspur durchzieht das rechte Fenster von oben bis unten. Es bezieht sich unmittelbar auf die unterhalb aufgestellter Figur des Schmerzensmanns aus der Zeit um 1450, der sich in seine Seitenwunde fasst. Im mittleren Fenster strahlt die aufgehende Ostersonne hinter dem Kreuz im Gesprenge des Hochaltars. Das linke Fenster stellt dar, wie eine goldene Klammer vom Himmel herab zu den Menschen kommt. Die Fenster verbildlichen folglich Tod, Auferstehung und Wiederkunft Christi, das Geheimnis des Glaubens.

Gegenüber dem Schmerzensmann steht die Figur einer weiblichen Heiligen aus dem frühen 16. Jahrhundert. Ihr Ordensgewand kennzeichnet sie als Angehörige eines dominikanischen Ordens, nur auf Grundlage ihres einen Attributs (Buch) ist jedoch keine eindeutige Identifikation der Figur mit einer Heiligen möglich.

Hochaltar

Der spätgotische Hochaltar von St. Salvator besteht aus mehreren Einzelteilen, die 1828/29 unter dem Ansbacher Kreisbaurat Franz Keim (zugleich Erbauer der Pfarrkirche St. Johannes in Kleinerdlingen) zu einem mächtigen, 16 Meter hohen Gesamtwerk zusammengesetzt wurden.

Das Herzstück des Hochaltars ist das Retabel, dessen Malerei wohl unter dem Einfluss Albrecht Dürers in Nürnberg entstanden ist. Es war einst Teil des Hochaltars der Fürther Michaelskirche und wurde zwischen 1505 und 1507 gefertigt. Die junge katholische Kirchengemeinde Nördlingen erwarb das Retabel 1827 aus dem Kunsthandel, eine zugehörige Predella mit einer geschnitzten Darstellung des letzten Abendmahls war dabei wohl bereits verschollen.

In geschlossenem Zustand zeigt der linke Altarflügel den Hl. Michael (Patron der Fürther Pfarrkirche) mit seinen Attributen Schwert und Seelenwaage, mit der der Erzengel beim Jüngsten Gericht die Seligen von den Verdammten scheidet. Auf dem rechten Flügel ist der Hl. Martin dargestellt, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Die zwei mittigen Flügel werden von einer Darstellung der Dreifaltigkeit eingenommen. Christus sitzt zur Rechten des Vaters, ihr gemeinsamer auf Wolken gebetteter Thron ist umgeben von betenden, jubelnden und musizierenden Engeln. Gottvater hält Zepter und Reichsapfel in seiner Linken, mit seiner Rechten weist er auf Christus. Dieser fasst mit der Rechten in seine Seitenwunde und hält einen Reichsapfel in seiner Linken, auf dem der Hl. Geist in Form einer Taube sitzt. Die schablonenhaft wirkenden goldenen Hintergründe wurden erst bei der Restaurierung im 19. Jahrhundert eingefügt.

Werden die beiden äußeren Flügel nach innen geklappt, so erscheinen auf ihren Rückseiten wiederum Darstellungen der beiden Hll. Michael und Martin. Die dahinter zum Vorschein kommenden Außenflügel zeigen links den Hl. Christopherus mit dem Jesuskind auf den Schultern und rechts den Drachentöter St. Georg. Diese vier Flügel sind von goldenen Rundbögen überfangen, in deren Zwickeln Engel dargestellt sind.

Wenn der Flügelaltar ganz geöffnet ist, zeigt sich ein mit hochwertiger Skulptur ausgestatteter Schrein. Die beiden Hochreliefs in den Außenflügeln stellten einst die Patrone des Erzbistums Bamberg dar, den Hl. Kaiser Heinrich und seine Gemahlin Kunigunde. Bei der Restaurierung 1827/29 wurden ihre Attribute verändert, sodass heute die Hll. Knud und Barbara dargestellt sind. Im Inneren des Schreins befindet sich wieder der Erzengel Michael mit Schwert und Seelenwage, zu seinen Seiten die Hll. Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist. Über den drei Heiligen befinden sich Baldachine aus aufwändigem Schnitzwerk. Zwischen diesen ist eine kleine Verkündigungsszene, bestehend aus Maria und dem Erzengel Gabriel, dargestellt. Die qualitätvollen Skulpturen des Altarschreins werden dem Bamberger Bildschnitzer Hans Nußbaum zugeschrieben.

Die Inschrift KEIM 1829 auf dem Schwert des Erzengels Michael im Schrein wurde bisher stets als Signatur von Konrad Ebergard in München gelesen. Durch Recherchen im Pfarrarchiv konnte Xaver Hönle jedoch feststellen, dass diese Signatur nicht auf den Münchner Maler und Bildhauer Eberhard, sondern auf den staatlichen Baumeister Franz Keim aus Ansbach verweist. Er verantwortete nachweislich die 1828/29 in Ansbach von lokalen Künstlern und Handwerkern vorgenommenen Arbeiten.[2]

Auch das heutige Gesprenge wurde 1828/29 in Ansbach geschaffen. Lediglich die dort aufgestellten Figuren sind allesamt spätmittelalterlich und entstammen teilweise dem ehemaligen Hochaltar von St. Salvator. In der Mitte steht unter einem Bogen eine Skulptur der Anna Selbdritt, eine gängige Darstellung der Hl. Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind. Darüber befindet sich eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und dem Apostel Johannes. Auf weiteren Konsolen sind von links nach rechts die Hll. Papst Sixtus, Rochus, Sebastian und Bischof Otto von Bamberg dargestellt. Die Heiligen im Gesprenge sowie das über ihnen aufragende Kreuz werden von hölzernen Fialtürmchen bekrönt.

Die Predella des Hochaltares stammt aus dem Jahr 1948. Sie ersetzt die vorherige, neugotische Predella von 1828/29 und wurde von Otto Emanuel Pöppel aus Kronburg bei Memmingen geschaffen. Von ihm stammen auch die Malereien am Hochaltar von St. Anna in Herkheim.[3]

Kloster und Kreuzgang

Vom ursprünglichen Kreuzgang mit Kreuzrippengewölbe sind nur noch der südliche und der östliche Teil erhalten. Vom nördlichen, an die Kirche angelehnten Teil des Kreuzgangs, der Anfang des 19. Jahrhunderts abgetragen wurde, zeugt nur noch ein verbliebenes Joch, in dem nun die Kriegergedächtniskapelle untergebracht ist. Der Westflügel wurde bereits im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die dadurch entstandene bauliche Lücke wird heute vom Pfarrheim aus dem Jahr 1985 geschlossen. Der Großteil des Ostflügels wird heute als Sakristei genutzt. Im Süden ist der Kreuzgang in den Haupttrakt des Klosters, einen zweigeschossigen Satteldachbau, integriert.

Beide Teile des ehemaligen Klosterkomplexes stammen im Wesentlichen aus einer Erneuerungsphase um 1474. Im Erdgeschoss des Hauptbaus befanden sich früher unter anderem das Refektorium (Speisesaal) und der Kapitelsaal der Klostergemeinschaft, während im Obergeschoss die Mönchszellen entlang eines Mittelgangs aufgereiht waren. Die mittelalterliche Raumaufteilung wurde im Zuge einer Renovierung in den Jahren 1984/85 wiederhergestellt. Heute dient das Erdgeschoss als Pfarrbüro, im Obergeschoss ist die Pfarrerswohnung untergebracht. In beiden Geschossen sind vereinzelt Wandmalereien aus der Zeit um 1500 erhalten.

Würdigung

Die neugotische Renovierung, Umgestaltung und Neuausstattung der zu Beginn des 19. Jahrhunderts weitgehend verwahrlosten, spätmittelalterlichen Karmeliterkirche begann nur zwei Jahre nachdem in Kleinerdlingen die spätklassizistische Pfarrkirche St. Johannes fertiggestellt worden war. Dieser Vergleich zeigt, dass die Nördlinger Herrgottskirche ein sehr frühes Beispiel für Kirchenbau und -ausstattung im Stil der Neugotik ist, zumal mit Franz Keim derselbe Architekt für den Neubau in Kleinerdlingen und den Umbau der Salvatorkirche zuständig war. Die Renovierung und Neu-Interpretation der vorhandenen spätgotischen Klosterkirche ist architekturhistorisch bedeutsam und wurde in der Folge für die Diözese Augsburg vorbildhaft.

Neben der neugotischen Umgestaltung hat St. Salvator noch eine reiche spätmittelalterliche Ausstattung vorzuweisen, die zum Teil aus der alten Karmeliterkirche und ihrer Vorgänger-Kapelle stammt, aber auch durch Objekte aus dem Kunsthandel ergänzt wurde. Die neue liturgische Raumgestaltung des Chorraums und die drei Buntglasfenster im Osten setzen darüber hinaus zeitgenössische Akzente im Kirchenraum, ohne sich zu sehr von dessen (neu-)gotischem Erscheinungsbild abzuheben.

[1] Zitiert nach: Sponsel, Nördlingen, 2012, S.561 f.

[2] Hönle, St. Salvator, 2019, S. 149–151.

[3] Hönle, St. Salvator, 2019, S. 149–151, 261.

St. Josef, Nördlingen

Geschichte

Der Plan zum Bau einer katholischen Kirche im sogenannten ‚Wemdinger Viertel‘ geht zurück auf das Jahr 1955. Die Bevölkerungszahl der Stadt Nördlingen stieg nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, vor allem durch den Zuzug zahlreicher Heimatvertriebener, sprunghaft an.

Die rund 2.000 Katholiken im neu entstandenen Stadtviertel waren allerdings weit entfernt von ihrer Pfarrkirche St. Salvator in der Nördlinger Altstadt. Für den Fußweg zur Kirche musste etwa eine halbe Stunde eingeplant werden. Deshalb entschlossen sich die Kirchenstiftung St. Salvator mit ihrem damaligen Stadtpfarrer Josef Hoser und das Bistum Augsburg im Jahr 1955 zunächst zur Errichtung eines katholischen Kindergartens, in dem ab 1956 die Hl. Messe gefeiert wurde. Auch die Errichtung einer neuen Kirche wurde ins Auge gefasst.

Im März 1959 konnte schließlich ein Bauplatz für die neue Kirche erworben werden. Noch im selben Jahr wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den der Regierungsbaumeister Hansjakob Lill aus München für sich entschied. Am 14. September 1960 erfolgte der Spatenstich für das neue Ensemble aus Kirche mit zugehörigem Turm, Pfarrhof und Pfarrheim. Eine ursprünglich geplante Unterkirche kam nicht zur Ausführung. Nach zweijähriger Bauzeit wurde das neue Gotteshaus am 29. September 1962 vom Augsburger Bischof Joseph Freundorfer geweiht.

Bereits vier Jahre nach der Weihe erfuhr der Kirchenraum von St. Josef eine Umgestaltung entsprechend der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. So wurden die Kommunionbänke entfernt und die Apostelleuchter, die zunächst in einer vom Altar ausgehenden Parabel angeordnet waren, an die Rückwand des Chores versetzt. Außerdem wurde der Tabernakel vom Haupt- auf den Seitenaltar verlegt, um die Zelebration versus populum (lat. zum Volk) zu ermöglichen. So fungiert der ehemalige Hochaltar heute als Volksaltar und der einstige Seitenaltar als Sakramentsaltar.

Bereits 41 Jahre nach der Weihe der Kirche wurde das Ensemble des Pfarrzentrums St. Josef in die bayerische Denkmalliste aufgenommen. Im Jahr 2022 erfolgte der Beschluss, das nicht mehr aktuellen Standards genügende Gebäude, in dem Pfarrheim und Pfarrhaus untergebracht waren, durch einen Neubau zu ersetzen, um dort eine Versammlungsstätte für das Wemdinger Viertel mit barrierefreiem Saal und Gruppenräumen einzurichten.

Rundgang außen

Der Grundriss der Kirche ist ein sich zum Altar hin verjüngendes Rechteck, das vorn in einer Parabel und hinten in einem Halbkreis geschlossen ist. Der 24 m hohe, kreisrunde Turm steht als Campanile nordöstlich der Kirche und ist nur durch einen Windfang mit ihr verbunden. Auf seinem flachen Dach thront ein hoch aufragendes Kreuz.

Hinter den markanten Schallöffnungen des Turms verbirgt sich die Glockenstube mit ihren drei Glocken, die 1962 von der Passauer Gießerei Perner gegossen wurden. Das dreistimmige Geläut (g‘ – a‘ – h‘) bildet das sogenannte Pater-noster-Motiv. Die Glockeninschriften nehmen Bezug auf ihre jeweiligen Patrone Josef (kleinste): „ST. JOSEF RUFT EUCH ALLE ZU GOTTES LOB IN DIESE HEIL’GE HALLE“, Maria (mittlere): „ALLE TAGE SING‘ UND SAGE LOB DER HIMMELSKÖNIGIN“ und Christus (größte): „UNSER ERLÖSER, HERR JESUS CHRIST, DER DU DER WELTEN KÖNIG BIST“ und „AUS MEINEM EHERNEN GLOCKENMUND ERSCHALL‘ DIR LOB ZU JEDER STUND“.

Drei große, parabelförmige Fenster aus Buntglas auf beiden Längsseiten der Kirche prägen die Ansicht des ansonsten schlichten Gotteshauses. An der Nordfassade ragen knapp unter der Traufe vier Natursteinblöcke hervor, die vom Wemdinger Künstler Ernst Steinacker gestaltet wurden. Sie zeigen die vier Evangelistensymbole (v.li.): Engel (Matthäus), Stier (Lukas), Löwe (Markus) und Adler (Johannes).

Innenraum

Der Gesamtkomplex des Gotteshauses teilt sich auf drei sakrale Räume auf: die eigentliche Pfarrkirche St. Josef, die heute für eucharistische Anbetung genutzte Wochentagskapelle und die Turmkapelle.

Inmitten des kreisrunden Turmunterbaus, der gegenüber dem Eingangsbereich abgesenkt ist, steht eine stimmungsvolle Pieta des Wallersteiner Bildhauers Sebastian Fink aus dem Jahr 1969. Beleuchtet wird dieser Raum durch kleine Buntglasfenster, die vom Münchner Kunstmaler Johannes Segieth entworfen wurden; sie stellen die sieben Sakramente dar.

Die Anbetungskapelle, die auf Gottesdienste mit einer geringeren Besucherzahl ausgelegt ist, zeigt sich als rechteckiger Zentralbau, der durch Buntglasfenster in der über dem Baukörper aufragenden runden und flachgedeckten Lichtkuppel beleuchtet wird. Der Altartisch ist auf drei Seiten von Bänken umgeben.

Die Kapelle birgt eine Marienfigur, die die katholische Gemeinde des Wemdinger Viertels von Beginn an begleitet: Sie hat bereits bei den Messfeiern im Kindergarten den Altar geziert, fand in der neuen Kirche zunächst einen Platz auf dem Seitenaltar und ist heute in der Kapelle untergebracht.

Gegenüber dem Altar sind zwei kleine, rechteckige Buntglasfenster in die Rückwand eingelassen, die Maria mit ihrem Gemahl Josef und die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten zeigen. Auch alle Fenster in der Marienkapelle wurden von Johannes Segieth entworfen.

Der Hauptraum der Pfarrkirche St. Josef wird durch sechs, ebenfalls von Segieth entworfene, parabelförmige Fenster in buntes Licht getaucht. Jedes Fenster wird von vertikalen Stegen in zwölf Bereiche geteilt. Die Zahlensymbolik und das Spiel mit dem Licht verweisen auf das Himmlische Jerusalem (Offb 21,11–27).

Der nach Süden ausgerichtete Chorraum hat keine natürliche Lichtquelle. Er wird von einem monumentalen Kruzifix dominiert, das hinter dem Altar aufragt. Es stammt aus der Hand von Sigfried Moroder. Er lieferte auch die Entwürfe für die zwölf bronzenen Apostelleuchter mit eingearbeiteten Bergkristallen, sowie für den bronzenen Tabernakel, der einen stilisierten Lebensbaum zeigt. Ausgeführt wurden Moroders Entwürfe vom Kunstschmied Manfred Bergmeister.

Der ehemalige Seiten- und heutige Sakramentsaltar befindet sich drei Stufen unterhalb des Hauptaltars auf der rechten Seite. Auf derselben Ebene sind mittig der Taufstein mit seinem wellenbekrönten Deckel und links der parabelförmige Ambo platziert. Der am Ambo stehende Osterleuchter wurde wie auch der Taufstein im Jahr 1993 von Helmut Ulrich geschaffen.

In der Flucht des Mittelgangs zwischen den Bankreihen ist eine Steinplatte in den Boden eingelassen, die folgende Inschrift trägt: Locus in quo stas / terra sancta est. Dieser Ausspruch stammt aus dem Buch Exodus (Ex 3,5) und bedeutet übersetzt: Der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.

Als weitere Kirchenausstattung befindet sich eine Figur des Kirchenpatrons St. Josef am Eingang zur Marienkapelle. Sie wurde wie die Pieta in der Turmkapelle von Sebastian Fink geschaffen. Die hölzerne Muttergottes, die rechts an der Stufe zum Chorraum steht, stammt aus Oberammergau.

Im Windfang des westlichen Eingangs befindet sich eine in Beton gearbeitete Josefslitanei, in deren Mitte ein bronzenes Relief Josefs als Arbeiter und Ziehvater Christi angebracht ist. Neben diesem Eingang ist eine kleine Skulptur des Hl. Antonius angebracht. Beide Werke stammen von Ernst Steinacker.

Im Jahr 1975 konnte die heutige Orgel der Oettinger Firma Deininger-Renner mit 22 Registern auf zwei Manualen geweiht werden.

Eine besondere Rolle am Ensemble um St. Josef nimmt die Formensprache ein: Während die profan genutzten Räumlichkeiten (das neue Forum St. Josef, wie auch schon sein Vorgängerbau mit Pfarrhaus und Pfarrheim) in einem simplen, rechteckigen Baukörper mit ebenso rechteckigen Fenstern untergebracht sind, kommt die Kirche völlig ohne Ecken aus. Sie wird von den Formen Parabel (Chorraum, Fenster, Ambo und Apostelleuchter), Halbkreis (Orgelempore und Nordfront) und Kreis (Turm und Taufstein) dominiert. Das besondere an den Kreis- und Parabelformen ist, dass sie weder Anfang noch Ende haben. Denn Alpha und Omega ist nicht der Mensch und auch nicht die Architektur, sondern Gott selbst (Offb 1,8). So nimmt die Architektur Bezug auf den Grundstein der Kirche, der sich auf der Westseite an den Stufen zum Chor befindet. Seine Inschrift lautet: ICH BIN DAS A + Ω / DER ANFANG + DAS ENDE.

St. Martin, Deiningen

Geschichte

Als villa thininga wurde Deiningen im Jahr 760 erstmals erwähnt. In dieser Urkunde des fränkischen Königs Pippin II. ist die Rede von drei zugehörigen Kirchen. Es gilt als sicher, dass die heutige Pfarrkirche zu diesen drei Kirchen gezählt werden kann, demnach wäre sie eine der wohl ältesten Kirchen im Ries.

Der heutige Kirchenbau samt Turm stammt im Kern aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und wird stark durch spätere Veränderungen geprägt. Eine an der unverputzten Außenmauer ablesbare Verlängerung des Kirchenschiffs erfolgte wohl 1479/80. Dendrochronologischen Untersuchungen zufolge wurde in dieser Zeit das heutige Dachwerk aufgerichtet. Sein Mittelteil musste allerdings wie der gesamte Kirchenbau, wohl als Folge des Dreißigjährigen Krieges, im Jahr 1662 umfassend erneuert werden. Weitere größere Maßnahmen waren die Barockisierung der Kirche um 1750, sowie Restaurierungen in den Jahren 1842, 1895, 1932 und zuletzt 2012–2019.

Simultaneum

Das Dorf Deiningen wurde im frühen 15. Jahrhundert zwischen den Grafen der Linien Oettingen-Wallerstein und Oettingen-Oettingen aufgeteilt. Im Rahmen der Reformation traten die Grafen von Oettingen-Oettingen zum ‚neuen Glauben‘ über, wodurch das Dorf auch konfessionell gespalten wurde. Weil die Martinskirche im katholischen Gebiet lag, mussten die Protestanten zu ihren Gottesdienten ins etwa zwei Kilometer entfernte Klosterzimmern gehen.

Erst im Jahr 1616 konnte auf Bestreben der protestantischen Deininger in der katholischen Pfarrkirche ein protestantischer Altar mit im Boden versenkbarem Altarbild errichtet werden. So wurde St. Martin für gut 300 Jahre zur Simultankirche, die zu gleichen Teilen der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde gehörte und von beiden genutzt wurde.

Erst mit dem Bau der evangelischen Erlöserkirche im Jahr 1961 endete das Simultaneum in Deiningen. Folgende Ausstattungsgegenstände der Martinskirche wurden in die neue Erlöserkirche der evangelischen Gemeinde übernommen: der protestantische Altar mit Chorschranke und Altarbild, der historische Taufstein aus dem Jahr 1682 und das ehemalige Chorbogenkreuz, dessen Korpus als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit beider Kirchengemeinden in der Martinskirche verblieb.

Rundgang außen

Dass die Kirche in ihrem Kern noch mittelalterlich ist, lässt sich an ihrem unverputzten Mauerwerk gut ablesen: über den heutigen Chorfenstern finden sich noch aus Sandstein gemauerte Spitzbögen, am südwestlichen Chorstrebepfeiler prangt das spätmittelalterliches Sandsteinrelief eines Christuskopfes und auch die Strebepfeiler, deren ursprüngliche Aufgabe die Abstützung des 1842 abgebrochenen Gewölbes im Altarraum war, sind noch erhalten.

Im Bereich des Kirchenschiffs sind mittlerweile verschlossene Rundbogenfenster im Mauerwerk erkennbar, die auf das Mittelalter zurückgehen. Auch die Verlängerung des Kirchenschiffs um etwa 4 m Meter nach Westen zeichnet sich dort ab. In diesem Bereich befinden sich zwei übereinanderliegende vermauerte Fensteröffnungen mit Stichbögen aus Backstein, die vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Auch die unteren Geschosse des Turms mit seinen 2,20 m dicken Grundmauern stammen aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Das oberste Turmgeschoss wurde zwischen 1700 und 1702 in Fachwerkbauweise aufgesetzt.

Im dortigen Glockenstuhl hängen vier Glocken: Die älteste von ihnen wurde im Jahr 1357 von Hermann Kessler II. in Nürnberg gegossen. Als Inschrift trägt sie den Beginn des Ave Maria sowie die Namen der Hl. Drei Könige KASPAR BALTISAR MELCHIOR. Sie ist eine der ältesten Glocken im Umkreis.

Die kleinere der beiden historischen Glocken stammt aus dem Jahr 1792.  Sie trägt die Namen der vier Evangelisten und das Wappen ihres Stifters Graf Ernst zu Oettingen. Gegossen wurde sie von Johann Sinderbrinck in Dinkelsbühl.

Im Jahr 1961 entstand durch den Ankauf von zwei neuen Glocken bei der Erdinger Glockengießerei Karl Czudnochowsky das heutige Geläut mit dem Motiv Salve Regina (c‘‘ – e‘ – g‘ – a‘). Die beiden neuen Glocken tragen die Namen des Kirchenpatrons St. Martin (kleinste) und der Gottesmutter Maria (größte).

Da über Jahrhunderte lang sowohl Protestanten als auch Katholiken in der Martinskirche Gottesdienste gefeiert haben, hat sie zwei Sakristeien: im Süden befand sich ursprünglich die protestantische Sakristei. Nach dem Ende des Simultaneums wurde sie 1969 durch einen größeren Neubau ersetzt, der seitdem als katholische Sakristei dient.

Die alte katholische Sakristei, die im Osten an den Chor der Kirche angebaut ist, stammt vermutlich im Kern noch aus dem Spätmittelalter. In ihrem Obergeschoss wurde 1903 durch die Überbauung der alten Wehrmauer eine Kapelle (sog. Notkapelle) eingerichtet. Mittlerweile dient dieser Anbau als Lagerraum.

Innenraum

Das Innere der Kirche wird heute maßgeblich von barocken Elementen bestimmt. Im Chorraum stehen drei Barockaltäre: Der Hochaltar wird von einem Mittelbild dominiert, das den Kirchenpatron St. Martin hoch zu Ross beim Teilen seines Mantels mit dem Bettler zeigt. Darüber befindet sich ein Bild der Hl. Ottilie. Ihr war in Deiningen eine Kapelle in der heutigen Kapellengasse geweiht, die 1772 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

Zwischen den beiden Altarbildern befindet sich eine herzförmige Kartusche mit folgender Inschrift: aCCeLerate pII, et gLorIose sanCtIfICate eCCLesIaM.  Joel 2,16 (lat: Eilt herbei ihr Frommen, und heiligt glorreich die Kirche). Fügt man die Großbuchstaben in der richtigen Reihenfolge zusammen, ergibt sich ein sogenanntes Chronogramm, das in römischen Ziffern die Jahreszahl ergibt, in der der Hochaltar gefertigt wurde, nämlich 1756.

Zwischen den korinthischen Doppelsäulen des Altares sind die Figuren der beiden Ritterheiligen Mauritius (li.) und Georg (re.) angebracht. Daneben befinden sich Engelsfiguren mit Weihrauchfass- und -schiffchen.

Zu beiden Seiten des Hochaltars hängt je eine barocke Reliquienpyramide an der Wand. In der südöstlichen Ecke des Chores verweist eine als Johannes-Adler gestaltete Konsole auf das ehemalige Chorgewölbe aus dem Spätmittelalter.

Die ursprünglich im linken Seitenaltar aufgestellte Madonna mit Kind steht heute auf einer Konsole an der Nordseite des Chors. Sie wurde um 1420/30 aus Terracotta gefertigt. Ihren ursprünglichen Aufstellungsort nimmt heute Figur des Hl. Josef mit blühendem Lilienstab aus dem 19. Jahrhundert ein. Das Gemälde im Giebel des Altars zeigt Gottvater bei der Aussendung des Heiligen Geistes.

Im rechten Seitenaltar ist ein spätbarockes Gemälde der Heiligen Familie angebracht, darüber ist der hl. Michael mit Schwert und Seelenwaage dargestellt.

Im Rahmen der Generalsanierung wurde 2019 auch der Altarraum umgestaltet: die Seitenaltäre wurden versetzt und der Künstler Fred Jansen schuf eine neue liturgische Ausstattung bestehend aus Volksaltar, Kredenz, Sedilien, Osterleuchter und Ambo mit den vier Evangelistensymbolen.

Am Übergang von Chorraum und Kirchenschiff befindet sich die barocke Kanzel. Sie wurde 1848 aus barocken Teilen neu zusammengefügt.

Dort, wo bis zum Abbruch des Chorgewölbes im Jahr 1842 der Chorbogen war, hängt das ehemalige Chorbogenkreuz. Der Korpus des Kreuzes stammt aus der Zeit um 1340; Kreuz und Totenkopf sind allerdings modern.

Im Kirchenschiff befindet sich eine Martinsfigur aus der Zeit um 1480. Der Bettler ist dem mittelalterlichen Bedeutungsmaßstab nach deutlich kleiner dargestellt.

Die Rückseite der Kirche wird von einer Doppelempore eingenommen, auf der ursprünglich in je sieben spätbarocken Medaillons die zwölf Apostel sowie Christus und die Muttergottes dargestellt waren. Vier dieser Medaillons fielen jedoch der Erweiterung der oberen Empore um die beiden Seitenemporen im Jahr 1861 zum Opfer. Auf diesen wurden um 1864 wiederum formgleiche Bildfelder angebracht. Die heute insgesamt 22 Medaillons zeigen (v li. n. re.): unten:  Simon Zelotes, Bartholomäus, Philippus, Muttergottes, Jakobus d. J., Thomas, Judas Thaddäus; oben: Veronica mit dem Schweißtuch, Erzengel Gabriel, Johannes der Täufer, Matthäus, Markus, Andreas, Petrus, Christus, Paulus, Jakobus d. Ä., Johannes Evangelist, Lukas, Birgitta von Schweden, Erzengel Michael, Maria Magdalena.

Die Orgel der Oettinger Orgelbaufirma Deininger-Renner (Opus 98) steht auf der oberen Empore und wurde am Ostermontag 1994 geweiht. Sie umfasst 17 Register auf zwei Manualen.

Unter der Empore steht der Taufstein der Martinskirche, der 1937 angeschafft wurde. Am Taufbecken trägt er die Umschrift: GOTT VATER +  SOHN + U. HL. GEIST.

An der Flachdecke des Gotteshauses befinden sind vier Deckenfresken, wovon die drei westlichen noch aus der Mitte des 18. Jahrhundert stammen: Ganz im Westen ist die Geburt Christi und die Anbetung durch die Hirten, in der Mitte Maria als Himmelskönigin und im Osten die Anbetung des Lammes nach der Johannes-Offenbarung dargestellt. Das Geburtsbild ist mit M. ZINK PINX (lat: M. Zink hat es gemalt) signiert und lässt sich deshalb zweifellos Johann Michael Zink zuschreiben, der auch das Altarblatt des Hochaltars geschaffen hat.

Das östliche der drei Barockfresken wurde 1954 von Magnus Hotter freigelegt und erneuert. Von ihm stammt auch das 1954/55 neu erstellte Fresko der Auferstehung Christi im Chorraum.

Befestigung und Pfarrhaus

St. Martin war einst Teil einer Befestigungsanlage, deren Überreste bis heute deutlich erkennbar sind. Neben dem trotzigen Kirchturm ist eine Ringmauer um den Friedhof erhalten, die wohl ehemals mit einem Wehrgang versehen war. Von den schützenden Mauertürmen sind nur noch ein zinnenbekrönter Eckturm und ein Pyramidenturm, in dem sich eine Ölbergszene aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts befindet, erhalten. Diese Verteidigungsanlagen stammen wohl größtenteils aus dem späten Mittelalter.

Das Pfarrhaus von St. Martin war in diese Befestigung miteinbezogen. Der heutige zweigeschossige Satteldachbau wurde 1858/59 nach einem Brand über älteren Resten neu errichtet. Dieser Vorgängerbau war vermutlich einst der Kern der ehemaligen Befestigungsanlage.

Im ehemalige Pfarrstadel sind heute das Pfarrheim und die ökumenische Gemeindebücherei untergebracht.

St. Johannes Baptist, Kleinerdlingen

Geschichte

Bis zur Reformation gehörte Kleinerdlingen, damals noch Erningen genannt, zur Nördlinger Pfarrei St. Emmeram. Als Nördlingen protestantisch wurde, entzogen die Johanniter als Ortsherren das Dorf dem Pfarrverband und wiesen es stattdessen der ordenseigenen katholischen Pfarrei im Nachbardorf Holheim zu. Um das Jahr 1600 wurde der Pfarrsitz jedoch von Holheim nach Kleinerdlingen verlegt. Pfarrkirche war von nun an die Johannes dem Täufer geweihte Kapelle des heute noch in Teilen erhaltenen Wasserschlosses der Johanniter.

Blitzeinschläge in den Jahren 1800 und 1817 machten den Turm der ohnehin zu klein gewordenen Schlosskapelle allerdings baufällig, weshalb er 1820 abgebrochen wurde. Im Sommer desselben Jahres beantragte der damalige Kleinerdlinger Pfarrer Christian Gerhard bei der zuständigen Kreisregierung des Königreichs Bayern in Ansbach den Bau einer neuen Kirche. Nur wenige Wochen später wurde der Neubau auf Kosten des bayerischen Staates mit Zustimmung König Maximilians I. Joseph genehmigt.

Eine nicht mehr sichtbare Inschrift an der Nordwand in der heutigen Kleinerdlinger Pfarrkirche beschreibt Planung und Bau der Kirche wie folgt:

DIESER KIRCHENBAU WURDE ENTWORFEN VOM K.B. HERRN. KREISBAURAT FRANZ KEIM VON ANSBACH. BEG. AM 17. MAI 1821 UNTER DEM PFARRER JAKOB CHRISTIAN GERHARD GELEITET VON DEN ARCHITEKTEN KARL KEIM SOHN UND FRIEDRICH ERDINGER DANN VON DEM WERKMEISTER KLEIN. DER GRUNDSTEIN WURDE GELEGT AM 29. AUGUST 1821 VON HOCHWÜRDEN HERRN WILLIBALD ZINSMEISTER LETZTEN ABT DES AUFGELÖSTEN KLOSTERS DEGGINGEN Z. ZT. PFARRER IN BOLLSTADT. VOLLENDET IM AUGUST 1824 VOM HOCHWÜRDIGSTEN BISCHOF IGNATZ ALBERT VON RIEGG. SÄMTLICHE BAUKOSTEN TRUG DER KGL. AERAR.[1] Der Kostenvoranschlag von 19.175 fl. wurde dabei allerdings deutlich überschritten, die tatsächlichen Baukosten beliefen sich auf über 33.000 fl.

Das ursprüngliche Schieferdach des Kirchenbaus wurde bereits im Jahr 1884 durch eine neue Dacheindeckung aus Zinkblech ersetzt. Eine weitere Veränderung am Außenbau wurde 2010 nötig: die ursprünglich backsteinsichtigen Mauerflächen mussten wegen eindringender Feuchtigkeit verputzt werden. Um die Optik nicht zu stark zu beeinträchtigen, erhielten diese Flächen einen ziegelfarbigen Anstrich.

Ausstattungsgeschichte

Die ursprüngliche klassizistische Ausstattung der Kleinerdlinger Pfarrkirche, die ab dem Jahr 1823 geschaffen wurde, war von den staatlichen Bauherren überkonfessionell angelegt und wurde von Bevölkerung und Kirchenvertretern schnell als zu wenig katholisch verurteilt. So erfuhr die Ausstattung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Spendenbereitschaft der Dorfbevölkerung einige Veränderungen: zunächst wurde 1859 ein großformatiger Kreuzweg angeschafft.

In den Jahren 1888/93 erfuhr der Kirchenbau dann eine vollständige Umgestaltung in Formen der Neorenaissance mit neuer Ausmalung des Raumes, neuen Altären und einer neuen Kanzel von der Baldauf‘schen Kunstanstalt/Karl Port in Augsburg. Die neue Ausstattung versuchte gleichzeitig an das klassizistische Erscheinungsbild der Kirche anzuknüpfen und den römischen Katholizismus zu betonen.

In den Jahren 1951 und 1963 fiel diese Neorenaissance-Ausstattung wiederum einer Purifizierung zum Opfer: Zunächst wurde der Hochaltaraufbau von 1888 beseitigt und über der klassizistischen Altarmensa ein Wandteppich mit einer Darstellung der Taufe Jesu angebracht. Der Altaraufbau entging nur knapp dem Feuer und wurde im Dachboden des Pfarrhauses eingelagert. Außerdem erhielt der Chorraum eine neue Ausmalung.

Im zweiten Abschnitt der Purifizierung wurden Kanzel und Seitenaltäre entfernt und verbrannt. An ihrer Stelle traten moderne hölzerne Reliefs aus der Hand von Ernst Steinacker. Sie zeigten, wie schon die vorherigen Seitenaltäre, die Muttergottes und den Kirchenpatron Johannes Baptist. Diese Kunstwerke befinden sich heute als Dauerleihgabe im KunstMuseum Donau-Ries in Wemding.  Darüber hinaus wurden die ehemals bunten Fenster durch Klarglas ersetzt und das Gestühl des Langhauses erneuert.

Im Rahmen einer Gesamtinstandsetzung in den Jahren 1976/79 wurde schließlich die Purifizierung der Nachkriegszeit rückgängig gemacht. Neben einer Wiederherstellung der ursprünglichen Farbigkeit des Raumes wurden auch der erhaltene historistische Aufbau des Neorenaissance-Hochaltars von 1888 sowie der Kreuzweg aus dem Jahr 1859 wieder in den Kirchenraum integriert.

Diese in den 1970er-Jahren begonnene Re-Historisierung des Gotteshauses wurde 2002 mit der erneuten Aufstellung der zufällig wiederentdeckten klassizistischen Seitenaltargemälde fortgeführt. Ihren Abschluss fand diese Maßnahme mit der Rekonstruktion des zum ehemaligen Neorenaissance-Hochaltar gehörigen Antependiums aus erhaltenen Originalteilen.

Rundgang außen

Die Westfassade wird fast auf ganzer Höhe von einem Portal mit kassettiertem Tonnengewölbe eingenommen, das deutlich hinter die Fassade zurückspringt. Eine Inschrift über der hölzernen Tür nimmt Bezug auf den Stifter der Kirche: ERBAUT ZUR VEREHRUNG des HOECHSTEN unter MAXIMILIAN IOSEPH MDCCCXXII (1822). Wie auch der Rest des Außenbaus ist die Westfassade stark horizontal gegliedert. Diese Gliederung – wie auch der Wechsel in Farbe und Steinsichtigkeit des Mauerwerks – setzt sich am Langhaus fort: zwei Gesimsbänder trennen die verschiedenen Wandabschnitte voneinander ab und schließen einen verputzten und rötlich angestrichenen Bereich ein, der ursprünglich als Sichtmauerwerk in Backstein ausgeführt war.

Während der Chorraum außen vollkommen ungegliedert ist, nimmt der Kirchturm die Gestaltung des Langhauses mit veränderten Proportionen auf. Die Zwillingsarkaden auf jeder Seite des obersten Turmgeschosses werden – wie auch die Rundbogenfenster des Langhauses – von einem aus keilförmig angeordneten Backsteinen bestehenden Rundbogen überfangen.

Die vier im Turm hängenden Glocken bilden das Motiv Salve Regina (fis‘‘ – e‘‘ – cis‘‘ – a‘). Nur eine Glocke hat die beiden Weltkriege überstanden: sie stammt aus der Zeit um 1410 und trägt eine kaum mehr lesbare Inschrift, die wohl die vier Evangelisten nennt. Das heutige Geläut entstand 1953 durch den Ankauf von drei Glocken bei der Glockengießerei Czudnochowsky aus Erding. Die größte von ihnen ist die Johannesglocke (Inschrift: ICH BIN DIE STIMME DES RUFERS IN DER WÜSTE BEREITET DEN WEG DES HERRN!). Auf sie folgen die Josefs- und die Engelsglocke.

Innenraum

Zu beiden Seiten des Eingangsportals befindet sich je ein kapellenartiger Nebenraum. Im nördlichen Nebenraum befinden sich zwei historische Grabsteine, eine Figur des Heiligen Sebastian aus dem Ende des 17. Jahrhunderts und eine Nachbildung des Gnadenbildes aus Wemding (Maria Brünnlein). Der südliche Nebenraum beherbergt das Retabel des Altars aus der abgebrochenen ® Maria-Hilf-Kapelle.

Über den Nebenräumen befindet sich die Empore, auf der die Orgel der Gebrüder Sieber (opus 55) aus dem Jahr 1901 steht.

Das rechteckige Langhaus ist schlicht gehalten, ein Ornamentfries trennt die Wand von der ebenfalls ornamental gestalteten Flachdecke. Die beiden Bilder der Seitenaltäre sind durch Signaturen als Werke des evangelischen Malers Christian Friedrich Fues aus Nürnberg ausgewiesen. Sie gehören zur klassizistischen Ursprungsausstattung der Kirche. Das linke Altargemälde von 1821 zeigt die Muttergottes, umgeben von fünf betenden Engeln. Auf dem zwei Jahre später entstandenen rechten Altargemälde ist der Kirchenpatron, Johannes der Täufer, bei der Predigt dargestellt.

Auf der Ebene der Seitenaltäre steht mittig vor dem Aufgang zum Chor der klassizistische Taufstein in Muschelform, dessen bronzener Deckel mit der Jahreszahl 1829 versehen ist.

An der Schwelle zum Chorraum stehen zwei Heiligenfiguren, die links Leonhard und rechts Josef zeigen. Die Figur des Auferstandenen, die an der Nordwand auf einer Konsole steht, stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Der älteste Andachtsgegenstand der Kirche stammt aus dem Spätmittelalter. Es handelt sich um eine sogenannte Johannes-Schüssel aus der Zeit um 1380. Sie zeigt das abgetrennte Haupt Johannes des Täufers in einer Schüssel liegend, das König Herodes seiner Nichte zum Geschenk gemacht haben soll (Mk 6, 17–28). Sie ist nur an Johannes-Festen in der Kirche ausgestellt.

Den Chorraum bildet eine kassettierte Halbkuppel mit Oberlicht, die von acht toskanischen Säulen getragen wird, die wiederum von analog gestalteten Pfeilern und Pilastern hinterlegt sind. Zwischen diesen Stützen zieht sich eine Umgangsempore an der Wand des Altarraums entlang.

Dominiert wird der Chorraum von dem Altaraufbau der Neorenaissance aus dem Jahr 1888/89, der auf der verblendeten Mensa des ursprünglichen klassizistischen Hochaltars steht. Er zeigt einen dreiteiligen Aufbau in Tempelform mit bekrönender, achteckiger Laterne. In der Mitte des Hochaltars befindet sich der Tabernakel, zu seinen Seiten sind Reliefs angebracht: links die Hochzeit zu Kana (Joh 1, 1-12) und rechts die Speisung der Fünftausend (Mk 6, 35–44). Die Reliefs am Antependium des Altars zeigen die Opferung Isaaks durch Abraham (Gen 22, 1-18) und das Opfer des alttestamentarischen Priesters Melchisedek (Gen 14, 18–20).

Würdigung

Die Pfarrkirche St. Johannes d. T. in Kleinerdlingen ist ein bedeutendes Beispiel spätklassizistischer Sakralbaukunst aus dem Umfeld des Münchner Königshofs, für den außergewöhnlich hohe finanzielle Mittel bereitgestellt wurden. Heute vereint der Kirchenraum bauzeitliche Elemente mit der historistischen Ausstattungsphase von 1888/89 und einzelnen aus der alten Schlosskapelle übernommenen Ausstattungsstücken.

[Maria-Hilf-Kapelle]

Die Kleinerdlinger Maria-Hilf-Kapelle wurde im Jahr 1722 erbaut und stand am südlichen Dorfausgang, gegenüber der heutigen Pfarrkirche. Wegen gravierender Bauschäden wurde die denkmalgeschützte Kapelle im Jahr 2008 abgebrochen. Heute erinnert der dortige Kapellenweg an das ehemalige Sakralgebäude.

Der kleine, nach Westen gerichtete Bau hatte eine aufwändige Barockfassade mit geschwungenem Giebel, einem umlaufenden Gesims und einer reich verzierten Figurennische im Giebel. Im Inneren war ein Altar untergebracht, der wohl erst später in die Kapelle transferiert wurde. Ihn zierte ein Marienbild aus der Zeit um 1700. Es handelt sich dabei um eine Kopie des berühmten Gnadenbilds der Maria zur immerwährenden Hilfe aus Innsbruck, das in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Lukas Cranach d. Ä. geschaffen wurde. Dieser Altaraufsatz samt Marienbild befindet sich heute in der Pfarrkirche.

[1] Gröber/Horn, Kunstdenkmäler, 1938, S. 234 f.

Christkönig, Fessenheim

Die Christkönigskirche in Fessenheim gehört als Filialkirche zur Pfarrei St. Martin Deiningen.

Geschichte

Fessenheim war seit der Reformation ein evangelisches Dorf. Erst mit den Heimatvertriebenen kamen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zahlreiche Katholiken in die Gegend. Im Jahr 1955 wurde vom katholischen Pfarrer aus Deiningen Jakob Bayer erstmals der Wunsch verschriftlicht, eine katholische Filialkirche für die Dörfer Fessenheim, Holzkirchen und Alerheim zu errichten.

Im Jahr 1960 begann schließlich die Planung des Kirchenbaus. Der Architekt der neuen Christkönigskirche wurde Alfred Back aus Göggingen. Trotz erheblicher Bedenken des Landratsamts Nördlingen gegen die moderne Gestaltung des Gotteshauses, konnte der Bau im Jahr 1961 unverändert begonnen werden. Am 15. September 1963 wurde die Christkönigskirche von Weihbischof Josef Zimmermann geweiht.

Rundgang außen

Kennzeichnend für die Fessenheimer Christkönigskirche ist ihre markante Ansicht. Den Betonwänden von Kirche und Turm ist eine Kalksteinmauer vorgeblendet, die der Anlage einen burghaften Charakter verleiht. Diese Mauer verbindet die Kirche mit ihrem zur Straße hin vorgelagerten Turm, der von seinem nur rund 4 m hohen Sockel mit einem spitzen Kupferhelm 32 m in die Höhe ragt. Er bildet so einen markanten Bestandteil des Dorfbildes, ohne von der alten evangelischen Dorfkirche abzulenken.

Das vierstimmige Geläut wurde im Jahr 1966 von der Passauer Glockengießerei Rudolf Perner gegossen. Die größte Glocke (Christusglocke) trägt die Inschrift: CHRISTUS SIEGT, CHRISTUS HERRSCHT, CHRISTUS BEFIEHLT! Zusätzlich zeigt sie das Christusbild Maiestas Domini (segnender Christus mit den vier Evangelistensymbolen). Die weiteren Glocken tragen die Namen Marienglocke, Hl.-Geist-Glocke Inschrift: ICH ERLEUCHTE UND BELEHRE / ICH ERNEUERE UND BEKEHRE) und Michaelsglocke.

Auch die Kirche selbst hat ein markantes Äußeres: Ihr Satteldach steigt vom im Süden liegenden Vorplatz aus leicht an, um im Norden steil abzufallen. Der folglich asynchrone straßenseitige Giebel wird nahezu vollständig von einem großflächigen Buntglasfenster mit Betonmaßwerk eingenommen, das einen stilisierten Lebensbaum zeigt.

Das zweiflüglige Portal auf der Südseite trägt vier szenische Darstellungen aus dem Alten Testament an seiner Oberseite (v. li.): Mose und die eherne Schlange (Num 21, 6–9), das Opfer Abels (Gen 4, 3–4), die Opferung Isaaks durch Abraham (Gen 22, 1–18) und das Opfer Melchisedeks (Gen 14, 18–20). Diese Darstellungen beziehen sich auf den Opfertod Christi, der in Form der großen Dornenkrone auf der Tür angedeutet wird. Auch die Inschrift auf der Unterseite des linken Türflügels greift dieses Thema in Bezug auf Jes 53, 7 auf: OBLATUM EST QVIA IPSE VOLUIT (lat: Er wurde preisgegeben, weil er es selbst so wollte).

Innenraum

Das Innere der nach Norden ausgerichteten Christkönigskirche zeigt sich als schlichter Raum mit asymmetrisch geneigter Holzdecke. Oberhalb der im Osten an die Kirche angrenzenden Sakristei befindet sich eine Empore. Das im dortigen Ostgiebel eingebaute Buntglasfenster zeigt den Auferstandenen.

Neben dem Eingangsbereich im Süden befinden sich zwei Nebenräume, von denen der straßenseitige als Taufkapelle dient. Sie wird von einem Fenster erhellt, das an seiner Oberseite die Heilig-Geist Taube und an seiner Unterseite Wasser mit Fischen zeigt. Es spielt auf die Worte Johannes des Täufers an: Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen (Mk 1,8).

Im Fenster des zweiten Nebenraumes sind die Gesetzestafeln Mose mit den Zehn Geboten dargestellt; im unteren Bereich des Glasbildes befindet sich darüber hinaus ein Wurm, der den Teufel symbolisiert.

Vom First des asymmetrischen Daches ist ein rund vier Meter hohes, beidseitig geschnitztes Kreuz abgehängt. Es wurde vom Münchner Bildhauer Matthias Bayer – dem Cousin des damaligen Deininger Pfarrers Jakob Bayer – angefertigt, der zusammen mit seinem Altgesellen Johann Baptist Berger die gesamte Ausstattung der Kirche gestaltet hat.

Das Kreuz wurde ursprünglich für den Eucharistischen Weltkongress 1960 in München angefertigt, der unter dem Motto pro mundi vita (lat. für das Leben der Welt) stand. Nach Ende des Kongresses konnte es von der jungen Fessenheimer Gemeinde für den bevorstehenden Kirchenbau erworben werden. Die Vorderseite des Kreuzes zeigt Christus und elf Apostel über dem Leitspruch des Kongresses. Da Judas bereits nicht mehr dargestellt ist, handelt es sich um ein Bild der Erscheinung Christi im Kreise der Apostel zwischen seiner Auferstehung und Himmelfahrt (Mk 16, 14). Auf der Rückseite des Kreuzes ist zu sehen, wie sich der Gekreuzigte einem zu ihm aufblickenden Menschen (Adam) zuwendet.

Mittig auf der Altarinsel steht der Volksaltar aus Nagelfluh. Auf seiner Vorderseite prangt das apokalyptische Lamm mit der geöffneten Seitenwunde und den sieben Hörnern (Offb 5, 6). Zu seiner Linken befindet sich eine griechische Inschrift, die auf die Wiederkunft Christi verweist: Der ist, der war und der kommen wird (Offb 4,8).

Hinter dem Altar sind in einer Nische der Priestersitz und das von einem Engel getragene Ewige Licht platziert. Daneben steht das mit Bergkristall und Emaille verzierte Vortragekreuz, das den Gekreuzigten als Christkönig zeigt.

Wie schon der Altar bezieht sich auch der freistehende Tabernakel auf die Johannes-Offenbarung. Er steht für das himmlische Jerusalem mit zwölf Grundsteinen, auf denen je ein Apostelname steht, sowie mit zwölf Toren und zwölf Türmen. Die Materialien des Tabernakels (Stahl und Kupfer) sind mit Vergoldung und Edelstein-imitierendem Emaille überzogen (Offb 21,10–23). Der Sockel zeigt an seinen Kanten die vier Evangelistensymbole Engel (Matthäus), Adler (Johannes), Löwe (Lukas) und Stier (Markus) und an der Unterseite je die Quelle eines der vier Paradiesflüsse des Garten Eden (Gen 2, 10-14).

Als Gegenpol zum Tabernakel steht der Ambo rechts vom Altar. Als Inschrift trägt er den Beginn des Johannesevangeliums: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort (Joh 1,1).

Zwischen dem Eingang zur Sakristei und der Altarinsel steht eine eindrucksvolle Marienfigur aus den Händen von J. B. Berger. Die hölzerne Madonna trägt eine mit Quarzsteinen verzierte Krone.

Unterhalb des Lebensbaum-Fensters befinden sich die zwölf Apostelleuchter, ein ausdrucksstarker Kreuzweg und der Grundstein der Kirche aus dem Jahr 1961.

Würdigung

Die Christkönigskirche in Fessenheim ist ein über das Ries hinaus bedeutendes Beispiel für Architektur und sakrale Kunst der Nachkriegsmoderne. Durch die große Spendenbereitschaft der katholischen Bevölkerung konnte die Kirche in all ihren Facetten – von der Architektur über die Fenster und die Ausstattung bis hin zu den Glocken – reich und mit hohem künstlerischem Anspruch ausgestaltet werden. Diese einheitliche Ausstattung der 1960er-Jahre hat sich in außergewöhnlicher Geschlossenheit erhalten.

Die Tatsache, dass Architektur und Ausstattung um das bereits bestehende monumentale Kreuz des Eucharistischen Weltkongresses herum entworfen wurden, ist wohl einzigartig.

St. Michael, Holheim

Geschichte

Die Pfarrei Holheim wurde bereits im Jahr 1190 in einer Urkunde des Augsburger Bischofs Udalskalk erstmals erwähnt. Der Großteil des Langhauses der heutigen Kirche St. Michael geht wohl auf diese Zeit zurück. Um das Jahr 1400 erfolgte dann eine Erweiterung der Kirche nach Osten und der Bau des Turms, in dessen Erdgeschoss sich der Chorraum befindet.

Das Patronatsrecht der Kirche lag zunächst bei den Herren von Ramingen und ging 1323 an die Johanniterkompturei in Kleinerdlingen über.

Nachdem die Stadt Nördlingen sich der Reformation angeschlossen hatte, wurde Erningen der Pfarrei Holheim einverleibt, da beide Dörfer unter der Herrschaft des katholischen Johanniterordens standen. In der Zeit um 1600 wurde der Pfarrsitz schließlich von Holheim nach Erningen verlegt, wo die Schlosskapelle den Rang der Pfarrkirche erhielt. Holheim ist seitdem eine Filiale der Pfarrei Kleinerdlingen.

Ziel der letzten Renovierung der Michaelskirche in den Jahren 1973/74 war es, den Kirchenbau in sein mittelalterliches Erscheinungsbild zurückzuversetzen. Dafür wurden unter anderem Malereien im Chor freigelegt, die Westempore entfernt und die größeren Fenster in der Südwand zugunsten der Freilegung der zuvor verschlossenen romanischen Fenster vermauert

Rundgang außen

Das in seinem Kern hochmittelalterliche Langhaus der Kirche ist – wie auch der spätmittelalterliche Kirchturm – außen völlig schmucklos. Der gedrungen wirkende Turm wird von einem spitzen Pyramidenhelm bekrönt.

Die beiden im obersten Turmgeschoss hängenden Glocken stammen aus den Jahren 1869 und 1953. Die kleinere und ältere Glocke wurde von Johann Hermann in Memmingen gegossen; geziert wird sie von einem Relief der Kreuzigung. Die Größere stammt aus der Glockengießerei Karl Czudnochowsky in Erding. Sie trägt folgende Inschriften: GESTIFTET VON DEN BÜRGERN UND DER GEMEINDE HOLHEIM und HOCH ERHEBT MEINE SEELE DEN HERRN / GOTT, MEINEM HEILAND, JUBELT MEIN GEIST, dazwischen befindet sich ein Relief der Gottesmutter mit Kind.

Ein modernes Portal auf der Südseite führt ins Kircheninnere. In sein Bogenfeld ist ein dreiarmiger Leuchter eingehauen.

Innenraum

Der kreuzrippengewölbte Chorraum des Gotteshauses befindet sich im Untergeschoss des Turms. Seine ursprüngliche malerische Gestaltung aus dem frühen 15. Jahrhundert ist zu großen Teilen erhalten. Während die Gewölberippen in roter Farbe mit weißen Fugenlinien gefasst sind, zeigen sich die Gewölbekappen mit einer Bemalung aus rotem Pflanzenornament.

Die Wand wird von einem horizontalen Band durchzogen, das einen Vorhang zeigt, auf dem Apostelkreuze aufgemalt sind. Oberhalb sind weitere Wandmalereien zu sehen: auf der Nordseite die Anbetung der Könige, im Osten zu den Seiten des Chorfensters eine Schutzmantelmadonna und ein Geißelchristus sowie auf der Südseite der Erzengel Michael als Kirchenpatron sowie Johannes der Täufer. Das rundbogige Chorfenster wird von einem Bogen mit Kleeblattschluss überfangen.

Im Chorraum befinden sich außerdem mehrere Nischen. Auf der Nordseite war ursprünglich eine Sakramentsnische; sie beherbergt heute das ewige Licht. Ihr Schloss sowie die Bruchstellen der Angeln für das schützende Gitter sind noch deutlich sichtbar. Heute befindet sich der Tabernakel in einer Nische auf der Ostseite.

Die Mensa des Altars ist wohl noch spätmittelalterlich, der Aufbau stammt aus dem Jahr 1995 und nimmt die gotischen Formen des Chorraums auf. Er zeigt im unteren Bereich sieben Figuren, unter ihnen die Augsburger Bistumspatrone Afra und Ulrich, eine Muttergottes mit Kind und die Hl. Agnes mit dem Lamm.

Darüber sind drei hölzerne Heiligenfiguren angebracht: in der Mitte der Kirchenpatron (der Erzengel Michael) im Kampf mit dem Teufel, zu seiner Linken der Hl. Christopherus und zu seiner Rechten der Hl. Joseph. Während die Hll. Michael und Joseph vom ehemaligen neugotischen Altar des späten 19. Jahrhunderts stammen, wurde die Figur des Hl. Christopherus bereits um 1470 angefertigt.

Der im Kirchenschiff aufgestellte Taufstein stammt derweil aus der Zeit um 1700. Durch eine verschließbare Öffnung auf der Rückseite konnte das im Taufbecken befindliche Wasser aufgeheizt werden. Die Im Westen des Kirchenschiffs befindliche Sebastians-Figur wurde um 1500 geschaffen.

Das großformatige Gemälde, das die Anbetung des Christkindes durch die Hirten zeigt, ist mit I. BRENNER und der Jahreszahl 1712 bezeichnet. Flankiert wird es von zwei Gemälden der Hll. Joseph (li.) und Antonius (re.) aus dem Jahr 1707; beide sind mit Lilie und Jesuskind dargestellt.

Die Holheimer Orgel stammt aus dem Jahr 1857; sie wurde vom Reimlinger Orgelbauer Johann Reimlinger gefertigt. Zwischen 1974 und 2001 war sie aus Platzgründen nicht in Holheim, sondern in der Nördlinger Spitalkirche aufgestellt. Mittlerweile hat sie an der Rückwand des Kirchenschiffs einen neuen Platz gefunden.

Im Chorraum steht ein weiteres Orgelpositiv des Augsburger Orgelbauers Kubak.

Der ‚Kleinerdlinger Altar‘

An der Nordwand des Langhauses hängen mehrere unterschiedlich große Tafelgemälde von hohem künstlerischem Wert. Acht von Ihnen gehörten einst zu einem Altar aus der Schlosskapelle der Johanniter in Kleinerdlingen. Die Gemälde wurden um das Jahr 1520 in der Werkstatt des Nördlinger Malers Hans Schäufelin gefertigt.

Die beiden großen Tafeln mit den Darstellungen von Johannes dem Täufer, dem Kirchenpatron der Kleinerdlinger Pfarrkirche, und Johannes Evangelist bildeten den Mittelteil des Altarretabels. Von den ursprünglich vier Szenen aus dem Leben Mariens befinden sich nur noch zwei in Holheim, nämlich Mariä Verkündigung und die Geburt Christi. Das zugehörige Bild der Mariä Heimsuchung wird in der Kunstsammlung der Fürsten von Lichtenstein in Vaduz aufbewahrt, die Anbetung der Könige ist verschollen.

Die Verkündigungsszene zeigt neben Maria und dem Erzengel Gabriel auch Johannes den Täufer, der Maria zwei Stifterfiguren empfiehlt. Beide Stifter tragen ein Gewand des Johanniterordens und werden von einem Wappen der Grafen von Oettingen flankiert. Auch auf der Tafel mit der Geburt Christi ist eine Stifterfigur zu sehen; sie wurde allerdings nachträglich im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Dargestellt ist der damalige Johanniterkomptur von Kleinerdlingen Johann Konrad von Rosenbach.

Ebenfalls Teil dieses Altares waren vier Gemälde der Kirchenväter, die einem Mitarbeiter Schäufelins zugeschrieben werden: Sebastian Taig. Sie zeigen von links die Hll. Hieronymus (mit seinem Attribut, dem zahmen Löwen), Augustinus von Hippo (mit brennendem Herzen), Papst Leo den Großen und Ambrosius von Mailand.

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St. Anna, Herkheim

Geschichte

Die Erbauung der Annakirche in Herkheim fällt in den Zeitraum um 1420. Bauherren waren die Grundherren des Dorfes, insbesondere der Deutsche Orden (® Deutsch-Ordens-Kreuz auf der Fahne an der Turmspitze). Im Zuge der Reformation wurde Herkheim konfessionell gespalten: Die größten Grundherren waren auf protestantischer Seite das Spital der Reichsstadt Nördlingen und auf katholischer Seite der Deutsche Orden in Reimlingen sowie der Johanniterorden in Kleinerdlingen.

Die Besetzung der Herkheimer Kaplansstelle, die zur Pfarrei St. Georg in Reimlingen gehörte, wurde dadurch zum Streitpunkt, da Patronatsrecht und Baulast der Kirche zwar beim Deutschen Orden lagen, die Ortsherrschaft aber beim Nördlinger Spital. In der Folge kam es zu mehreren, teils bewaffneten Konflikten, die erst im Jahr 1606 beigelegt wurden.

Die Annakirche war seitdem katholisch, die protestantischen Herkheimer mussten zu Taufen und Beerdigungen in die damals protestantische Herrgottskirche (St. Salvator) nach Nördlingen und zu Hochzeiten nach Nähermemmingen gehen. Wenn der Zug der evangelischen Gläubigen das Dorf zu Taufen, Hochzeiten oder Beerdigungen verließ, wurden allerdings die Glocken der Annakirche geläutet. Im Jahr 1900 soll sich der Mesner jedoch geweigert haben, die Glocken für die protestantischen Herkheimer zu läuten. Dieser Mesnerstreik war der letzte belegte Konfessionsstreit in Herkheim. Heute sind die evangelischen Gläubigen zu ihren Gottesdiensten in der Annakirche herzlich willkommen.

Eine Zäsur für die Herkheimer Kirchengeschichte war das Jahr 1829, als die Filiale St. Anna von ihrer Mutterpfarrei St. Georg in Reimlingen abgetrennt und der neugegründeten katholischen Pfarrei St. Salvator in Nördlingen einverleibt wurde. Die Annakirche war nämlich mit reichen Messstiftungen ausgestattet, die die neugeschaffene Nördlinger Pfarrstelle finanzieren sollten. Trotz energischer Proteste seitens der Reimlinger Pfarrei, wurde Herkheim schließlich umgepfarrt.

Eine große Renovierung der Filialkirche St. Anna erfolgte kurze Zeit später, im Jahr 1841. In diesem Zug wurden die beiden Westemporen durch eine einzige Orgelempore ersetzt, das heutige Tonnengewölbe im Kirchenschiff eingezogen, ein neugotischer Hochaltar angeschafft und der Kirchenboden neu gepflastert.

Rundgang außen

Zu großen Teilen stammt die heutige Annakirche noch aus ihrer Erbauungszeit um 1420. Neben dem Untergeschoss des Kirchturms und den Grundmauern des Kirchenschiffs zählt dazu auch das spitzbogige Kirchenportal auf der Südseite. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Kirche und Dorf, wie weite Teile des Rieses, durch die Schlacht bei Nördlingen im Jahr 1634 weitestgehend zerstört.

Im Jahr 1683 ist die Aufstockung des Herkheimer Kirchturms belegt. Um dieselbe Zeit erfolgte vermutlich auch ein Umbau des Kirchenschiffs; insbesondere die stichbogigen Fenster dürften auf diese Zeit zurückgehen.

Kurz darauf wurde eine Glocke für das neue Turmgeschoss angeschafft. Sie trägt folgende Inschrift: A. 1688 GOSS MICH WOLFF HIERONYMUS HEROLDT IN NVRMBERG. Als Stifter wird der Deutschordensritter IOHANN WILHELM VON ZOCHAVE genannt; neben seinem Wappen ist auch eine Anna Selbdritt (Hl. Anna mit Maria und Jesuskind) abgebildet.

Eine zweite, kleinere Glocke wurde 1756 von Nikolaus Arnoldt in Dinkelsbühl gegossen. Auf ihr sind das Wappen des Komturs der Johanniter in Kleinerdlingen Friedrich Karl van Eyb, eine Muttergottes und ein Kruzifix dargestellt. Die Inschrift nennt außerdem den damaligen Kleinerdlinger Frühmessner J. J. Knechtl.

Im Jahr 1719 wurde die heute für Herkheim so charakteristische Turmhaube mit ihren geschwungenen Formen aufgesetzt. Der ausführende Zimmermann war Franz Gröber aus Kleinerdlingen.

Innenraum

Der Chorraum befindet sich im Untergeschoss des Turms und besteht aus zwei kreuzrippengewölbten Jochen. Die beiden Schlusssteine sind modern gestaltet: Der hintere zeigt ein sogenanntes Auge Gottes, der vordere nennt das Erbauungsjahr 1420. Der liturgische Raum mit Volksaltar und Ambo wurde im Jahr 1996 neu gestaltet.

Der vor dem Chorfenster platzierte Hochaltar stammt aus dem Jahr 1950 und ersetzt einen früheren neugotischen Hochaltar. Passend zum Baustil des Chorraums ist er in Anlehnung an mittelalterliche Flügelaltäre gestaltet. Die Kreuzigungsgruppe im Inneren und der Altarschrein selbst wurden von Karl Baur aus München gefertigt.  Die Malereien der Altarflügel stammen aus der Hand von Otto Emanuel Pöppel. Sie widmen sich den Eltern Jesu: der Herkheimer Kirchenpatronin Anna und ihrem Gemahl Joachim. Links sind das Opfer und die Verheißung Joachims dargestellt, rechts der Kuss Annas und Joachims an der Goldenen Pforte in Jerusalem sowie die Geburt Mariens.

Im Chorbogen finden sich zwei Heiligenfiguren: Links die Hl. Elisabeth, rechts der Hl. Georg, der auf die ehemalige Zugehörigkeit der Filiale Herkheim zur Pfarrei St. Georg in Reimlingen verweist. Beide stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Eine Besonderheit der Herkheimer Kirchenausstattung ist der linke Seitenaltar mit seiner überlebensgroßen Sitzmadonna, die das Christuskind hält. Er wurde wohl in der Mitte des 16. Jahrhunderts geschaffen. Die Vasenaufsätze und der Johannesknabe mit Kreuz und Lamm wurden allerdings erst im 18. Jahrhundert ergänzt.

Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt der in Form und Gestaltung ähnliche rechte Seitenaltar. Er zeigt den sogenannten ‚Heiligen Wandel‘, die Heilige Familie beim gemeinsamen Spaziergang. Er wird dem Bildschnitzer Johann Georg Bschorer zugewiesen. Beide Seitenaltäre wurden erst in den 1850er-Jahren in die Herkheimer Annakirche gebracht. Sie stammen vermutlich aus der ehem. Schlosskapelle der Johanniter in Kleinerdlingen.

An den Wänden des Kirchenschiffs sind zwei weitere Heiligenfiguren angebracht. Auf der rechten Seite befindet sich eine Darstellung der Anna Selbdritt. Sie stammt aus der Zeit um 1500 und gehört damit wohl zur ursprünglichen Ausstattung der Annakirche.

Auf der gegenüberliegenden Seite steht eine Marienfigur im Stil der neuen Eva. Sie wurde um 1720 von Johann Georg Bschorer gefertigt und kam in den 1930er-Jahren auf Veranlassung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege nach Herkheim.

An der Brüstung der Westempore sind Gemälde des Salvator Mundi und der zwölf Apostel aus dem 17. Jahrhundert angebracht. An den Seitenwänden auf der Orgelempore befinden Figuren der Hll. Sebastian und Joseph aus dem 19. Jahrhundert.

Die Orgel mit ihrem prächtigen, neugotischen Prospekt wurde von den Gebrüdern Sieber aus Holzkirchen für die Landesausstellung des Jahres 1906 in Nürnberg angefertigt, wo sie prämiert wurde. Noch im selben Jahr folgten der Ankauf und die Versetzung nach Herkheim.

St. Pius, Löpsingen

Geschichte

Die Pfründe der Löpsinger Pfarrei St. Michael war seit dem 11. Jahrhundert im Besitz des Augsburger Domkapitels. Der Erlös daraus kam einem seiner Mitglieder zu, das sich zwar als Pfarrer von Löpsingen bezeichnete, aber selbst nicht dort wirkte. In seiner Aufgabe als Ortspfarrer wurde er vielmehr von einem Vikar vertreten, den er selbst zu bezahlen hatte. Das Präsentationsrecht für diesen Pfarrvikar lag jedoch nicht beim Augsburger Domkapitel, sondern bei den Grafen von Oettingen.

Da sich die Oettinger Grafen im 16. Jahrhundert der Reformation anschlossen, beriefen sie stets einen lutherischen Geistlichen als Vikar. In der Folge formierte sich ein ungewöhnliches Konstrukt in Löpsingen: Das nun protestantische Dorf hatte weiterhin offiziell einen katholischen Pfarrer, der als Mitglied des Domkapitels in Augsburg wohnte. Dieser ließ sich auf eigene Kosten von einem evangelischen Vikar vor Ort vertreten. Dieses außergewöhnliche System wurde erst beendet als das Oettinger Fürstentum 1806 im Rahmen der Mediatisierung an das Königreich Bayern fiel.

Die katholische Kirche von Löpsingen ist ein Zeugnis der europäischen Nachkriegsgeschichte. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kamen zahlreiche Heimatvertriebene in das fast rein evangelische Dorf und seine Nachbargemeinden Pfäfflingen und Dürrenzimmern. Sie konnten für den katholischen Gottesdienst zunächst die Räume des evangelischen Kindergartens in Löpsingen nutzen, doch mit der steigenden Katholikenzahl wuchs auch der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus.

Nach dem Erwerb eines passenden Grundstücks von der Gemeinde Löpsingen konnte das Vorhaben 1963 ausgeschrieben werden. Im Rahmen der Ausschreibung, die der Lauinger Architekt Helmut Haberbosch für sich entscheiden konnte, war die Forderung enthalten, auf die religiösen und landschaftlichen Besonderheiten des Rieses Rücksicht zu nehmen: „Das als Dorfkirche zu planende Projekt habe von bescheidener, aber ansprechender Architektur zu sein und darf keinesfalls überheblich gegenüber der alten evangelischen Kirche wirken.“[1]

Am 28. August 1965 wurde St. Pius vom gebürtig aus Maihingen stammenden Augsburger Bischof Josef Stimpfle geweiht.

Rundgang außen

Das schlichte, moderne Kirchengebäude präsentiert sich von außen als nahezu quadratischer Bau mit einem flachen, nach Norden weit abgeschleppten Satteldach. Dort befindet sich auch der 26,5 m hohe Turm mit seinem kupfergedeckten Pyramidendach.

Die kleinere der beiden Glocken von St. Pius wurde im Jahr 1975 von der Passauer Gießerei Perner gegossen. Sie trägt folgende Inschrift: JEDER DER LEBT UND AN MICH GLAUBT WIRD IN EWIGKEIT NICHT STERBEN. Die größere Glocke ist derweil älter als der Kirchenbau selbst. Sie wurde 1921 von Andreas Hirt in Kempten gegossen und zeigt das Relief der Muttergottes mit Zepter und Christuskind. Ihre Inschrift lautet: ZUR ERINNERUNG AN WITWE / † MAGDALENA GEIGER † / STIFTERIN EINER DER BEIDEN IM WELTKRIEGE / ABGELIEFERTEN GLOCKEN. Ursprünglich aus Rieder bei Marktoberdorf stammend kam diese Glocke über eine Zwischenstation in der Pfarrkirche St. Margaretha in Laub 1974/75 nach Löpsingen.

Über dem Eingangsportal im Westen prangt in großen Buchstaben der eingedeutschte Wahlspruch des Kirchenpatrons Papst Pius X.: ALLES IN CHRISTUS ERNEUERN. Pius X. war von 1903 bis 1914 Papst und wurde 1954 heiliggesprochen. Sein Wappen ziert die Brüstung der Empore im Inneren.

Seit der Außenrenovierung des Jahres 2023 ist eine Photovoltaikanlage mit der maximalen Leistung von 26 KW auf der Südseite des Kirchendaches angebracht.

 

Innenraum

Der eigentliche Kirchenraum ist ein schlichter, rechteckiger Saalbau. Der Chorraum im Osten ist gegen das Schiff um eine Treppenstufe erhöht.

Beim Eintreten fällt der Blick zuerst auf das große Kruzifix an der Ostwand, das aus der Hand von Sebastian Fink stammt. Es wurde als Ersatz für das als zu klein empfundene Vortragekreuz angeschafft, das heute an der Westwand der Kirche steht. Wie auch die restliche Ausstattung des Altarraums wurde dieses Kruzifix vom Wemdinger Künstler Ernst Steinacker geschaffen.

Die Gestaltung des Volksaltars ist stark symbolisch aufgeladen: Auf der linken Seite sind sieben Leuchter zu sehen. Sie gehen zurück auf die Offenbarung des Johannes, wo die sieben goldenen Leuchter für die sieben christlichen Gemeinden Asiens und damit stellvertretend für die ganze Kirche und ihre Gläubigen stehen (Offb 1, 20). Zusammen mit dem Fisch als ICHTHYS-Symbol symbolisieren sie die christliche Urkirche. In der Mitte spannt sich die Thematik der Eucharistie auf: Dort befindet sich ein Kelch, aus dem die vier Paradiesflüsse entspringen (Gen 2, 10-14). Auf ihn und die unterhalb dargestellten Brote kommen fünf Blutstropfen herab, die für die fünf Wundmale Christi stehen. Dargestellt ist also die Eucharistie als Quell der Erlösung durch den Tod Christi. Auf der rechten Seite der Altarmensa stehen darüber hinaus drei Männer, die die theologischen Tugenden Liebe (Geste der Zuneigung), Glaube (Kreuz) und Hoffnung (Anker) symbolisieren (1 Kor 13,13).

Der Tabernakel ist an der Ostwand der Kirche angebracht. Er wird von einer Konsole mit fünf frohlockenden Engeln getragen.

Auf der rechten Seite des Chorraums steht die zur ursprünglichen Ausstattung der Kirche gehörende Mariensäule, die durch ihre abstrahierte, aber freundliche Formensprache besticht. Sie ist an einem Stück aus Beton gegossen. Auf der Rückseite des Sockels befindet sich eine Stifterinschrift, darüber jubelnde und musizierende Engelschöre mit der Inschrift Alleluja. Außerdem sind auf seiner Vorderseite drei kleinformatige plastische Szenen aus dem Marienleben dargestellt: Links eine Verkündigungsszene mit Maria, dem Erzengel Gabriel und der Hl.-Geist-Taube (Inschrift: Ave Maria), unten mittig die Anbetung des Christuskindes durch die Hirten (links) und die Hl. Drei Könige (rechts) und oben rechts der Marientod: Über dem Leichnam Mariens erscheint Christus, um sie als Himmelskönigin (dargestellte Krone) ins Paradies aufzunehmen.

In der Taufkapelle im nordwestlichen Eck des Kirchenschiffs steht ein runder Taufstein mit darüber aufgehängter Taube. Beide wurden von Sebastian Fink geschaffen. Das Fenster der Taufkapelle entwarf – wie auch die sechs großen, hochrechteckigen Buntglasfenster auf der Südseite des Gebäudes und die kreuzförmigen Fenster an den Giebelseiten der Kirche – die Münchner Kunstmalerin Jutta Schachner-Riedmann.

Durch die Spendenbereitschaft der Pfarrangehörigen kamen immer mehr zusätzliche Ausstattungsstücke in die Kirche. So zum Beispiel das neue Kreuz hinter dem Altar, eine Figur Johannes des Täufers in der Taufkapelle, ein Christusknabe am Aufgang zur Empore, eine Skulptur des Kirchenpatrons an der Ostwand und die Orgel auf der Westempore.

[1] Würmseher, Kirchenbau, 2007, S. 449.

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