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Michael Wildegger

Katholischer Stadtpfarrer und Dekan, Landtags- und Reichstagsabgeordneter,
geboren am 29. September 1826 in Augsburg, gestorben 29. Juli 1912 in Nördlingen

Im Frühjahr 2020 ergriff Pfarrer Benjamin Beck die Initiative, eine Stiftung für die Pfarreiengemeinschaft Nördlingen zu gründen. Namensgeber für die Stiftung ist Michael Wildegger, früherer Nördlinger Stadtpfarrer.

Wer war Michael Wildegger?

Wildegger wird 1826 in Augsburg geboren, legt am Gymnasium St. Stephan in Augsburg das Abitur ab und wird 1851 zum Priester geweiht. 1866 wird er von Bischof Pankratius von Dinkel zum Stadtpfarrer von Nördlingen mit damals 800 Katholiken ernannt.

Ein Herzensanliegen: Bildung und Schule

Weil ihm die schulische und die religiöse Bildung der Kinder seiner Pfarrgemeinde am Herzen liegt, ergreift er im Jahr 1868 die Initiative zur Gründung der Niederlassung der Franziskanerinnen von Maria Stern sowie zur Errichtung einer „Arbeits- und Privatelementar- und Fortbildungsschule für katholische Mädchen nebst einer Kleinkinderbewahranstalt“. Er legt so den Grundstein für die heute noch bestehende Kindertagesstätte, die Realschule und die Fachakademie für Sozialpädagogik.

Seit 1828 ist die katholische Schule in den Räumen des Pfarrhauses untergebracht. Wildegger erreicht bei der Stadt im Jahr 1891 die Errichtung eines neuen Schulgebäudes (heutige Musikschule) sowie 1901 dessen Erweiterung und Aufstockung. Er stellt bei den Baumaßnahmen kostenlos einen Teil des Pfarrgartens zur Verfügung.

Kranken- und Altenpflege im Blick

Seine Fürsorge für Kranke und Bedürftige wird durch die Gründung des „Vereins für ambulante Krankenpflege“ im Jahr 1902 deutlich, der mit 300 Mitgliedern startet, zur Eröffnung der „Klinik“ mit Kranken- und Altenpflege führt und bis heute im Altenheim und in der Sozialstation St. Vinzenz sichtbar bleibt.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Vereinsleben

Weitere wichtige Bausteine seines außergewöhnlichen Wirkens sind Vereinsgründungen, so des Zweigvereins des auf christlich-sozialen Ideen beruhenden „Volksvereins für das katholische Deutschland“, des „Katholischen Gesellenverein“ (der heutigen Kolpingsfamilie), des „Lehrlingsschutzvereins für die männliche Jugend“ und des „Dienstmädchenschutzvereins“, der im Jahr 1930 in den neu gegründeten Zweigvereins des katholischen Frauenbundes Nördlingen eingegliedert wird. Ferner ruft er den „Katholischen Männerverein für das Ries“ mit mehr als 1.000 Mitgliedern ins Leben, erwirbt auf der Basis von Kapitaleinlagen ein Vereinshaus, in dem er eine Druckerei und katholische Buchhandlung eröffnet und gründet das „Rieser Volksblatt“, eine katholische Zeitung mit 1.800 Abonnenten, als publizistischen Gegenpol zum „Nördlinger Anzeigenblatt“.

Mit Tatkraft widmet sich Wildegger auch der Renovierung und Ausstattung der Salvatorkirche. So erhält sie u.a. ein neues Kirchendach, zwei neugotische Seitenaltäre und die heutige Orgel. Er führt im Jahr 1899 die öffentliche Fronleichnamsprozession ein und verlegt die Bittgänge in die Stadt. 1883 wird er zum Dekan des damaligen Dekanats Donauwörth gewählt und etwas später zum Geistlichen Rat ernannt – ein damals äußerst seltener Titel.

Politisches Engagement

Darüber hinaus ist Wildegger auch politisch engagiert. Als Landtagsabgeordneter vertritt er von 1875 bis 1881 und von 1885 bis 1899 die Interessen seines Wahlkreises. Er setzt sich für den Ausbau der Straßen, für die Unterstützung Überschwemmungsgeschädigter, für den Erhalt des Landgerichts Donauwörth und für die Bahnlinien Donauwörth-Treuchtlingen sowie Nördlingen-Wemding ein. Von 1884 bis 1899 ist er auch Reichstagsabgeordneter. Er ist über 15 Jahre Mitglied der Zentrumsfraktion.

Wildeggers Spuren in Nördlingen und im Ries

Im Juli 1904 trat Michael Wildegger im Altern von 77 nach 38-jähriger Tätigkeit in Nördlingen in den Ruhestand. Die Gemeinde war inzwischen auf 2.000 Gläubige angewachsen. Bischof Maximilian von Lingg würdigt sein herausragendes seelsorgerisches Wirken, das Bleibendes in kirchlicher und sozialer Hinsicht geschaffen habe und bis in die Gegenwart der Pfarrgemeinde und der Stadt Nördlingen hineinstrahle.

Michael Wildegger stirbt am 29. Juli 1912. Er hat die Pfarrei St. Salvator und die Stadt Nördlingen nachhaltig geprägt.

Die Wildegger-Stiftung unsterstützt die Pfarreiengemeinschaft Nördlingen nachhaltig. Konkret werden gefördert

  • Kirchliche Zwecke nach §54 der Abgabeordnung
  • Mildtätige und soziale Zwecke nach §53 der Abgabenordnung

So kann das kirchliche Leben gefördert und caritative Initiativen bezuschusst werden. Renovierungsarbeiten an Kirchen und Pfarrheimen können zusätzlich unterstützt werden. Kirche vor Ort find finanziell unabhängiger.

Die Wildegger-Stiftung benötigt ein Start-Kapital von 50.000 Euro. Dann fließen erste Mittel und konkrete Projekte werden mit Spenden unterstützt.

 

Helfen Sie helfen!

Unterstützen Sie die Wildegger-Stiftung, eine Treuhandstiftung unter dem Dach der VR-Bürgerstiftung Ries mit ihrem Beitrag zur Erstausstattung.

Raiffeisen-Volksbank Ries eG
„Wildegger-Stiftung Erstausstattung“
IBAN: DE54 7206 9329 0000 5858 58

Fragen zur Wildegger-Stiftung beantworten
Pfarrer Benjamin Beck, Tel. 09081/29370 und
Susanne Bühler, Geschäftsführerin der VR-Bürgerstiftung Ries, Tel. 09081/8019-9254

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